Brexit – raus aus der EU, aus für den Umweltschutz?

  • Brexit und die Umweltauswirkungen image-brexit-header
  • Es ist wohl kein Zufall, dass eines der ersten Lieder gegen Umweltverschmutzung in den 1970er Jahren in Großbritannien geschrieben wurde. In „Down by the River“ singt Albert Hammond von sterbenden Tieren in verseuchten Flüssen – zu dieser Zeit traurige Realität in Großbritannien. 1973, beim Beitritt in die EU, galt das Land als „Dirty Man of Europe“. Heute sagt das niemand mehr, aber was passiert, wenn der Brexit wirklich kommt?

    43 Jahre nachdem sich Großbritannien entschieden hat, die Idee von einem vereinten Europa mit zu gestalten, hat das Land in Sachen Umweltschutz entscheidende Fortschritte erzielt. In erster Linie durch die Gesetzgebung und den Einfluss der EU. Meist stießen die Vorgaben aus Brüssel bei der britischen Regierung nicht gerade auf offene Ohren und bisweilen wurden sie nur zögerlich umgesetzt. Naturschützer befürchten bei einem Brexit einen Rückfall in alte Handlungsmuster, die zwar einer blühenden Wirtschaft dienlich sein mögen, aber kaum Rücksicht auf Natur und Gesundheit nehmen.
  • Florierende Wirtschaft oder intakte Natur?

    Wird der Brexit vollzogen, kann die britische Regierung ihre Gesetze wieder unabhängig von den Vorgaben der EU erlassen. So könnten zum Beispiel die Auflagen für Fracking gelockert, verbotene Pestiziden wieder zugelassen, Baugenehmigungen für Großprojekte in Naturschutzgebieten erteilt und Umweltstandards gesenkt werden – kurzum, die Voraussetzungen für die Rückkehr des „Dirty Man of Europe“ wären geschaffen.

    In der britischen Politik wurden auch bereits zahlreiche Stimmen laut, die den Umweltschutz als einen negativen Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung ausmachen. Der ehemalige Finanzminister George Osborne hat mehrfach deutlich gemacht, dass er die Einhaltung von EU-Umweltauflagen für zu teuer und zu aufwendig hält. Landwirtschaftsminister George Eustice hat bereits seine Absichten verkündet, die Naturschutzgesetzte zu reformieren, um dem Unternehmertum mehr Freiraum zu geben. Zur Diskussion steht unter anderem auch das EU-weit gültige Vorsorgeprinzip – fällt es weg, sind Unternehmen in Großbritannien nicht mehr verpflichtet, die Unbedenklichkeit ihrer Produkte für Gesundheit und Umwelt vorab nachzuweisen.
  • Gehört Umweltschutz zur guten Partnerschaft?

    Aber es gibt auch berechtigten Anlass zur Hoffnung. Schließlich ist davon auszugehen, dass Großbritannien auch nach einem Brexit vom Binnenmarkt der EU profitieren möchte. Der Einfluss der EU, der einst zur Umsetzung höherer Umweltauflagen geführt hat, wird also in jedem Fall bestehen bleiben. Vorausgesetzt natürlich, Brüssel zeigt sich hier konsequent. Nach einer Studie der Universitäten York und East Anglia, die sich mit den möglichen Folgen des EU-Austritts für die Umwelt befasst, wird Großbritannien bestimmte Standards aller Voraussicht nach weiter einhalten.
  • Quo vadis, Großbritannien?

    Ob wirklich bald wieder Songs wie der von Albert Hammond aus den 1970er geschrieben werden, weil in Großbritannien EU-Umweltstandards zugunsten von Wirtschaftsinteressen aufgeweicht werden, bleibt äußerst fraglich. Vielleicht bindet die Nähe zum EU-Markt das Land auch nach einem Austritt aus der EU weiterhin an die Auflagen der Europäischen Union. Was denken Sie? Sind Großbritanniens Umweltstandards in Gefahr?
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    • Julie meint
      Brexit und Umweltschutz in Folge

      ein nur zwanghaftes Einhalten der Umweltschutzstands zeugte von nationaler Dummheit mit falalen Folgen, ich denke auch die Briten wissen was auf dem Spiel steht und werden ihre Entwicklung hin zum verantwortlichen Umgang fuer s Ueberleben der Menschheit einhalten.

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