Die Mobilität der Zukunft

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  • Das Ziel ist leicht formuliert – individuelle Mobilität, frei und unabhängig, aber gleichzeitig verantwortungsvoll und vernünftig im Umgang mit Ressourcen und mit der Natur. Am besten schön leise, unauffällig und vollkommen klimaneutral. Ist dieses Ziel überhaupt erreichbar und, wenn ja, befinden wir uns auf dem richtigen Weg?
  • Es ist letztlich ganz natürlich, dass große Veränderungen immer sowohl von Euphorie als auch von Skepsis begleitet werden. Ganz grundsätzlich – egal, in welchem Lager man sich sieht: Ohne das Prinzip von Versuch und Irrtum wird die Suche nach einer nachhaltigen Technologie für die Mobilität der Zukunft nicht zum Erfolg führen. Eine Prognose, was uns in 20 Jahren bewegen wird, bleibt bislang allerdings immer auch ein bisschen ein Blick in eine Kristallkugel – in Anbetracht der Bedeutung dieses Themas für uns, unsere Nachkommen und unsere Umwelt lohnt sich aber der Versuch einer kritischen Betrachtung.
  • Das Ende des Auspuffs

    Spricht man heute über nachhaltige Mobilität, ist für die meisten Menschen das Elektroauto die gedanklich präsenteste Lösung. Vermutlich, weil es uns als solche angepriesen und zum Teil sogar staatlich gefördert wird. Aber auch, weil es – hat man das Vergnügen, ein E-Mobil im Straßenverkehr zu erleben – beeindruckend ist, wenn es flüsterleise, nur begleitet vom Reifengeräusch auf dem Asphalt, völlig ohne Abgase und dabei überraschend dynamisch beschleunigt. Stellt man sich das alltägliche Stop-and-Go der Großstädte leise und absolut sauber vor, ist man vom Gedanken einer rein elektrischen Mobilität sofort überzeugt – die gesundheitliche Belastung durch Lärm und Abgase würde sich schlagartig um ein Vielfaches verringern!

    Leider fährt man aber eben auch mit einem Elektroauto bislang nicht völlig emissionsfrei, sondern, wie es auch in den Formulierungen der Autokonzerne immer treffend heißt: lokal emissionsfrei. Solange es sich bei dem Strom in den Batterien der Elektroautos nicht zu 100 % um erneuerbare Energie handelt, verlagert sich der CO2-Ausstoß lediglich vom Auspuff zum Kohlekraftwerk. Wie die Bilanz einer Fahrt mit einem Elektroauto im Einzelfall aussieht, ist also von vielen Faktoren abhängig und deswegen auch nicht ganz exakt nachzuvollziehen. In intelligenten Steuerungssystemen zum Beispiel lässt sich die Rolle von Elektrofahrzeugen deutlich positiver darstellen. Die Batterien – integriert man sie in die Haustechnik – können als Ausgleichsspeicher fungieren, die überschüssigen Strom aufnehmen. Besonders in Verbindung mit erneuerbaren Energien fällt Strom nicht kontinuierlich und auch nicht immer genau dann an, wenn er gebraucht wird. Lädt man zu diesen Zeiten die Batterien, wird der ohnehin anfallende Strom sinnvoll gespeichert. Sofern dem System keine anstehenden Fahrten gemeldet werden, kann der Strom zu Hochzeiten sogar umgekehrt, also wenn mehr benötigt wird als mit Sonne und Wind erzeugt werden kann, wieder aus den Batterien entnommen und eingespeist werden. Ein flächendeckendes Netz an Elektrofahrzeugen, integriert in das Stromnetz, wäre also ein riesiger Speicher, der zu einer effizienten Nutzung von erneuerbaren Energien beitragen kann – und die CO2-Bilanz der Elektroautos würde deutlich besser ausfallen.
    • Tauschen statt laden

      Gelöst sind damit aber noch lange nicht alle Herausforderungen der Elektromobilität. Im Fokus steht hier nicht der Antrieb, sondern der Akku. Ladezeit, Reichweite, Auflade-Möglichkeiten und letztlich auch das Herstellen, Entsorgen und Recyceln sind die zentralen Themen. Die gute Nachricht: Für alle Bereiche stellen Forschung und innovative Unternehmen Lösungen in Aussicht. Die Strecken, die man mit einer Stromladung zurücklegen kann, haben sich kontinuierlich verlängert – gleichzeitig hat sich die Wartezeit verkürzt, bis die Akkus an den Ladesäulen wieder aufgetankt sind. Aber alle 150 bis 200 Kilometer eine Zwangspause von 30 Minuten, das entspricht noch nicht den heutigen Erwartungen.

      Ein radikalerer Ansatz – den Akku einfach auszutauschen statt zu laden – ist mit der Insolvenz des Unternehmens Better Place im Jahr 2013 zumindest vorerst vom Tisch – und das, obwohl der Wechsel in fünf Minuten vollziehbar ist und damit nicht länger dauert als ein normaler Tankvorgang. Für das Scheitern des Konzepts werden vor allem Kosten und Aufwand als Gründe angeführt, aber auch, dass es nicht den Interessen der Automobilkonzerne entgegenkommt. Ein Austauschkonzept würde einen einheitlichen Standard erfordern, das schränkt die Gestaltungsmöglichkeiten erheblich ein, und das Design ist nach wie vor das wichtigste Verkaufsargument für Fahrzeuge. Letztlich würde mit dem Auslagern des Akkus auch ein lukratives Geschäftsfeld für die Automobilkonzerne wegbrechen.
    • Derzeit liegt der Anteil von Elektroautos an der gesamten Autoproduktion in Österreich und Deutschland bei kaum 1 %. Doch die Autokonzerne investieren nun Milliarden in diese zukunftsträchtige Technologie.
  • Elektrisch, aber ohne Batterie

    Vielleicht wird die Idee des Akku-Tauschens eines Tages wieder aktuell – es wäre nicht die einzige Technologie, die auf der schwierigen Suche nach dem Antrieb der Zukunft ein Auf und Ab erlebt. Aktuell ist Wasserstoff und damit verbunden die Brennstoffzelle als Alternative zur Batterie wieder stärker in den Fokus gerückt. Der Antrieb bliebe also elektrisch, nur wird der Strom für den Elektromotor nicht gespeichert, sondern direkt aus Wasserstoff generiert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Reichweite ist deutlich größer und kann durch Auftanken auch in wenigen Minuten wieder hergestellt werden – Voraussetzung wäre allerdings der Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur. Die erst kürzlich erfolgte Eröffnung der ersten Wasserstofftankstelle mit Serientechnik in Wuppertal könnte man als ein hoffungsvolles Zeichen werten. Die Nachteile der Brennstoffzelle sind derzeit vor allem noch die hohen Produktionskosten und, im Vergleich zum batteriebetriebenen Elektroauto, ist die Effizienz deutlich niedriger. Da beide Konzepte bislang nur lokal emissionsfrei sind, bedeutet das nichts anderes, als dass zum Betreiben der Brennstoffzelle an anderer Stelle mehr Energie aufgebracht werden muss als für das direkte Laden einer Batterie. Ein 1:1-Vergleich ist aber auch hier schwierig. Denn während die Umwandlung von Strom in Wasserstoff zwar aufwendig ist und mit hohen Verlusten einhergeht, so ist sie doch zum Speichern von Energie aus überschüssigen Wind- und Solaranlagen geeigneter als Batterien in Fahrzeugen.
  • Bleibt der Verbrennungsmotor?

    Das Prinzip, Strom in Gas umzuwandeln, wird bereits heute erfolgreich angewendet und unter dem Begriff Power-to-Gas geführt. Die vorhandenen Erdgasnetze sind ein riesiger Speicher, dem nach derzeitigen Vorgaben in Deutschland bis zu 5 % Wasserstoff beigemischt werden dürfen. Forschungen belegen, dass auch 10 % keinerlei Schwierigkeiten verursachen würden. Darüber hinaus lässt sich über Methansynthese Wasserstoff auch zu synthetischem Erdgas weiterverarbeiten, das unbegrenzt eingespeist werden kann. Der CO2-Kreislauf bei synthetischem Erdgas ist praktisch geschlossen, da die bei der Verbrennung ausgestoßene Menge bei der Herstellung gebunden worden ist. Das Angebot an Fahrzeugen, die bereits ab Werk für den Antrieb mit Erdgas vorgesehen sind, ist groß. Anders als bei den Wasserstoff-Konzepten handelt es sich hier um klassische Verbrennungsmotoren, die sowohl mit Benzin als auch mit Gas betrieben werden können. Über 900 Erdgas-Tankstellen in Deutschland – und in anderen Ländern ist das Netz oft noch besser ausgebaut – und Apps, die bei der Tankstellensuche helfen, sorgen dafür, dass man Fahrten mit Benzin weitgehend vermeiden kann.
  • Viele Konzepte statt einer Lösung

    Hält man die verschiedenen Konzepte gegeneinander, ihr derzeitig erkennbares Entwicklungspotenzial mit einbezogen, ist vermutlich gar nicht zu erwarten, dass sich nur eine Technologie durchsetzen wird. Musste man bislang nur die Frage beantworten, ob man einen Diesel oder Benziner kauft, ist die Entscheidung schon jetzt deutlich anspruchsvoller. Für Fahrten von unter 100 Kilometer – und das ist der überwiegende Anteil – ist das Elektroauto schon heute eine technisch ausgereifte Lösung. Wer mehr fährt, wird sich vielleicht für eine Brennstoffzelle oder für Erdgas entscheiden. Oder – auch hier ist bereits ein Trend zu erkennen – die Entwicklung geht ganz weg vom eigenen Auto. Die „car-sharing“- oder „car to go“-Konzepte in den großen Städten funktionieren inzwischen schnell und einfach, man braucht keinen eigenen Parkplatz. Mietwagen-Firmen ergänzen das Angebot. Je nach Bedarf kann man sich so nicht nur nach Größe und Komfort das passende Fahrzeug auswählen, sondern eben auch nach dem geeigneten Antriebskonzept.
    • Was auch immer uns in Zukunft bewegt, es wird noch einiges geforscht und entwickelt werden müssen. Das größte Sparpotential, was den CO2-Ausstoß betrifft, ist bis dahin – und das lässt sich sehr schön z. B. auf deutschen Autobahnen beobachten – der Fahrer selbst. So effizient die Motoren inzwischen auch sein mögen – das immer wieder kurzfristige Hochbeschleunigen auf über 200 km/h macht sie wieder zu den Spritschluckern von einst. Viele Hersteller integrieren in ihre Bordcomputer inzwischen Tipps für vorrausschauendes Fahren, Schaltempfehlungen oder sogar – fast schon spielerisch – Bonus-Systeme. Sie zeigen dem Fahrer an, wie viele Extra-Kilometer er sich durch sein vorrausschauendes Fahren schon erarbeitet hat und motivieren ihn so, seinen Fahrstil weiter zu optimieren.

      Ein vielversprechender Ansatz, denn eine nachhaltige, ressourcenschonende und vernünftige Mobilität wird am Ende neben der richtigen Technologie vor allem von der richtigen Einstellung abhängen. Wer das Auto – ganz gleich wie und von was es angetrieben wird – öfter mal stehen lässt, kann hier schon heute sehr viel CO2einsparen. Zu Fuß gehen und Fahrradfahren ist obendrein noch gesund und hält fit! Für weitere Strecken sind öffentliche Verkehrsmittel und Fahrgemeinschaften ein gute, oft sogar wesentlich entspanntere und mit etwas Glück auch sehr gesellige Lösung.
    • Nur wer den ersten Schritt geht, kommt irgendwann ans Ziel!

      Grüne Erde hat drei Elektroautos und sammelt so eigene Erfahrungen zum Thema Mobilität der Zukunft. Als kleinen Beitrag zur dringend benötigten Infrastruktur stellen wir unsere beiden 16 Amper Starkstrom-Steckdosen mit einer Ladekapazität von 11 kW und unsere beiden Wallboxen mit Typ 2 Stecker von Freitag 12:00 Uhr bis Sonntag 24:00 Uhr zum Aufladen von Elektroautos zur Verfügung – gratis und ohne vorherige Anmeldung.

      Unsere Ladestationen finden Sie in an folgender Adresse:
      Grüne Erde GmbH
      Hauptstraße 9
      A-4644 Scharnstein
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    • Andreas Hahn meint

      Fahren seit 18 Monaten E-Auto - würde nicht mehr tauschen. Habe seit 10 Jahren Ökostrom. Gute Idee mit der Stromtankstelle, weiter so für alle Filialen - auch in Deutschland. Mit elektrischen Grüßen Gute Idee mit der Stromtankstelle .Vi

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      Grüne Erde antwortet

      Lieber Herr Hahn, vielen Dank für Ihre Nachricht. Schön, dass Sie bereits seit langer Zeit auf Ökostrom umgestiegen sind und nun auch mit Begeisterung ein Elektroauto fahren. Leider können wir nur am Standort unserer Zentrale und Verwaltung in Scharnstein eine Ladestation zur Verfügung stellen. Wir hoffen jedoch, dass es weiterhin/generell eine positive Entwicklung betreffend flächendeckendem Ladenetz und öffentlichen Stromtankstellen in Österreich, Deutschland, ... gibt. Liebe Grüße, das Grüne Erde-Team

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    • Marcus Steiniger & Roswitha Alt meint
      CNG kann klimaneutral sein - Teil 1

      Wir haben uns vor zwei Jahren sehr bewusst für ein CNG (bislang bekannt als Erdgas) Fahrzeug entschieden. Die Gründe dafür waren der Wunsch nach nachhaltiger Mobilität bei auch großen Reichweiten. Der Vorteil von CNG gegenüber Elektromobilität liegt auf der Hand: Große Reichweite, einfacher und schneller Tankvorgang und: Klimaneutralität oder wenigstens ein geringer Schadstoffausstoß. Mit e-Gas aus der Power-to-Gas-Technologie oder aus Biomethan wie z.B. von Verbiogas ist 100% Kilmaneutralität trotz Verbrennungsmotor heute schon möglich. Ich fahre 15.000 Kilometer mit dem Biomethan aus 3 Abfallstrohballen aus er Pferdewirtschaft. Da das Abfallstroh mit dem Pferdemist sich auch natürlich zersetzt würde, würde die gleiche Menge CO2 freigesetzt wie wenn es als Methan durch meinen Motor gegangen ist. Das schöne daran: Es werden keine Energiepflanzen angebaut, damit ich Auto fahren kann. Allein mit dem Abfallstroh aus der Pferdewirtschaft in Deutschland ließen sich 4 Millionen Autos im Jahr klimaneutral bewegen. Das Gleiche ist möglich mit unserem Biomüll, unseren Fäkalien und sämtlichen organischen Abfällen möglich. In Bristol gibt es den „Poo-Bus“, der mit Methan aus Fäkalien fährt. In Spanien arbeiten VW & Seat an Verfahren mit Methan aus Kläranlagen und Algen.

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    • Marcus Steiniger & Roswitha Alt meint
      CNG kann klimaneutral sein - Teil 2

      E-Mobilität bedeutet Ausbeutung begrenzter fossiler Rohstoffe wie Lithium, Cobalt, seltener Erden unter ethisch und ökologisch oft nicht vertretbaren Bedingungen und bei derzeitigem Strommix 100-120 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer (beim Tesla sind es sogar 160 Gramm). Mein CNG-Auto emittiert bei derzeitigem Erdgasmix 60 Gramm pro Kilometer und wenn ich Verbiogas oder e-Gas tanke: 0 Gramm CO2-Ausstoß. Unsere Erfahrungen mit unserem CNG-Auto sind hervorragend: Große Strecken sind problemlos zu bewältigen, der Verbrauch liegt tatsächlich im vom Hersteller angegebenen Bereich und dieser ist mit 2,9 kg CNG tatsächlich sehr niedrig. Die Kosten sind daher ebenso niedrig: 100 Kilometer kosten uns € 3,21,- Sprit. Die Reichweite liegt mit vollem Tank bei fast 400 Kilometern und das für ca. € 12,-. Mit dem zusätzlichen Benzintank hat das Auto eine Gesamtreichweite von 600 Kilometern, andere Fahrzeuge schaffen auch das allein mit CNG. Das schöne an CNG-Autos: Feinstaub, Stickoxide, … alles das spielt bei CNG-Autos praktisch keine Rolle. Verbrannt wird reines CH4. Also kommt hinten idealerweise CO2 heraus, das aus Biomethan also sowieso schon im ökologischen Kreislauf vorhanden war und Wasser.

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      Grüne Erde antwortet

      Liebe Frau Alt, lieber Herr Steiniger, für klimaneutrales Fahren mit CNG ist entscheidend, wie das Gas gewonnen wurde. Die Möglichkeiten sind hier vielfältig und wurden von uns in dem Artikel nicht in ganzer Breite vorgestellt. Vielen Dank für den Hinweis, dass auch Biomethan eine mögliche Energiequelle ist, die praktisch "natürlich" vorhanden ist – ein weiterer Baustein für nachhaltige Mobilität. Insgesamt wird die nutzbare Menge an Biomethan nur für eine begrenzte Anzahl an Kilometern ausreichen. Es bleibt die Frage zu beantworten, ob und wie man einen schnell wachsenden Bedarf an klimaneutralem Biomethan oder synthetisch hergestelltem Gas decken könnte. Ihnen weiterhin eine gute und klimaneutrale Fahrt, vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen mit einem CNG Fahrzeug mit uns geteilt haben. Beste Grüße aus Scharnstein, das Grüne Erde-Team

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    • Albrecht Wilckens meint
      Mobilität

      Hallo Grüne Erde, vor zwei, drei Wochen kamen die goodtimes Nr. 48 mit dem großen Artikel „Was uns bewegt - Die Mobilität der Zukunft“. Ich las... und las... und las Auto... Auto.... Akku... Auto... Auto..... Auto.... Motor... Auto..... Auto. Fertig. Fertig? Nein! Ganz am Schluss dann noch tatsächlich drei Sätze zu Mobilität ohne Auto. Ob Verbrennungsmotor oder E-Antrieb: in so dicht besiedelten Gebieten wir hier im Ballungsraum Stuttgart, wo ich lebe, wirken die Autos katastrophal. 24 Stunden ein riesiger Platzbedarf (1 Stunde fahren - 23 Stunden irgendwo parken müssen), Unfallgefahr durch dilettantische und Smartphone spielende Fahrer, Flächenkonkurrenz zu den friedlichen Verkehren Fuß + Rad. Und auch optisch kann ich mir schöneres vorstellen als sich durch die Stadt quälenden Blechlawinen. Insofern wäre der Artikel besser überschrieben gewesen mit „Standortbestimmung 2017 zu E-Autos“, aber bitte nicht mit „die Mobiliät der Zukunft“. Da hat Ihr Autor etwas nicht verstanden. Mit freundlichen Grüßen Albrecht Wilckens

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      Grüne Erde antwortet

      Lieber Herr Wilckens, wir können Ihren Unmut über Blechlawinen gut verstehen und wünschen uns auch, dass die Zukunft anders aussieht. Der Artikel führt hierfür, wenn auch nur am Rande, auch Lösungen an. Neben dem Fahrradfahren und zu Fuß gehen sind hier sicher die "car-sharing" Konzepte interessant: Mehrere Menschen teilen sich ein Auto. Im Ergebnis werden die Autos häufiger benutzt und man bräuchte insgesamt deutlich weniger Fahrzeuge. Kernthema des Artikels ist allerdings, wie die motorisierte Mobilität der Zukunft aussehen könnte und vermutlich wird es auch in überschaubarer Zukunft noch Autos geben – nur, wenn es gut läuft, eben nicht mehr so viele und leisere, die weniger oder keine Schadstoffe ausstoßen. Herzliche Grüße, das Grüne Erde-Team

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    • Beck Joachim meint
      Mobilität

      Wenn man Schmid-Bleek, dem Autor des Buches "Grüne Lügen" glauben darf, ist das Elektroauto ökologisch schlechter für die Umwelt als ein Verbrennungsmotor, weil Unmengen an Erde bewegt werden muss, um an die Rohstoffe für die Akkus zu gelangen. Es stellt sich die Frage, ob es auf der Erde überhaupt genügend Rohstoffe gibt, um die Mobilität wirklich auf Elektromobilität zustellen zu können. In meinen Augen ist die einzige ehrliche nachhaltige Mobilität Radfahren. Alles andere sind Kompromisse, die die Bezeichnung "Nachhaltigkeit" nicht verdienen. Ich spreche daher bei motorisierter Mobilität nur von mehr oder weniger umweltschädlich, nie umweltfreundlich. Umweltschädlich sind alle motorisierten Antriebe. In Deutschland sind in den letzten 10 Jahren 1,5 Millionen Autos zusätzlich auf die Straßen gekommen. Will man etwas für die Umwelt tun, so muss das erste Ziel sein, die Anzahl der Autos im Land zu reduzieren und von der geringeren Anzahl zu verlangen, dass die jährliche Laufleistung geringer wird. Diese Forderung ist nicht realistisch, daher bin ich skeptisch, ob nicht am Ende mehr Resourcen und Energie verbraucht werden als zuvor. Ich für mich habe mich für ein Erdgasauto entschieden als momentan am wenigsten umweltschädliche Variante der motorisierten Mobilität. Dennoch bin ich mir sehr bewußt, dass dies nur ein mittelmäßiger Kompromiss ist. Gute Lösungen gibt es nicht werden in absehbarer Zeit auch nicht auf den Markt kommen.

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      Grüne Erde antwortet

      Lieber Herr Beck, sicherlich sind die derzeitigen Lösungen für Mobilität nur Kompromisse – wie leider viele Dinge unserer modernen Lebensweise nur Kompromisse sind und dennoch mit dem schmeichelhaften Begriff „umweltfreundlich“ belegt werden. Das Ziel ist ja dennoch, die Kompromisse zugunsten der Umwelt zu optimieren. Mit den derzeit vorhandenen alternativen Antrieben ist man zwar noch weit vom Ziel einer wirklich spürbar nachhaltigeren Mobilität entfernt, es lohnt sich aber jene zu unterstützen, die sich auf die ernsthafte Suche nach Lösungen gemacht haben. Wir bleiben optimistisch, dass bei der Herstellung von Batterien und von synthetischem Gas in Zukunft noch große Fortschritte gemacht werden. Fahrradfahren, zu Fuß gehen und auf unnötige Fahrten zu verzichten bleibt natürlich ein richtiger und wichtiger Ansatz. Die Zahl der Fahrzeuge zu reduzieren kann vor allem dann gelingen, wenn sich mehr Menschen ein Fahrzeug teilen. Die Laufleistung pro Fahrzeug sollte dann allerdings höher werden und nicht niedriger. Ein modernes Fahrzeug, das ja mit großem Energieaufwand gefertigt wurde, kann durchaus eine Laufleistung von einer Million Kilometer erreichen. Es wird aber oft schon mit weniger als 200.000 „entsorgt“, weil es die meiste Zeit einfach nur herumsteht. Liebe Grüße, das Grüne Erde-Team

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