Zero Waste – Null Abfall

  • Zero Waste: weg vom Prinzip „Produzieren-Konsumieren-Wegwerfen“, hin zu „Wiederverwenden-Reparieren-Rezyklieren“. So werden aus Abfällen wertvolle Rohstoffe. Wie bei Grüne Erde.

    Einerseits: Jeder EU-Bürger produziert jährlich fünf Tonnen Abfall, von denen nur knapp ein Drittel effektiv rezykliert wird. Andererseits: Marmelade aus überschüssigen Früchten, die sonst weggeworfen würden. Taschen aus alten LKW-Planen und Kaffeesäcken. Gürtel aus ausgemusterten Feuerwehrschläuchen. Modische Kleidung aus ideenreich umgearbeiteten Alttextilien. Rinderfutter aus Maische, die in Brauereien anfällt: Kreislaufwirtschaft heißt heute „Zero Waste“ – null Abfall. Der Gedanke dahinter: weg von „Produzieren-Konsumieren-Wegwerfen“, hin zu „Wiederverwenden-Reparieren-Rezyklieren“ von Materialien und Produkten. So wird Abfall zur wertvollen Ressource.
  • Kissenfüllungen aus Naturlatexverschnitt

    • “In unserer Matratzenproduktion und Sofapolsterei fallen jährlich etwa 4.000 kg Verschnitt von hochwertigem Naturlatex an, die direkt bei uns im Haus sinnvoll weiterverarbeitet werden.”
    • sagt Thomas Svoboda, verantwortlich für die in der „Rittmühle“ im oberösterreichischen Almtal untergebrachte Textilproduktion der Grünen Erde. Was passiert damit? Die Latexreste werden in einem Häcksler zu Flocken zerkleinert und dienen als erstklassiges Füllmaterial für elastische Schlafkissen.

      Auch von den Schafschurwollresten wird kein Fitzelchen vergeudet: Einen ganz kleinen Teil verwendet man zum prallen Ausstopfen der Matratzenecken. Der Löwenanteil der Reste jedoch – ca. 1.200 kg feinste österreichische Schafschurwolle pro Jahr – wird an den langjährigen Lieferanten, einen Mühlviertler Naturfaservlies-Produzenten, zurückgeschickt, der sie in seinem Werk aufbereitet und zu neuen Schurwoll-Vliesen verarbeitet.

      „Sogar die Kartonrollen, auf denen die Vliese aufgewickelt waren, sammeln wir und schicken sie an den Vlies-Hersteller zur Wiederverwendung zurück“, sagt Renate Kaiser. Die Leiterin der Grüne Erde-Matratzenwerkstätte und Schneiderei ist seit über 30 Jahren im Unternehmen: Der respektvolle und daher auch sparsame Umgang mit wertvollen Naturmaterialien war ihr schon in Fleisch und Blut übergegangen, als das Schlagwort „Zero Waste“ noch unbekannt war.
  • Schmetterlinge aus Stoffresten


    Auch bei der Konfektion von Bettwäsche fällt Verschnitt an: hochwertige Naturstoffe aus Leinen, Baumwolle und Halbleinen, die gleich an Ort und Stelle zu 10 x 10 cm kleinen, mit Lavendel gefüllten Duftsäckchen verarbeitet werden. Renate Kaiser: „Davon nähen wir jährlich rund 115.000 Stück – was ungefähr 3.700 m Laufmetern Stoff entspricht.“

    Größere Stoffreste aus der Bettwäschefertigung werden zu jährlich etwa 15.000 Versand- und Lagersäckchen für lose Schurwolle, Lavendelblüten, Kräuter, Dinkel und Hirse umgearbeitet, die viele Kundinnen gern zum (Nach)Füllen ihrer Kissen bestellen. Und aus den nicht einmal taschentuchgroßen Stoffresten, die selbst für niedliche Duftsäckchen zu klein sind, werden breite, verstürzte Bänder zum Zubinden der Bettwäschegarnituren genäht: jene Bänder, aus denen die mittlerweile klassischen, dekorativen „Schmetterlingsknoten“ gebunden werden.

    Grüne Erde-Polstermöbel sind mit erstklassigen Stoffen aus reiner, naturbelassener Schurwolle bezogen. Dabei bleibt immer etwas Stoff übrig, selbst wenn Schnittschablonen und -führung noch so ausgetüftelt sind. Diese wertvollen Reste – jährlich etwa 300 bis 400 kg – werden in einer kleinen Mühlviertler Weberei zu rund 120 hochwertigen Fleckerlteppichen – den „Fliegenden Teppichen“ aus dem Grüne Erde-Katalog – verarbeitet.
  • Wärme aus Holzabfall

    • Schauplatzwechsel ins Kärntner Dorf Gallizien:
    • “Holz ist unser wertvollster Rohstoff, unser kostbarstes Gut. Da achten wir von vornherein darauf, dass so wenig Verschnitt wie möglich entsteht.”
    • so Martin Reiber, Leiter der Grüne Erde-Tischlerei, die im Frühjahr 2015 in eine neu übernommene und adaptierte Produktionshalle übersiedelt und in Bezug auf Umwelttechnik und Energieeffizienz den neuesten Standards entspricht.

      Reiber und seine Mitarbeiter versuchen, durch geschickte Sortierung und Längenoptimierung der Bretter und Pfosten – abhängig vom daraus zu fertigenden Möbelteil – den Verschnitt auf ein Minimum zu reduzieren. Also zuerst große Teile aus dem Holz herauszuschneiden – etwa für Betthäupter – und dann immer kleiner werdende, zB. Ladenfronten für Bettkästchen. Martin Reiber: „Aus ganz kleinen Holzresten können wir immer noch Verbindungsteile, Keile, Dübel, Zapfen und Laschen schneiden oder drechseln.“

      Jene Holzreste, für die man in der Werkstatt gar keine Verwendung mehr findet, weil sie zu klein sind oder aufgrund von eingewachsenen Ästen oder anderen Fehlern aussortiert wurden – insgesamt etwa 10 m3 pro Monat –, zerkleinert man zu Hackschnitzeln, die zusammen mit den Säge- und Hobelspänen in der Biomasse-Anlage der Tischlerei kohlendioxidneutral verbrannt werden. „Damit erzeugen wir das ganze Jahr über die gesamte Wärme für Heizung und Warmwasser in unserem Betrieb selbständig und unabhängig“, freut sich Martin Reiber. So wird eine Fläche von immerhin 12.500 m2 (zwei Fußballfelder!) mit Wärmeenergie versorgt – wohlgemerkt mit „Abfall“.
  • Hobelspäne als „Schlafmittel“

    Viel zu schade zum Verbrennen allerdings wären die Hobelspäne der Zirbe. Sie entgehen dem Feuer und erfüllen eine noblere Aufgabe: In großen Säcken gelangen sie von der Tischlerei in Kärnten in die Textilproduktion nach Oberösterreich. Dort werden sie bei einigen Matratzenmodellen zwischen die Vlies-Schichten gestreut. Oder sie dienen – vermischt mit Kapok oder Schurwolle – als duftende Kissenfüllung. Denn, wie die Alpenbewohner seit Jahrhunderten aus Erfahrung wissen, der angenehme, würzige Zirbenduft wirkt sich beruhigend auf den Organismus aus und fördert das Ein- und Durchschlafen.

    De facto gibt es also in der Grüne Erde-Tischlerei keinen Holzabfall, der nicht sinnvoll verwertet würde: Zero Waste eben.
    • Diskutieren Sie mit!

      Aus dem übriggebliebenen Obst wird ein leckerer Smoothie, aus dem ausgediehnten Lieblings-Shirt eine neue Handtasche, aus Euro-Paletten wird eine Gartengarnitur? Diskutieren Sie mit und erzählen Sie uns von Ihren Ideen Reste sinnvoll zu verwerten?

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    • gerda meint
      Zero Waste

      Mein Wunsch wäre, daß auf der Website von Grüne Erde so etwas wie ein "Flohmarkt" zu finden wäre. Wenn Sachen nicht mehr gefallen oder nicht mehr passen, sollten wir diese ja günstig weitergeben können. Hab das bei GEA gesehen und seitdem bekommen die Schuhe meiner Enkerl immer einen neuen Besitzer der grosse Freude damit hat. Nicht jeder kann, auch wenn er wollte, sich immer etwas Neues kaufen - und Müll wird auf diese Art auch vermieden.

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      Grüne Erde antwortet

      Liebe Frau Gerda! Auf unserer Website haben Sie in der Rubrik "Tauschbörse" die Möglichkeit - nicht mehr benötigte Grüne Erde-Produkte - weiter zu geben. Schicken Sie uns ein E-Mail mit den wesentlichen Informationen an tauschboerse@grueneerde.com. Ihr Inserat bleibt bis Ende des 2. Monates im Internet, bei vorzeitiger Erledigung bitte melden, damit wir das Inserat herausnehmen. Hier der Link zu unserer Tauschbörse www.grueneerde.com/tauschboerse

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    • Anne Tieseler meint
      Grüner Alltag

      Wir leben im Alltag nach Zero Waste Prinzipien. Wir kaufen (fast) komplett verpackungsfrei ein, nehmen keine Werbegeschenke an, lehnen Strohhalme, Servietten und Co dankend ab, leben minimalistisch, ernähren uns bio und vegan. Wie wir dabei glücklich, gesund und inmitten der heutigen Gesellschaft leben, dokumentieren wir auf www.grüneralltag.de mit vielen praktischen Alltagstipps, die jeder sofort umsetzen kann. Zero Waste bedeutet in erster Linie, Müll gar nicht erst entstehen zu lassen.

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    • Gabriel Lauchard meint
      meine Beispiele

      Danke das man hier seinen Kommentar abgeben kann! Ich bin ein sehr sparsamer und ressourcenschonender Mensch! Wasser vom Hände waschen verwende ich als Fußbad! Leidenschaftlich spare ich Papier, leere Zettel die auf der Rückseite noch leer sind, verwende ich als Schmierpapier! Servietten vom Restaurantbesuch die noch halbwegs sauber sind, verwende ich als Küchenrolle Ersatz! Perfekt! Danke !

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    • Teiwes meint
      alte Jeans

      Aus alten kaputten oder nicht mehr passenden Jeans nähen wir uns für den Eigenbedarf tolle Taschen oder Bezüge für Beistelltische und alte Sessel - jedes Teil ein Unikat.

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    • Elfriede Schweighofer meint
      "Um-Welt"

      Der größte Fehler wurde mit der Erfindung des Wortes "Umwelt" gemacht. Es hört sich an, als würde es zwischen der "Um-Welt" und mir einen Abstand geben. Das ist der Fehler: Es gibt nur eine "Welt", und ich bin ein Teil von Ihr.

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