Ist meine Kleidung giftig?

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  • Wir kuscheln uns hinein, auf der Suche nach Schutz vor Wind und Wetter. Natürlich soll sie uns auch gefallen, zu unserem Charakter passen und für den Anlass angemessen sein. Beinahe jeden Tag stehen wir vor unseren Kleiderschränken und fragen uns, was ziehen wir heute an, dezent oder bunt, kurz oder lang, schick oder leger. Aber fragen wir uns auch, welchen Giften wir uns heute aussetzen?
  • Das geht unter die Haut

    Ein Drittel aller Chemikalien, die weltweit eingesetzt werden, finden ihre Verwendung in der Textilindustrie. Die Gründe dafür sind ganz verschieden – es wird leichter zu bügeln, das Wasser perlt ab, das Weiß bleibt lange weiß, die Form bleibt stabil oder vielleicht wird auch einfach nur die Farbe kräftiger. In der Branche spricht man von Aufrüststoffen.

    Sie gelangen auf ganz unterschiedlichen Wegen in die Kleidungsstücke, zum Teil schon beim Anbau, bei der Herstellung der Rohstoffe, beim Transport oder in der Produktion. Am Ende lässt sich meist gar nicht mehr nachvollziehen, in welchem Kleidungsstück mit welcher Chemikalie – oder besser gesagt, mit welchem Gift – zu rechnen ist. Dabei wurde nicht selten nachgewiesen, dass Chemikalien 20 % des Gewichts von so manchem Pullover, Shirt oder Kleid ausmachen. Letztlich findet der Verbraucher aber nur ein Etikett, auf dem so etwas Harmloses zu lesen ist wie 100 % Baumwolle.

    Von der Kleidung gelangen die Gifte durch Berührung und Reibung auf unsere Haut und in den Organismus. Es kann zu Reizungen, Sensibilisierungen oder Allergien kommen und viele Stoffe sind auch nachweislich krebserregend. Auch wer selbst keine belastete Kleidung trägt, ist betroffen. Durch Waschen gelangen die Giftstoffe in den Wasserkreislauf, verschmutzen die Umwelt und werden letztlich über die Nahrung wieder von uns aufgenommen.
  • Zertifikat statt Etikett

    Abfinden muss man sich mit den oft fragwürdigen Methoden in der Textilindustrie aber nicht. Etiketten liefern zwar meist keine brauchbaren Aussagen über die Inhaltstoffe – aber dafür gibt es inzwischen vertrauenswürdige Siegel für ökologisch und fair produzierte Kleidung. So inspiziert zum Beispiel der Global Organic Textile Standard, kurz GOTS, bei der Zertifizierung die gesamte Wertschöpfungskette, vom Anbau bis zum fertigen Produkt. Wer also giftfrei, ökologisch und trotzdem modisch einkaufen möchte, verschafft sich am besten einen Überblick über die Qualität und Aussagekraft von Umweltsiegeln, zum Beispiel mit dem von Greenpeace herausgegebenen „Einkaufsratgeber für giftfreie Kleidung“.
  • Der hohe Preis für günstige Kleidung

    Grundsätzlich gilt: Lieber hochwertige Kleidung kaufen, die länger hält und öfter getragen werden kann. Auch Reparieren statt Wegwerfen, Tauschen oder Second-Hand Ware sind eine attraktive Möglichkeit, mit den der Umwelt entnommenen Ressourcen respektvoll und nachhaltig umzugehen. Viele Kleidungsstücke fristen ein nutzloses Dasein in Kleiderschränken und werden nie oder so gut wie nie getragen. Sicherlich auch, weil sie viel zu billig gekauft wurden – die Wertschätzung schwindet und ein Bewusstsein für den Aufwand bei Anbau, Herstellung und Transport ist nicht mehr vorhanden. Dass der Preis für günstige Mode tatsächlich viel höher ist, erzählt anschaulich und erschütternd der Film „The True Cost“ von Andrew Morgan.
  • Einer von vielen werden!

    Was besorgte Konsumenten, Modemacher und Umweltorganisationen erreichen und verändern können, zeigt die Detox Kampagne von Greenpeace. Viele bekannte Mode-Marken und Diskonter haben inzwischen erklärt, bis zum Jahre 2020 alle umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien aus der Textilproduktion verbannen zu wollen. Passieren wird das natürlich nur, wenn der Druck auf die Branche wächst.
    Unser Tipp: Unterschreiben Sie die Petition von Greenpeace gleich jetzt (Das Detox Mode-Manifest) und stöbern Sie ein wenig in unserer aktuellen Naturmode Kollektion.