Zertifizierungen & Gütesiegel - Qualität ist ein zartes Pflänzchen

  • Konsum ist gar nicht so einfach – zumindest wenn man ihn nachhaltig und verantwortungsvoll betreiben möchte. Wer Wert auf ökologisch hochwertige und fair produzierte Ware legt, muss seine Kaufentscheidung meist auf Grundlage von Vertrauen und schwer verifizierbaren Informationen treffen. Eine gesunde und natürliche Lebensweise wird dadurch aufwendiger, aber zum Glück nicht unmöglich!
      • Bevor durch eine Welle der Vernunft die Rückbesinnung auf die Natur, Regionalität und Fairness begonnen hat, waren es im Wesentlichen nur zwei Kriterien, die beim Einkauf eine Rolle gespielt haben: der Preis und das Produkt selbst. Was kostet es und wie sieht es aus, wie schmeckt es, wie fühlt es sich an. Auch heute ist natürlich noch immer entscheidendes Kaufargument, ob etwas günstig ist – oder im besseren Fall – gut und günstig.

        Der Klimawandel, zahlreiche Lebensmittelskandale, das Auffinden von schädlichen Stoffen in Möbeln und Kleidung oder auch einstürzende Textil-Fabriken in Ländern der Dritten Welt führten und führen dazu, dass ein Umdenken stattfindet. Die Nachfrage nach "bio“, "regional“, "fair“ und "nachhaltig“ wächst stetig. Doch während Preis, Aussehen, Anfühlen und Geschmack leicht überprüfbar sind, sieht man es einem Kleidungsstück nicht an, ob es fair gefertigt wurde – und die Auswirkungen von Giftstoffen und Chemikalien, die beim Anbau der Rohstoffe und bei der Verarbeitung eingesetzt wurden, zeigen sich erst, wenn es zu spät ist.
      • Symbole des Vertrauens

        Strengere Auflagen bei der Angabe von Herkunft und Inhaltsstoffen auf den Produkten selbst oder den Verpackungen, geschützte regionale Bezeichnungen und nicht zuletzt zahlreiche Siegel und Zertifikate sollen dem Verbraucher Sicherheit und Orientierung geben. Das Problem dabei – die verschiedenen "Versprechen“ müssen hinterfragt, verstanden und interpretiert werden. Jeder Hersteller möchte sein Produkt möglichst gut darstellen – der Umgang mit Begriffen wie "bio“, "natürlich“ oder "ökologisch“ ist auch im Rahmen des gesetzlich Erlaubten oft sehr großzügig.

        Strenger und glaubwürdiger sind externe Zertifizierungsstellen, die Siegel wie GOTS, FAITRADE oder NATRUE vergeben. Doch wer genau wissen möchte, welche Prüfverfahren und Auflagen für die Vergabe des jeweiligen Zertifikats erfüllt werden müssen – also was genau hinter dem jeweiligen Siegel steckt – kann und muss sich erst umfassend informieren. Das geht entweder im Internet auf den Seiten der Zertifikate selbst, aber auch auf Portalen wie siegelklarheit.de, wo die Anforderungen für die Verleihung der verschiedenen Siegel beschrieben und ihre Qualität beurteilt werden.
      • Gemogelt wird trotzdem

        Ein seriöses Zertifikat, das unter strengen Kriterien vergeben wird, verdient das Vertrauen der Käufer. Es ist ein zuverlässiger Nachweis dafür, dass ein Produkt auch jene Erwartungen des Käufers erfüllt, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Die zunehmende Bereitschaft mehr zu investieren, wenn etwas zu fairen Arbeitsbedingungen, nachhaltig und ohne den Einsatz von Giftstoffen gefertigt wird, ruft aber leider auch die auf den Plan, die hier nur den Profit wittern. Durch das Deklarieren von minderwertiger Ware als hochwertig können höhere Preise erzielt werden.

        Der Gewinn wächst schnell, wenn die versprochenen fairen Löhne gar nicht bezahlt oder hochwertige Textilfasern mit synthetischen Fasern vermengt werden. Auch die Siegel selbst können gefälscht sein oder siegelähnliche Symbole suggerieren eine nachhaltige und faire Herstellung. Das ist zwar zum Glück nicht der Regelfall, aber blindes Vertrauen ist dennoch nicht angebracht. Die Produktion von ökologisch nachhaltigen und fair produzierten Produkten verlangt einen kontinuierlichen und schwierigen Prozess des Überprüfens und Hinterfragens.
      • Mit geschärftem Blick

        Dass Kontrolle eine sinnvolle Ergänzung zu Vertrauen ist – diese Erfahrung macht auch Grüne Erde immer wieder aufs Neue. In der Vergangenheit wurden bei Rohstofflieferungen Qualitätsmängel festgestellt, die sicher nicht zufällig oder durch Verunreinigungen beim Verladen oder Transportieren entstanden sind. Als Konsequenz hat Grüne Erde die bereits hohen Auflagen in den Partnerschaftsverträgen noch einmal nachgebessert. Ob Schurwolle, Baumwolle oder Wildseide – jede Rohstoffcharge wird von unabhängigen Instituten auf Rückstände von Agrar- und Verarbeitungschemie, Waschmittel und Faserechtheit untersucht.

        Neben der Beimischung von weniger wertigen Rohstoffen zu hochwertigen Rohstoffen ist auch die Gentechnik ein wachsendes Problem. Die Versuchung, auf dem Weltmarkt auch für gentechnisch veränderte Baumwolle die Preise von Biobaumwolle zu erreichen, ist offensichtlich groß. Grüne Erde arbeitet gemeinsam mit Zulieferern und Partnern unermüdlich daran, das Netz an Rohstoffkontrollen noch enger und noch effizienter zu knüpfen.
      • Besonderheit Natürlichkeit

        Ganz selbstverständlich war es einst, dass Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten kommen. Das Holz für die Möbel wuchs im nahegelegenen Wald und Rohstoffe für Kleidung gewann man auf den Feldern und Wiesen in der Umgebung. Heute muss der Nachweis für Regionalität, Fairness und Natürlichkeit aufwendig erbracht werden. Um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, setzt Grüne Erde bei der Auswahl auf namhafte Institute und aussagekräftige, hochwertige Qualitätssiegel – unter anderem GOTS (Global Organic Textile Standard), das weltweit führende Regelwerk für die Verarbeitung von Naturtextilien; das internationale Qualitätssiegel für Natur- und Biokosmetik NATRUE und das Austria Bio Garantie Siegel für Duftstoffe.
      • Global Organic Textile Standard

        GOTS-zertifiziert ist Grüne Erde seit 2010 – aber das ist keine zeitlose Errungenschaft. Jedes Jahr müssen in unzählige Fragebögen die technischen, ökologischen und sozialen Hintergründe der Produktion bis ins Detail offengelegt werden. Prüfer des unabhängigen, autorisierten Schweizer Instituts für Marktökologie IMO machen sich dann vor Ort in den Produktionsstätten ein persönliches Bild und vergewissern sich von der Richtigkeit der gemachten Angaben. Erst wenn sie alles für in Ordnung befunden haben, wird das GOTS Zertifikat für Grüne Erde um ein weiteres Jahr verlängert.

        Aber damit bekommt nicht automatisch alles, was Grüne Erde herstellt oder verkauft, ein GOTS Zertifikat. Jedes Produkt wird für sich geprüft, und nur wenn die gesamte Wertschöpfungskette – vom Anbau in noch so entfernten Teilen der Welt über die Vorlieferanten bis zu Grüne Erde selbst – lückenlos dokumentiert und ebenfalls GOTS zertifiziert ist, erhält auch das Produkt diesen Status. Inzwischen ist das bei etwa 80 % der Produkte von Grüne Erde der Fall. Bei den verbleibenden 20 % ist entweder der Zertifizierungsprozess irgendwo in der Kette der Zulieferer noch nicht abgeschlossen, oder die natürlichen Gegebenheiten machen eine Zertifizierung nach GOTS nahezu unmöglich. Kamele, Yaks und Alpakas werden zum Beispiel freilaufend gehalten – sie leben damit zwar unter natürlichen Bedingungen, erfüllen aber nicht die Voraussetzungen einer kontrolliert biologischen Tierhaltung (kbT).
      • NATRUE und Austria Bio Garantie Siegel

        Wie bei Kleidung und Textilien, müssen auch bei Kosmetik und Düften die Standards zuverlässig hoch sein. Das direkte Auftragen auf die Haut oder das Einatmen eines noch so wunderbaren Geruchs hinterlässt und verbreitet nur dann ein angenehm verwöhnendes Gefühl, wenn man auch das Vertrauen in die Reinheit, Natürlichkeit und Nachhaltigkeit der Produkte haben kann. Der Anspruch von Grüne Erde ist es immer, beim internationalen Qualitätssiegel für Natur- und Biokosmetik NATRUE den bestmöglichen Standard zu erreichen. Dazu müssen mindestens 95 % der pflanzlichen und tierischen Rohstoffe eines Produktes aus kontrolliert biologischem Anbau und/oder kontrollierter Wildsammlung stammen. Auf den Verpackungen von Grüne Erde ist grundsätzlich angegeben, welchen NATRUE Standard ein Kosmetik-Produkt erfüllt.

        Ähnlich verhält es sich bei Grüne Erde mit den Duftstoffen. Das Austria Bio Garantie Siegel verlangt, dass mindestens 95 Gewichtsprozente der natürlichen Stoffe und Gemische aus biologischer Produktion stammen. Alle verwendeten Riech- und Aromastoffe müssen den Bezeichnungen der internationalen Norm ISO 9235 entsprechen und als Lösungsmittel sind nur Wasser und Alkohol erlaubt. Mit dem Austria Bio Garantie Siegel ist also sichergestellt, dass etwas nicht nur fein duftet, sondern auch fein ist!
      • Siegellos sauber

        Ein hochwertiges Zertifikat ist also eine Sicherheit für den Verbraucher, dass ein Produkt auch hält, was es verspricht. Aber was bedeutet das im Umkehrschluss? Ist dann ein Produkt ohne Zertifikat automatisch schlecht? So einfach ist es natürlich nicht. Eine Zertifizierung ist mit großem Aufwand verbunden und verursacht Kosten. Besonders für kleine Betriebe steht das oft nicht im Verhältnis zum Nutzen, den ein solches Siegel mit sich bringt. Aber gerade kleinere, regionale Betriebe sind in der Produktion und in der Landwirtschaft oft besonders nachhaltig und fair.

        Deswegen gilt es, sich nach Möglichkeit auch jenseits von Zertifikaten und Siegeln ein Bild zu machen, offen zu bleiben und im Zweifel selbst zu prüfen. Das Streben nach fairen, natürlichen und nachhaltigen Produkten ist nicht nur ein kontinuierliches Hinterfragen, sondern auch ein ständiges Suchen – zum Beispiel nach den richtigen Partnern und Zulieferern, nach verbesserten Prozessen, schonenderen Herstellungsmethoden oder effizienteren Vertriebswegen. So aufwendig und kompliziert sich das auch anhört, das Ziel ist eigentlich ganz einfach – dem Vertrauen, das Grüne Erde entgegengebracht wird, hundertprozentig und nachhaltig gerecht zu werden!
      • Der weitaus größte Teil unserer Bekleidung ist nach dem strengen GOTS (Global Organic Textile Standard) zertifiziert. An der Zertifizierung des kleineren Restes arbeiten wir konsequent.
      • NATRUE: Das internationale Bio-Kontrollsiegel ist eines der strengsten für natürliche Kosmetik.
      • Trinkkakao von Grüne Erde: nicht nur kontrolliert biologisch, sondern auch aus fairem Handel – Fairtrade.
      • Die Wohndecke Tajo ist GOTS-zertifiziert, aus 100 % biologischen Fasern, ökologisch nachhaltig und sozial fair produziert: geprüft, kontrolliert und garantiert.
      • Austria Bio Garantie: 95 Gewichtsprozent der natürlichen Inhaltsstoffe müssen aus biologischer Produktion kommen.