Geplante Obsoleszenz: Geniale Marketingstrategie oder moderne Legende?

  • Kaputt nach Plan • Gebaut, um kaputt zu gehen • Kaputt in zwei Jahren • Kaufen für die Müllhalde • Schneller kaufen, noch schneller wegwerfen: So lauten Schlagzeilen in den Medien, die über „Geplante Obsoleszenz“ berichten.

    Google findet den Begriff 182.000mal, „Gegen.geplante.Obsoleszenz“ ist auf Facebook und hat über 2.200 „Gefällt mir“. Im Grunde ist mit „geplanter Obsoleszenz“ gemeint, dass Hersteller in ihre Produkte absichtlich „Sollbruchstellen“ einbauen, billige und qualitativ minderwertige Materialien und Teile verwenden, damit das Produkt nach einer vorprogrammierten Lebensdauer den Geist aufgibt.

    „Geplante Obsoleszenz“ (von lat. obsolescere = sich abnutzen, alt werden, aus der Mode kommen, an Ansehen, an Wert verlieren) ist ein vermutlich aus der US-amerikanischen Autoindustrie der 1920er-Jahre stammendes Konzept, das die Kunden zu vorzeitigen Neukäufen bewegen sollte, um damit die wirtschaftliche Depression durch gesteigerte Konsumausgaben zu bekämpfen.

    Als Musterbeispiel in der aktuellen Diskussion wird häufig der Tintenstrahldrucker genannt, der nach soundsovielen Kopien „nach Plan“ des Herstellers kaputt geht, um ersetzt werden zu müssen. Aber auch an sich langlebige Produkte würden zunehmend in kurzlebige Wegwerfartikel verwandelt. Möbel werden zu billigen Diskont-Möbel, die drei bis zehn Jahre halten.

  • Ist die „geplante Obsoleszenz“ ein großangelegter, von langer Hand geplanter, von gierigen Managern ausgeheckter Coup, um die Konsumenten vorsätzlich auszunehmen? Oder bloß eine Therorie von jenen, die hinter allem und jedem eine Verschwörung wittern und sich als „Aufklärer“ und „Aufdecker“ ins Szene setzen wollen?

    Die schweizerisch unaufgeregte, seriöse Neue Zürcher Zeitung (18. November 2012) etwa hält das Ganze unter dem Titel „Moderne Märchen der Konsumkritik“ für eine „moderne Legende“.

  • Wir halten unsere Kundinnen und Kunden für intelligent genug, sich selbst ihre Meinung zu bilden. Für Grüne Erde gilt jedenfalls: Wir fertigen unsere Möbel aus hochwertigen Naturmaterialien, in aufwändiger Handarbeit, in eigenen Werkstätten, und in einer Qualität, die sie einmal zu Erbstücken werden lässt.

    „In früheren Zeiten ließen sich Handwerker nicht auf Pfusch ein. Sie arbeiteten sorgfältig und achteten auf jedes Detail ihrer Arbeit. Diese Handwerker ließen in ihrer aufmerksamen Selbstdisziplin selbst dann nicht nach, wenn es sich um Teile handelte, die am Ende gar nicht mehr sichtbar sein würden. Niemand hätte bemerkt, dass diese Teile nicht ganz sauber gearbeitet waren, doch die Handwerker wussten es und konnten solche Schlampereien nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren. Nichts wurde unter den Teppich gekehrt. Man könnte vielleicht auch sagen: Es gab keinen Bullshit.“ (aus: „Bullshit“ von Harry G. Frankfurt)
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