Sozial, ökologisch, fair oder biologisch?

  • Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanagement Isabella Tatzberger
    Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanagement Isabella Tatzberger
    Eine engagierte junge Frau sorgt dafür, dass Grüne Erde ihren eigenen Idealen in Bezug auf Ökologie, soziale Fairness und Qualität treu – und damit bei den Kunden glaubwürdig bleibt.

    Was ist im Zweifel besser: biologisch zertifizierte Schafwolle von riesigen Farmen in Australien, die einen langen Weg nach Österreich zurücklegt – oder nicht zertifizierte, dennoch ökologisch einwandfreie Schafwolle von Kleinbauern aus dem oberösterreichischen Mühlviertel? Ist dieser oder jener Kosmetik-Rohstoff nicht nur natürlicher Herkunft, sondern auch aus kontrolliert biologischem Anbau? Ist der Kakao von Grüne Erde sowohl kbA als auch Fair Trade? Wie sieht die ökologische Bilanz der aus Zellulose hergestellten Tencel-Faser aus und käme sie für Grüne Erde infrage?

    Solche komplexen Fragen, auf die es nur selten einfache Antworten gibt, sind das tägliche Brot von Isabella Tatzberger: Sie ist bei Grüne Erde für Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanagement zuständig.
  • Hohe ökologische Qualität

    Zu ihrem Job gehört etwa, die Einkaufs- und Produktionsrichtlinien des Unternehmens in Bezug auf ökologische Nachhaltigkeit und soziale Verträglichkeit kritisch zu bewerten, zu präzisieren, für deren Einhaltung zu sorgen und das Sortiment noch nachhaltiger zu gestalten. „Dabei arbeite ich natürlich eng mit dem Produktmanagement zusammen“, so Tatzberger. „Um einen hohen ökologischen Standard zu gewährleisten, bin ich auch dafür zuständig, dass wir unsere Rohstoffe und Produkte von unabhängigen Prüfinstituten regelmäßig auf Chemikalienrückstände oder etwa Faserechtheit untersuchen lassen.“
  • Von Niederösterreich nach Costa Rica

    Ökologische Themen begleiten die junge Niederösterreicherin schon lange: Die Matura legte sie an einer Höheren Lehranstalt für Umwelt und Wirtschaft ab, 2004 begann sie im Grazer Grüne Erde-Store, kennt also die Wünsche und Sorgen der Kunden genau. In Costa Rica hat sie an Projekten für Umwelterziehung mitgearbeitet und Schildkröteneier vor Plünderungen bewacht. Derzeit ist Isabella Tatzberger in der Endphase ihres Studiums der Umweltsystemwissenschaften. Nachdem sie einen Lehrgang für Nachhaltigkeitsmanagement und Corporate Social Responsibility (Sozialverantwortung von Unternehmen) absolviert hatte, wechselte sie vom Verkauf an den Schreibtisch. Hier durchforstet sie nun ganze Wälder an Daten, Informationen und Richtlinien, analysiert, dokumentiert und bereitet Entscheidungsgrundlagen vor.
  • Und da kommen auch die von ihr betreuten Zertifizierungen ins Spiel, also die Vergabe von Prüflabels für Grüne Erde-Produkte. „Bereits jetzt werden rund 80 % unserer Modekollektion nach den Richtlinien des Global Organic Textile Standard GOTS gefertigt, zertifiziert und gekennzeichnet. Unser Ziel ist, alle Teile der Kollektion, die zertifizierbar sind, nach diesem extrem hohen Standard herzustellen und zertifizieren zu lassen.“

    • Baumwolle
      Baumwolle
    • Ökologische Naturtextilien
      Ökologische Naturtextilien
    • GOTS zertifiziere Naturmode
      GOTS zertifizierte Naturmode
  • Textile Produkte dürfen das GOTS-Label nur dann tragen, wenn ausnahmslos jeder an Herstellung und Verkauf des Artikels beteiligte Betrieb GOTS-zertifiziert ist.
  • “Dass Grüne Erde Naturmaterialien verarbeitet und ökologisch sauber produziert, wird von den Kunden bereits als selbstverständlich vorausgesetzt. In letzter Zeit bekommt die soziale Frage eine immer größere Bedeutung, also: Wo und unter welchen Bedingungen werden die Produkte hergestellt? Besonders wichtig ist dies etwa bei Bekleidungstextilien, die außerhalb Europas gefertigt werden”
    Isabella Tatzberger, Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanagement
  • Strenges Regelwerk für Öko-Textilien

    Der GOTS ist ein sehr strenges Regelwerk für ökologische Textilien: Es sichert die biologische Herkunft der Fasern sowie deren umwelt- und sozialverträgliche Verarbeitung über die gesamte Produktionskette hinweg. Tatzberger: „Im Klartext heißt das: Ein Shirt, eine Jeans oder eine Bettwäsche darf das GOTS-Label nur dann tragen, wenn ausnahmslos jeder an Herstellung und Verkauf des Artikels beteiligter Betrieb GOTS-zertifiziert ist – vom Faserproduzenten über Spinnerei, Weberei, Färberei und Näherei bis zu Grüne Erde.“
    Auch die firmeneigene Textilwerkstätte im oberösterreichischen Almtal, aus der Bettwäsche, Matratzen- und Kissenbezüge kommen, wird von einer unabhängigen Prüfstelle jährlich in Bezug auf die Einhaltung der GOTS-Regeln streng überprüft. Dabei sind viele Details entscheidend. Isabella Tatzberger weiß: Manchmal sind Öko-Richtlinien kniffliger als das Bewachen von Schildkröteneiern …
  • Im QUL-Vorstand

    Anfang Mai 2016 wurde Isabella Tatzberger zum Mitglied des fünfköpfigen Vorstands des Qualitätsverbandes Umweltverträgliche Latexmatratzen (QUL – www.qul-ev.de) gewählt. Außerdem ist sie in der „Kriterien-Kommission“ des QUL, der an der ökologischen Weiterentwicklung der Standards arbeitet.