Wieviel ist genug?

  • Ein Plädoyer für ein gutes Leben…

    Hand auf’s Herz: haben Sie schon genug für ein gutes Leben? Wieviel ist schon genug? Wir in der wohlhabenden, westlichen Welt haben im Allgemeinen genug um unsere Bedürfnisse abzudecken. Allerdings öffnet sich auch in unserer „reichen“ Gesellschaft die Schere zwischen immer größerem Konsum und immer größerer Armut konstant. Angesichts von Banken- und Wirtschaftskrise fühlen wir uns aufgerufen, unsere Denkmuster zu hinterfragen. Die von Politik und Wirtschaft getrommelte Antwort auf unsere Probleme lautet Wirtschaftswachstum. Wird mehr gekauft, entstehen mehr Arbeitsplätze, die Wirtschaft kommt in Schwung und alle profitieren davon. Parallel dazu steht drückend die Frage im Raum: Wieviel Wachstum ist in einer begrenzten Welt möglich?

    Robert und Edward Skidelsky zeigen in ihrem Buch „Wie viel ist genug“ anhand der Aussagen der wichtigsten Denker und Ökonomen von der Antike bis ins 21. Jahrhundert auf, wie sehr sich der Begriff vom guten Leben wie auch unser Moralbegriff gewandelt hat. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der Kapitalismus uns, bei allem Fortschritt, der Fähigkeit beraubt hat, den erworbenen Reichtum auf zivilisierte Weise zu nutzen.

  • Muße als Tätigkeit ohne äußeren Zweck

    Was sie für unsere Gesellschaft fordern, ist mehr Muße, und meinen damit nicht Untätigkeit: „Muße im wahren heute beinahe vergessenen Sinn bedeutet Tätigkeit ohne äußeren Zweck“. Um dahin zu gelangen, wäre unter anderem eine deutliche Verringerung der Arbeitszeit von Nöten. Hier wird der große Ökonom des 20ten Jahrhunderts, John Maynard Keynes zitiert. In einem 1930 veröffentlichten Aufsatz meint er, dass wir spätestens 2030 bei einer Wochenarbeitszeit von 15 Stunden mindestens so viel verdienen würden wie zuvor durch Ganztagsarbeit und dass die Früchte der Arbeit gleichmäßiger über die Gesellschaft verteilt sein würden. Der Mensch würde laut seiner These „zum ersten Male seit seiner Erschaffung […] vor seine wirkliche, seine beständige Aufgabe gestellt sein: wie er seine Freiheit von drückenden, wirtschaftlichen Sorgen nutzt, wie er seine Jagd nach immer mehr endet. Tatsächlich aber dreht sich das Rad des überhitzten Konsums immer schneller. Robert und Edward Skidelsky weisen historische Zusammenhänge nach. Politische Entwicklungen der 1980iger Jahre, insbesondere Weichenstellungen der Regierungen Reagan und Thatcher hätten den Weg zu immer größerem Wachstum freigemacht, indem die Märkte vom Einfluss des Staates befreit wurden. Damit jedoch schwand nach und nach jedes Interesse an den sozialen Folgen dieses Wachstums.
  • Wieviel ist genug?

    Robert & Edward Skidelsky

    Vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens

    318 Seiten
    Übersetzt von Ursel Schäfer, Thomas Pfeiffer
    ISBN 978-3-88897-822-7
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