Weil wir kein "gewöhnliches" Unternehmen sind ...

  • Selten zuvor haben Kunden so heftig auf eine Grüne Erde-Stellungnahme reagiert wie auf unsere jüngste Empfehlung, Alexander Van der Bellen zum österreichischen Bundespräsidenten zu wählen.
  • Ähnlich emotionale Reaktionen – positive wie negative – gab es etwa 1993, als wir uns im Grüne Erde-Katalog klar gegen ein damals in Österreich laufendes „Anti-Ausländer-Volksbegehren“ aussprachen. Oder im vergangenen Februar, als wir im Kundenmagazin Good Times zur Unterstützung von Flüchtlingen und Asylwerbern in Österreich aufriefen und den Beitrag der Grünen Erde darstellten.

    Offenbar haben wir mit der Wahlempfehlung ein Thema berührt, das polarisiert. Wir waren uns bewusst, dass wir damit bei einigen Kunden anecken würden und mussten bereits in Kauf nehmen, dass die eine oder andere Bestellung aus „politischen“ Gründen storniert wurde.
  • Wenn nicht jetzt klar Stellung beziehen, wann dann?

    Wir haben lange darüber nachgedacht: Sollen wir überhaupt eine Wahlempfehlung abgeben? Wir haben uns für „Ja“ entschieden, weil wir überzeugt sind: Ein Unternehmen mit der Herkunft, der Geschichte und der gesellschaftspolitischen Rolle der Grünen Erde hat in Zeiten politischer Unsicherheit geradezu die Pflicht, klar Stellung zu beziehen.

    Hätten wir unsere Wahlempfehlung aus Marketing-Gründen ausgesprochen, wie uns manche Leserbriefschreiber vorwerfen, wären wir schlechte Kaufleute. Denn wenn man auf „Nummer sicher“ gehen und es sich nur ja mit niemandem verscherzen wollte, weil man sich zu seiner Einstellung bekennt, dürfte man sich zu kontroversiellen, politischen Themen gar nicht äußern.

    Manche Kunden kritisierten auch, dass wir ihre E-Mail-Adresse missbraucht hätten, um politische Ziele zu verfolgen.
  • Zu all dem ist zu sagen:

    Die Grüne Erde ist – und war nie – ein „gewöhnliches“ und politikfreies Unternehmen. Denn kompromisslos sozial fair hergestellte, ökologische Produkte aus Naturmaterialien sind per se „politisch“.
    Wir sind ein Unternehmen mit klaren Wertvorstellungen und haben seit der Gründung 1983 immer das Ziel verfolgt, die Welt mit unserem Denken und Handeln sowie mit unseren Produkten sozial fairer und ökologisch besser zu machen. Und das ist nun einmal ein eminent gesellschaftspolitisches Ziel!

    Für die Erreichung von Zielen ist Politik – im konkreten Fall die österreichische Bundespräsidentenwahl – ein wichtiger Teilbereich. Unsere Unterstützung gilt dem Kandidaten Alexander Van der Bellen deshalb, weil er soziale, ökologische und gesellschaftspolitische Werte vertritt, die wir teilen.
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    • August Baldinger meint
      Bundespräsidentenwahl

      Ich teile Ihre Bedenken gegen den freiheitlichen Bundespräsidentschafts-Kandidaten vollinhaltlich. Die Wertvorstellungen von Grüne Erde und der FPÖ passen einfach nicht zusammen. Lasst Euch nicht einschüchtern. den Vor

      Antworten

    • Rainer Gebhardt meint
      Moral und Geschäft

      Daß Sie als Unternehmen eine politische Wahl treffen, die Ihnen wirtschaftlich etwas bringt, kann ich verstehen. Daß Sie aber Ihre Kundschaft wie Schafe in Ihr politisches Gatter zu treiben versuchen, indem sie Ihre wirtschaftlichen Interessen als bessere Moral verkaufen, ist übler Ablasshandel. Auf die Spitze getrieben, verlangen Sie von Ihren Kunden demnächst womöglich noch die Mitgliedschaft bei den Grünen.

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      Grüne Erde antwortet

      Sehr geehrter Herr Gebhardt! Dass uns unsere politische Stellungnahme „wirtschaftlich etwas bringt“, wäre schön, stimmt aber leider nicht. Im Gegenteil: Wir mussten bereits einige Stornierungen seitens Kunden in Kauf nehmen, die politisch anderer Meinung sind als wir. Unsere Kunden sind gewiss keine „Schafe“, die sich von uns in ein „politisches Gatter“ treiben lassen, sondern intelligent genug, selbst ihre Entscheidungen zu treffen. Und, auch in diesem Punkt können wir Entwarnung geben: Man darf bei Grüne Erde auch weiterhin einkaufen, ohne Mitglied bei den Grünen (oder bei irgendeiner anderen Partei) sein zu müssen.

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      Reinhard Kepplinger antwortet
      Moral und Geschäft

      Würden wir unsere Empfehlung für Alexander Van der Bellen aus wirtschaftlichen Grünen geben, hätten Sie Recht, Herr Gebhardt. Es ist jedoch ganz das Gegenteil: Wahlempfehlungen lösen auch Widerspruch aus, das war uns bewußt und diese hat uns auch Stornierungen von Bestellungen eingebracht. Dennoch stehen wir dazu, aus moralischen und nicht aus wirtschaftlichen Gründen!

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    • Gabriel Lauchard meint
      meine Meinung

      es gibt aber nur 1 wirklich unabhängige Kandidatin !!

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    • Gabriel Lauchard meint
      meine Meinung

      sehr spannende Wahl ja ! !!!!

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    • Kerstin Wonneberger meint
      Bundespräsidentenwahl in Österreich

      Ich wohne nicht in Österreich und kenne das Wahlprogramm von Van der Bellen nicht. Aber generell bin ich der Ansicht, dass auch ein Unternehmen eine Meinung haben darf und diese auch artikulieren können muss. Hinter einem Unternehmen stehen Menschen, die ihre Meinung frei äußern dürfen. Meinungsfreiheit ist eine essentielle Freiheit der Menschen. Ich kann deshalb nicht nachvollziehen, weshalb jemand schöne Möbel oder andere schöne, fair produzierte Dinge wieder abbestellt, weil das entsprechende Unternehmen seine Meinung frei äußert. Allerdings dürfen selbstverständlich auch diese Menschen eine Meinung haben. Wenn Grüne Erde-Produkte aufgrund des Firmenstatements und die eigene politische Ansicht nicht "zusammenpassen", muss man das auch akzeptieren.

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