Auroville: Eine Vision die Wirklichkeit wurde

  • “Auroville möchte eine universelle Stadt sein, wo Männer und Frauen aller Länder in der Lage sind, ein Leben in Frieden und wachsender Harmonie frei von Konfessionen, frei von Politik und allen Nationalitäten zu leben.”
  • Dieses Zitat stammt aus dem Jahr 1965 und war die erste öffentliche Aussage über eine Stadt, die damals nur als Idee bestand. Das Konzept entsprang ursprünglich den Niederschriften des großen indischen Philosophen und Yogis Sri Aurobindo. Es war jedoch seine in Frankreich geborene spirituelle Gefährtin und Mitstreiterin Mirra Alfassa, die dem Projekt konkretere Formen gab. Von ihr stammt auch das Zitat.

    Heute ist Auroville Realität. Die ständig wachsende Gemeinschaft der Stadt zählt aktuell mehr als 2.200 Einwohneraus 47 verschiedenen Ländern. In Auroville gibt es kein Eigentum, keine Polizei, kein Bargeld, es gibt Krankenhäuser, Kindergärten und Schulen, aber keine Prüfungen, keine Noten. In dieser Stadt ist niemand dazu verpflichtet zu arbeiten, aber die meisten tun es dennoch – etwa in der ökologischen Textilindustrie. Genau hier ist der Anknüpfungspunkt zu Grüne Erde. Wir bezogen für die Modekollektion Frühjahr 2014 einen Strickpulli aus Auroville – handgestrickt, 100% Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau, GOTS zertifiziert. Deshalb stellen wir Ihnen dieses einzigartige Projekt hier vor:

    1968 wurde in einem wüstenartigen Gebiet in Südindien der Grundstein zu diesem „Experiment der menschlichen Einheit“ gelegt. Die Stadt wurde auf dem Reißbrett entworfen, angelegt in Form einer spiralförmigen Galaxie mit vier radialen Sektoren, in deren Zentrum als Fokus eine riesige kugelförmige Konstruktion steht, das sogenannte Matrimandir, die „Seele der Stadt“, ein Platz für Stille und Konzentration.

    „Auroville versteht sich selbst als Platz der Forschung und des Experimentierens für die Menschheit als Ganzes, nicht nur in umweltfreundlichen Praktiken in den Bereichen von Landwirtschaft und Energiegewinnung, sondern wichtiger noch, an der Erschaffung einer Gesellschaft, die auf der praktischen Ausübung menschlicher Einheit basiert, anwendbar für alle Menschen und Nationen.“, steht auf der Homepage der Stadt nachzulesen.

    Der hohe Anspruch besteht also darin, eine neue Gesellschaftsidee umzusetzen. Zwar ist in Auroville eine ökologisch und sozial verträgliche Produktion von zentraler Bedeutung, aber im Vordergrund steht das Leben. Den bei uns allgegenwärtigen Zwang zu Wachstum kennt man hier nicht – gibt es weniger Aufträge, wird an anderer Stelle mitgeholfen. Auch die umliegenden Tamilendörfer werden in die Aktivitäten eingebunden, da man sich zur Aufgabe gemacht hat die heimische Bevölkerung zu unterstützen. Wer das Projekt als sektiererischen Unfug abwertet, irrt. Schließlich wird es unter anderen von der UNESCO, dem indischen Staat und der EU unterstützt.

    Die Bewohner dieser Stadt folgen einer Vision. Die täglichen Entscheidungen werden danach ausgerichtet und dadurch ist die Umsetzung ein ständiges Experiment. Ob sich diese Ideen auf unsere globalisierte Gesellschaft übertragen ließen, ist unklar. Klar ist: hier wird eine Utopie gelebt.
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