Freiheit für die Saatgutvielfalt

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  • Der gemeinsame Einsatz hat sich gelohnt

    Am 11. März hat das Europäische Parlament den Entwurf der Saatgutverordung mit großer Mehrheit an die Kommission zurückgewiesen! Das ist ein gemeinsamer Erfolg. Für Ihren Einsatz möchten wir uns heute bedanken!

    Es rumorte bereits im Sommer 2012.
    Das EU-Saatgutrecht stand vor einer Revision. Zu diesem Zeitpunkt fand das Ankaufen und Tauschen von Saatgut seltener Nutzpflanzen in einem gesetzlichen Graubereich statt. Wir haben Sie im September 2012 in unserer Good Times dazu aufgerufen, einen Beitrag zur Erhaltung der Saatgutvielfalt zu leisten, durch eigene gärtnerische Tätigkeit aber auch durch die Unterstützung entsprechender Aktionen von NGOs (Non-Governmental Organization) und Vereinen.

    Als Anfang Mai 2013 der erste Entwurf einer neuen Verordnung vorlag, löste er einen Sturm der Empörung bei all jenen aus, die sich mit dem Erhalt der Sortenvielfalt befassen. Der Handel und Tausch seltener Saatgutsorten würde massiv erschwert, war die einhellige Meinung. Das Problem: Die Verordnung erhebt moderne Zuchtpflanzen zum Gesetz, seltene Kulturpflanzen müssen die Ausnahme bleiben und haben nur in bürokratischen Nischen Platz. Mittlerweile haben sich europaweit bereits 800.000 Menschen bei verschiedenen Petitionen gegen diese EU-Saatgut-Verordnung ausgesprochen. Diese Menschen wollen, dass auch seltene Kulturpflanzen und ihr Saatgut am Markt erhältlich sind. Als der Agrarausschuss des EU-Parlamentes am 11. Februar die Verordnung abgelehnt hat, war der Jubel groß. Allerdings war das Votum des Agrarausschusses nur eine unverbindliche Empfehlung an das Plenum, das als nächstes abstimmen musste.

    Am 11. März war es dann soweit: Das Plenum des EU-Parlaments hat die Empfehlung des Agrarausschusses bestätigt! Mit einer Mehrheit von 511 Stimmen gegen 130 Stimmen wurde beschlossen, die EU-Saatgutverordnung zurück zur Kommission zu schicken. Damit ist die EU-Saatgutverordnung einmal vom Tisch. Iga Niznik, politische Referentin des Vereins ARCHE NOAH:

  • “Jetzt muss die EU-Kommission tatsächlich einen neuen Vorschlag ausarbeiten. Das kann auch mehrere Jahre dauern. Die ARCHE NOAH wird weiterhin Lobbying betreiben und in Brüssel die Perspektive der Vielfalt einbringen.”
  • Das ist ein Erfolg des jahrelangen Engagements von Organisationen und Gruppen, die sich für den Erhalt und die Ausweitung der Sortenvielfalt einsetzen. Es lohnt sich, wenn sich Bürgerinnen und Bürger einbringen, wenn neue Gesetze entstehen. Gemeinsam können wir viel bewirken.