Gedankengang - Wandern als Mittel der Entschleunigung

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  • Bewusstes und achtsames Wandern hat nicht nur gesundheitliche Vorzüge, sondern ist auch ein Weg zur inneren Einkehr. Eine Anregung zur Entdeckung der Langsamkeit.
  • Das gleichmäßige Knirschen der Bergschuhe auf dem groben Schotter gibt wie ein Metronom den Rhythmus vor, auf dem der raschelnde Wind, die trällernden Vögel und das plätschernde Bächlein ihre Symphonie komponieren. Während die warmen Sonnenstrahlen durch das tausendgrüne Blätterdach spitzeln und die kühle Waldluft die müden Lungen füllt, fallen mit jedem Schritt die Gedanken und Gefühle mehr und mehr ab und machen den Geist frei für die mannigfaltigen Impressionen ringsum.

    Bewegung im Freien ist nicht nur gut für die körperliche Gesundheit, sondern auch eine Wohltat für die reizüberflutete Seele – vorausgesetzt, man lässt sich auf das ganzheitliche Erlebnis der Natur und die Trance der Schritte ein. Doch viele stapfen stumpfsinnig durch die Landschaft und jagen auch in ihrer Freizeit dem ewigen „Höher, schneller, weiter!“ der Leistungsgesellschaft hinterher. Im Gegensatz dazu führt bewusstes Wandern nicht nur zurück zur Natur, sondern wie eine Meditation auch zum Kern des eigenen Seins.
  • Rausch der Raserei

    Über Jahrmillionen war Schritttempo die natürliche Höchstgeschwindigkeit des Menschen: Seit er zum ersten Mal aufrecht durch die Savanne streifte, sind seine Sinne darauf programmiert, die Eindrücke aus seiner Umgebung im Takt der Füße zu erfassen und zu verarbeiten. Doch mit der Erfindung der Eisenbahn, des Autos, der Flugzeugs setzte eine zunehmende Beschleunigung des Lebens ein. Die Gesellschaft verfiel einem regelrechten Rausch der Raserei, der längst nicht mehr nur die Art der Fortbewegung, sondern alle Lebensbereiche umfasst.

    Die Uhr ist zum Maßstab unserer Arbeit und unserer sozialen Beziehungen aufgestiegen. „Ich habe keine Zeit“, seufzen die Überforderten, Überreizten und Überspannten, um gleich wieder zum nächsten Termin zu hetzen. Selbst bei Sport und Erholung gibt der Sekundenzeiger den Takt vor: Weil der moderne Mensch das Gefühl für die Grenzen des eigenen Körpers verloren hat, verlässt er sich auf Pulsgurte, Schrittzähler und Handy-Apps, um Kalorienverbrauch, Muskelaufbau und Leistungskurve zu optimieren.

    Besonders skurrile Blüten treibt dieses Phänomen beim Trekking, wie Wandern heute von der Freizeitindustrie genannt wird: Ausgestattet wie eine Himalaya-Expedition mit grellbunter Outdoor-Bekleidung, satellitengesteuertem GPS-Gerät und Multivitamin-Funktionsnahrung, brettern die Abenteuer Suchenden mit dicken SUVs hinaus ins Grüne oder jetten gar in ferne Lande, um trotz mangelnder Erfahrung und Ausdauer auf die höchsten und steilsten Gipfel zu klettern – kein Wunder, dass die Bergrettung immer öfter zu gefährlichen Einsätzen ausrücken muss.
  • Vom Gehen zum Sich-gehen-lassen

    Nicht nur der Körper, auch das menschliche Gehirn kann mit diesem Tempo auf Dauer nicht Schritt halten. Wer sich aber gemessenen Schrittes auf das Erleben der Natur einlässt, den erwartet eine Fülle an Vorzügen: Neben der Schönheit der Landschaft und der Vielfalt der Tierwelt verheißt bewusste Bewegung im Freien sanfte Heilung für die Seele, wie britische Forscher von der University of Essex nachgewiesen haben. Demnach lindern schon kurze Aufenthalte im Grünen Stress und Depressionen, stärken das Selbstwertgefühl und hellen die Stimmung nachhaltig auf. Eine kostenlose Psychotherapie ohne Medikamente und langwierige Sitzungen also.

    Doch damit nicht genug: Achtsames Wandern wirkt wie eine Meditation, die zur eigenen Mitte führt. Im Gegensatz zur fernöstlichen Tradition befreit man dabei nicht den Geist von allen Gedanken und Emotionen, sondern füllt ihn bis zum Rand mit vielgestaltigen Sinneseindrücken und dem Rhythmus der Schritte.

    Das Gehen wird zu einem Sich-gehen-lassen. Anstelle der zielgerichteten Bewegung hin zu einem bestimmten Ort tritt das absichtslose Unterwegs-sein, statt der spektakulären Sehenswürdigkeiten sucht man die kleinen Unscheinbarkeiten am Wegesrand, anstelle der singulären Gipfelsiege geht es um die gesamte Gegend, die man mit offenem Auge und offenem Herzen durchschreitet und dabei in ihrer umfassenden Ganzheit erlebt.
  • Der Beginn der Philosophie

    Um dies zu erreichen, wählt man am besten einen vertrauten Landstrich unweit der eigenen Wohnstatt. So entfällt sowohl die mühsame Orientierung in ungewohntem Gelände als auch eine stundenlange Anreise auf der Autobahn, die der Entspannung im Wege steht. Nichts soll von Begegnung mit der Natur ablenken. Das gilt auch für die rotierenden Gedanken an Büro-Alltag oder Beziehungsprobleme, die einem auf einer Wanderung üblicherweise begleiten und beschäftigen.

    Sind der Geist frei und die Sinne offen für die Umwelt, dann sieht man nicht nur mehr, sondern auch anders: Das gemächliche Wandertempo durchbricht die gewohnte Perspektive der automobilen und digitalen Alltagshektik und ermöglicht einen neuen Zugang zum durchwanderten Raum, bei dem statt der Quantität die Qualität der Eindrücke zählt. Ohne Zeitdruck hält man mitten im Gehen inne, um über die raffinier- ten Details der Natur in kindlich-neugieriges Staunen zu verfallen – und dieses Staunen ist, so sagte es schon Aristoteles, der Beginn der Philosophie: Die raue Oberfläche eines Felsblocks, die knorrige Rinde eines Apfelbaums, der irrlichternde Flug eines Zitronenfalters sind nicht mehr bloße Kulisse bei der körperlichen Ertüchtigung, sondern sprechen zu uns über die Wunder der Schöpfung.
      • Die doppelte Entdeckung der Langsamkeit

        Die Impressionen entgleiten allmählich dem Kontrollzwang des Verstandes, der jedes Objekt in das strenge Korsett der Rationalität zwängen will: Schön, hässlich, nützlich, unnütz, gut, schlecht – die Natur entzieht sich jeglichen Einordnungsversuchen und Wertekategorien. Sie ist, was sie ist. Und man selbst ist Teil davon. Diese Verbundenheit mit dem Ursprünglichen vermittelt eine tiefgreifende Ruhe, Geborgenheit und Heiterkeit – ein Gefühl, das mit regelmäßiger Übung noch Tage später anhält. Die Langsamkeit, für die ansonsten kein Platz mehr scheint in unserer Gesellschaft, wird so zu einer doppelten Entdeckung: zu einem neuen Blickwinkel sowohl auf die Natur als auch auf uns selbst.
      • “Was ich nicht erlernt habe, das habe ich erwandert.”
        Johann Wolfgang von Goethe
  • Foto: Fotolia
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      Gehen Sie mit der Stoppuhr auf den Berg oder sehen Sie den Weg als das Ziel? Aber Wandern ist nur eine von vielen Möglichkeiten das Leben zu entschleunigen. Wie versuchen Sie dem Rausch der Raserei zu entkommen?

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    • Weitere spannende Artikel

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    • Marianne meint
      Ich wandere mich frei

      Liebes Grüne Erde Team Wir besitzen kein Auto und erleben unseren Tag immer zu Fuss oder mit dem Fahrrad. So oft es geht, gehen wir alle raus in die Natur und spazieren oder wandern. Wenn man die Pflanzen, Bäume, Berge und das Wasser auf sich wirken lässt, spürt man wie die Gedanken frei werden. Wie sich vor einem immer mehr schöne Dinge auftun. Plötzlich sehen wir so viel, seien es bunte Schmetterlinge fliegen oder eine Gämsenfamilie die zwischen den Felsen kraxelt. Die Luft riecht nach Blumen oder vielleicht auch nach Salz und du hörst das Wasser rauschen, die Vögel schreien und du spürst wie schön und perfekt doch Gott die Welt schuf.

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    • Gabriel Lauchard meint
      meine Meinung

      alles interessante Beiträge !

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    • Carmen Dreier-Zwetti meint
      Arbeit als Erdung

      Arbeit in unserer Landwirtschaft, die seit 27 Jahren Bio geführt wird, ist eine wunderbare Erdung. Zum einen, weil mich der Rhythmus der Jahreszeiten immer wieder auf den Boden zurückholt. Zum anderen weil das Wetter einen ins Hier und Jetzt holt, Planungen in Frage stellt. Ich liebe diese Arbeit mit den saften Gesetzmäßigkeiten der Natur.

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    • Petra Schuseil meint
      Zeit für mich: Nichts tun

      Liebes Grüne Erde Team, Ihnen möchte ich auf diesem Weg ein herzliches Dankeschön sagen für Ihre inspirierenden Newsletter und "Good Times". Ich habe sogar ein Buch geschrieben: Find Dein Lebenstempo mit vielen Anregungen, das ich Ihnen zuschicken werde. Wandern ist das Beste was es gibt. Seitdem wir in der Schweiz leben, drehe ich jeden Tag eine Runde durch den Wald. Da ich aber immer etwas tue oder organisiere oder schreibe, ist das für mich Schönste: Mit einem Tee auf der alten Kachelofenbank sitzen und NICHTS tun. Das ist eine Herausforderung! Atmen. Einfach nur sitzen. Da komme ich zur Ruhe, werde ich gelassen. Herzlicher Gruß vom Zürichsee. Petra Schuseil

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    • Regina Fahrenschon meint
      Ein ruhiges Herz

      Sehr geehrtes Grüne Erde Team, herzlichen Dank für den Beitrag. Die Zeilen über das wandern habe ich mit Freude gelesen und empfinde das Gehen immer wieder als heilsam. Entweder meditativ oder eben wandernd auf dem Feld hinterm Haus oder tatsächlich bei einer Sonnenaufgangswanderung an freien Tagen ... Ich versuche die Erfahrung im Inneren zu bewahren und mein Herz zur Ruhe kommen zu lassen. Gelernt habe ich dies im QI Gong und bin dankbar dafür.

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    • Bergamin meint
      Entdecke die Langsamkeit

      Nehme anstelle des Autos zum einkaufen immer das Fahrrad. Habe das Glück einen Garten zu haben und so ist die Langsamkeit auch gegeben in Beobachten der Natur in irgendwelcher Form.Habe auch kein Natel da für mich persönlich der Antipunkt zur Langsamkeit ist.

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      Grüne Erde antwortet

      Hallo! Die Fortbewegung per Fahrrad oder zu Fuß ist nicht nur gut für die Gesundheit und die Umwelt, sondern auch für die Seele, kann man dabei doch viel unmittelbarer die Natur erleben, als wenn man mit dem Auto daran vorbeibraust!

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    • Petra Pfeiffer meint
      Kretivität und Neues ausprobieren

      Wenn ich mich allzusehr von außen bestimmt fühle, steige ich aus, in dem ich selbst zur Schaffenden werde: ich male, gestalte, bin offen für neue Begegnungen mit Mensch und Tier, koche etwas völlig Neues mit interessanten Gewürzen oder besuche einen Ort, an dem ich noch nie war. Ich kehre dann inspieriert und mit neuen Kräften zurück in den Alltag.

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    • Walter Rohrmanstorfer meint
      "Gedanken-Gang"

      Ich gehe seit drei Jahren zu jeder Jahreszeit zu Fuß (ca.10km) in die Arbeit. Mind.1x, oft 2x, manchmal 3x in d. Woche(immer an meinen langen -10h Arbeitstagen) Dabei stehe mit den Hühnern auf u. gehe zeitig schlafen. Oft laufen mir Hasen, Rehe, manchmal auch Füchse über den Weg. Dass ich dabei die schönsten Sonnenaufgänge erlebe, versteht sich von selbst. Ich freue mich jeden Tag aufs Aufstehen u. aufs Gehen. Balsam für Körper und Seele eben. genau wie in den "Good times" so poetisch beschrieben. Möchte nciht mehr darauf verzichten, weil ich mich seither einfach ausgeglichener und lebendiger fühle. ich arbeite übrigens nur an 4 Tagen in der Woche. Mittwochs ist immer MEIN freier Tag.

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    • Claudia Röhrle meint
      weniger Arbeiten

      vor 5 Jahren bin ich von 40 Stunden Arbeitszeit auf 25 Stunden gegangen. Habe kurz danach eine neue Aufgabe bekommen die wesentlich leichter ist, und gelernt habe Verantwortung abzugeben usw.. Nun kann ich nachts durchschlafen, habe kein Streß mehr oder gehe anders damit um. Benötige daher kein Ausgleich mehr. Wie schön das Leben auch mit weniger Geld sein kann....., und freue mich auf weitere Veränderungen. Schöne Schmetterlingsgrüße

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      Grüne Erde antwortet

      Liebe Claudia Röhrle! Die Kontrolle über die eigene Zeit zu übernehmen, ist sicherlich die beste Art zu entschleunigen. Wir freuen uns, dass es Ihnen gelungen ist, statt Geld und Karriere den wesentlichen Dingen mehr Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen!

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    • Silke Schütz meint
      Sitspot - mein Sitzplatz

      Immer, wenn ich eine Auszeit brauche, gehe ich in den Wald auf meinen Sitzplatz. Ich habe ihn schon seit fünf Jahren, habe alle Jahreszeiten dort erlebt und komme immer, auch in Zeiten, wo ich schwere Themen zu bearbeiten hatte, gestärkt und erholt wieder nach Hause. Im Winter nehme ich meine Wolldecke mit :-) Am liebsten mag ich, wenn die Vögel ganz ungeniert um mich herumfliegen und ich beim Rauschen der Blätter, das oft wie in Wellen über mich hinweggleitet, mich ganz bei mir und eins mit der Natur fühle...

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      Grüne Erde antwortet

      Liebe Silke Schütz, die Natur ist ein wundersamer Ratgeber: Wenn wir beim Anblick des Schauspiels der Flora und Fauna zur Ruhe kommen, entdecken wir oft, dass die Antworten auch zu schweren Themen bereits in uns ist.

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    • Gabriel Lauchard meint

      Es ist nicht so leicht in unserer hektischen Zeit zur Ruhe zu kommen und vor allem zu sich zu kommen. Wird doch von den Medien und der Gesellschaft vorgemacht das man auch in der Freizeit aktiv sein soll und vieles machen soll und wer zu Hause bleibt und entspannt oder zur Ruhe kommt ist demnach ein Langeweiler etc. Am Besten entspannen kann ich in der Natur, mit Tieren oder auch in Gesellschaft bei ruhigen Gesprächen oder gar Schweigen, ja Schweigen und Wahrnehmen in Gesellschaft ist sehr interessant !! Danke Gabriel Lauchard

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      Grüne Erde antwortet

      Lieber Gabriel Lauchard, da haben Sie leider Recht, dass in unserer Gesellschaft der Aktionismus und die Betriebsamkeit nicht nur im Arbeitsleben, sondern auch in der Freizeit den Ton angeben. Wir beglückwünschen Sie zu Ihrem Mut, auch mal "langweilig" zu sein und mit Ruhe die Sinneseindrücke auf Sie wirken zu lassen!

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    • Eveline Haider meint
      Rosen und Musik

      Eines meiner schönsten Rituale ist es, meine duftenden Rosen zu schneiden, zu riechen und in sämtliche Gefäße zu verteilen; anbei höre ich Musik, spiele Klavier und schreibe "schöne Augenblicke des Tages" in mein Büchlein, das ich mir von Zeit zu Zeit durchlese,mich daran erinnere - das erfüllt mich mit Dankbarkeit. Von meinem kleinen Enkel lerne ich so viel... denn Kinder haben ihr "zeitloses" Tempo. Eveline Haider

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      Grüne Erde antwortet

      Liebe Eveline Haider, Kinder sind in vielerlei Hinsicht ein Geschenk des Lebens, zeigen sie uns doch die unmittelbare Freude am Hier und Jetzt! Wir freuen uns, dass Ihnen auch Musik und die Blütenpracht der Rosen solch "schöne Augenblicke des Tages" bescheren!

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    • Weste, Yvonne meint
      Entschleunigung

      Innehalten und das Bemerken der Welt... wer brauch da Schnelligkeit... die übersieht möglicherweise etwas....

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    • sabine pavlasek meint
      wandern als mittel zur entschleunigung

      Gehen ist wohl die älteste und einfachste Form um im Kopf wieder klar zu werden. Wissen wir doch dass durch das Gehen beide Gehirnhälften mit einander verbunden werden. Gehen - aber bitte ohne Kopfhörer, die lenken ab vom Vogel gezwitscher, Hummel gebrumm, Reh gebell und all den lauten und leisen Geräuschen der Natur. Augen auf machen, schauen, bewusst in die Weite und ganz in die Nähe. Da finden wir dann wie die kleinen Kinder Käfer und Schmetterlinge, Blumen und Steine. Wir finden dann das Universum im Kleinen wieder. Deshalb geh ich. Und ich geh mit meinem Mann um zu reden, um uns auszutauschen und um nahe zu sein. Was kann schöner sein als an Regentagen gemeinsam über den letzten Spaziergang, die letzte Wanderung oder Bergtour zu sprechen. Gemeinsame Erinnerungen sind immer auch ein Teil des Fundaments einer Beziehung. Wenn sie gut sind, hält so eine Beziehung so einiges aus.

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      Grüne Erde antwortet

      Liebe Sabine Pavlasek, wie schön, dass Ihnen die Bewegung in der Natur nicht nur vielgestaltige Sinneseindrücke beschert, sondern auch Ihre Beziehung bereichert!

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    • Sandra Ziep meint
      Wolken

      Ich komme ebenfalls gerade von einem langen Spaziergang mit meinem Hund und habe meine Seele baumeln lassen, indem ich herrliche Wolenspiele und -figuren beobachtet habe. Unter anderem konnte ich einen Kranich und einen Drachen auf dem Weg zu einem Wolkenberg ausmachen ... Es ist einfach schön die Phantasie durch die Wolken beflügeln zu lassen!

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      Grüne Erde antwortet

      Liebe Sandra Ziep, die Fantasie ist ein Kind der Muße - wie schön, dass Sie diese beim Spaziergang mit Ihrem Hund finden!

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    • Irene Wegscheider meint
      Schaue in die Ferne und auf den Boden beobachte was dort wächst

      Als Kräuterpädagogin habe ich einen "entschleunigten" Blick da alles in der Natur seine Zeit braucht, bis es ist wie es ist. Das versuche ich auch in meinen Alltag zu integrieren, gelingt, manchmal aber auch nicht. Leider ist unsere Welt sehr schnell geworden, und vieles was im Verborgenen geschieht wird nicht gesehen, wahrgenommen. Das finde ich sehr schade. Also, unseren Kindern die Möglichkeit des Entdeckens und Mitmachens, Anschauens geben, die Zeit lassen, die das Entdecken braucht. Viele Grüße aus luftiger Höhe mit meinen vielen, vielen Pflänzchen die sich bei mir angesiedelt haben.

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      Grüne Erde antwortet

      Liebe Irene Wegscheider, die Natur ist eine geduldige Lehrmeisterin, doch verlangt sie auch Geduld von ihren Schülern. Wie Sie richtig gesagt haben, ist unsere Welt hektisch und schnelllebig. Umso wichtiger ist es, die Kinder beim Entdecken der Langsamkeit zu unterstützen!

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    • Veronika Victoria Lamprecht meint
      mit GAIA SEIN am Schloss

      Toller Beitrag! Ich hab die große Freude einen Teil eines restaurierten Schlossensembles im Mühlviertel zu bewohnen und dort die GAIA Akademie zu betreiben. Rund um uns ist Natur, Wildnis, meistens Stille. Wenn die Computerarbeit mich müde macht, schenke ich mir Zeit fürs Gehen rund ums Schloss. Das lässt alles in mir wieder lächeln und leicht werden. Wichtig ist mir auch das Innehalten, das SEIN, das Verweilen - das bewusst in Verbindung zur Natur, zur GAIA gehen. In jeder Jahreszeit ist es ein Segen für mich die Schönheit des Natur-Momentes tief in mich einsinken zu lassen. "Unser" Schloss bietet einen stark unterstützenden Rahmen - es begleitet sanft in die Beziehung zum SEIN. In Freude und Verbundenheit! Veronika Lamprecht

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      Grüne Erde antwortet

      Liebe Veronika Lamprecht, die Rückkehr zu den eigenen Wurzeln ist unserer schnelllebigen Welt keine leichte Übung. Gut, dass es in der Natur zahlreiche Kraftquellen, in die wir einsinken und in denen wir auftanken können.

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    • Klaus Bruckner meint
      böhmischerbock

      Die Uhr habe ich schon seit 20 Jahren abgelegt. Damals hatte ich in Wien 3kleine Bioläden, mit Sehr viel Arbeit, Ohne Uhrd war ich ab sofort immer pünktlich. Zugleich fand ich auch zu meiner inneren Stimme. Ich schrieb Gedichte, die mir während der Arbeit in den Kopf wanderten. Hier in Deustchland habe ich daraus ein Buch gemacht und tippe derzeit schon an dem 3ten. Alle unter dem Übertitel dieses Textes,- gratis im Netz. Übrigens ich arbeite jetzt natürlich auch in einem Bioladen. Fahre mit dem Rad zum Bahnhof, dann mit der Straßenbahn und den Rest wieder mit dem Rad,-sozusagen abgasfrei.

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    • Chr. Schumacher meint
      " Entschleunigen "

      Ich besitze kein Handy . Und ausserdem praktiziere ich jeden Tag Zhineng Qigong, wenn es nicht regnet im Garten . Diese Übungen , u.a. meditative , bereichern seit einigen Jahren mein Leben. Bin bereits Renterin aber arbeite noch zeitweise und bin Großmama von 1 Kind und adoptierte Großmama von 3 Kindern und da kann es gelegentlich turbulent sein. Nach dem Praktizieren von Qigong bin ich gelassen und entspannt . Herzliche Grüße Chr. Schumacher

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    • Eva Weiß meint

      ..einem Vogel beim Nesterl bauen oder beim rein und raus fliegen ins Vogelhaus zusehen...einfach still da sitzen und beobachten..

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      Grüne Erde antwortet

      Liebe Eva Weiß, die Natur bietet uns immer wieder das schönste Schauspiel und bereichert damit unser Leben!

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    • B. Kienzle meint
      Zeit

      Ich trage keine Uhr mehr und bin ins Allgäu gezogen wo ich die Berge direkt vor der Türe habe!

      Antworten

    • Andrea Johanna meint

      Langsamkeit: 1. Ein Handy hat einen Ein-/Ausschalter, mit dem man es tatsächlich auch ausschalten kann. Trotz Verpflichtungen genieße ich meine handyfreie Zeit. 2. Verzichte seit 1 Jahr auf einen Fernseher. Unglaublich, wieviel Zeit man abends dadurch gewinnt, wie ruhig es sofort dadurch wird und wieviele Negativnachrichten an einem vorbeiziehen (ohne Entwicklungen in der Welt zu ignorieren). 3. Genussvoll Kochen, aufs Auto verzichten und auf Öffis umsteigen und wie für soviele in natürlicher, pflanzenbewohnter Umgebung gehen - Schritt für Schritt :-)

      Antworten

    • Sonja May meint
      Wandern

      Ich gehe jeden Tag mit meinen beiden Hunden in den Wald. Das ist für mich eine erholsame Zeit. Dazu meditiere ich einmal pro Woche.

      Antworten

    • Bräuer Eva meint
      Antwort auf Ihre Frage

      Hallo liebes Team, ich entschleunige, indem ich lange Empfehlungen, wie ich entschleunigen könnte, nur überfliege. Dafür lese ich täglich ab 6h Früh sehr lange, mein Mops schläft sehr lange und wir gehen erst ab 10h Vormittag auf die Wiese. Übrigens, ein Hund ist das beste Beruhigungsmittel das es gibt. Liebe Grüße Eva Bräuer

      Antworten

    • Daniela Kaminski meint
      Zeit

      Gute Tag, danke für Ihren interessanten Artikel über Langsamkeit. Seit Jahren befasse ich mich mit dem Thema "Zeit". und es geht mir immer noch wie Augustinus: "Wenn mich niemand fragt, weiß ich es genau." Die Zeit ist nicht, wir gestalten Sie selbst. Meine These ist: Multitasking lässt die Zeit rennen, wenn wir drei Sachen auf einmal machen, beschleunigt sich mindestens um diesen Faktor. Wenn wir uns konzentrieren auf den Moment, auf die Aufgabe, die vor uns liegt, bleibt unser Leben im Takt. Daher mache ich viel mit der Hand: Gemüse schnibbeln, nähen, Gartenarbeit, sogar in meiner Firma schreibe ich viel mit Bleistift und sende gerne persönliche Grüße mit - und nutze Papier. Keller schrieb in einem Gedicht: "Ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts." Wie wahr. Viele Grüße Daniela Kaminski

      Antworten

      Grüne Erde antwortet

      Liebe Daniela Kaminski, vielen Dank für Ihren schönen Wort! Ja, die Zeit definiert sich durch unseren Umgang mit ihr - je bewusster, desto mehr Perlen schenkt sie uns.

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    • ricke marianne meint
      Entschleunigen

      Wir haben seit über 30 Jahren Hunde. Ich bin mindestens jeden Tag 2 Stunden draußen in der Natur. Meistens mit dem Fahrrad und den Hunden. Wenn es mir schlecht geht, bin ich im Garten und grabe in der Erde. Es tut mir persönlich sehr gut. Hoffentlich hilft der Tipp. Herzliche Grüße

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    • Heidi Gruber meint
      Pilgern

      wenn nichts mehr geht, dann geht man ... sagte mal ein Theologe und das sind sehr wahre Worte :-) Ich pilgerte zwei Monate lang den Jakobsweg und die Sinne öffneten sich, ja begannen sich wieder zu spüren. Am Ende des Weges war ich traurig, aber ich hätte die ganze Welt umarmen können und fühlte tiefe Zufriedenheit und Glück. Drei Wochen erwanderte ich die Insel La Gomera, und spürte das All"eins"sein mit mir. Gehen ist wie meditieren, eine Langsamkeit wo die Seele gut mitkommt. In diesem Sommer paddelten wir mit Kanus auf Flüssen und Seen in Schweden und die Küche war das Lagerfeuer, der Schlafplatz das Zelt, der Geschirrspüler der See, das Scheuermittel der Sand, die Marmelade von den Heidelbeeren, das Schlafzimmer unser Zelt !!! Unterwegssein in der Natur entschleunigt immer. Diesen Monat noch besuche ich die grüne Erde in Scharnstein und dann wandern wir durchs wunderschöne Almtal. Freue mich Heidi

      Antworten

      Grüne Erde antwortet

      Liebe Heidi Gruber, der von Ihnen zitierte Theologe spricht eine große Weisheit aus: Nicht umsonst kennt jede Weltreligion die heilsame und meditative Wirkung des Pilgern. Wir freuen uns auf Ihren Besuch bei uns im schönen Almtal, wo heute die Nebelschwaden über den bewaldeten Bergkuppen hängen!

      Antworten

    • Sabine Schulz meint
      Natur, Meditation, Malen (intuitives Malen)

      Drei Themen, die für mich Entschleunigung darstellen. Die Natur inspiriert mich für meine künstlerische Arbeit, das Malen ist für mich meditativ und wunderbar Entschleunigung...

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    • Stöckl Josef meint
      Entschleunigung

      1.Bei Fahrten genügend Reservezeit einplanen 2.Gegebenenfalls auch Fahrten streichen 3.Arbeiten in Haus und "Hof" reduzieren

      Antworten

    • Carmen Dreier-Zwetti meint
      Entschleunigung?

      Lebe in einer Landwirtschaft, Bio-Obstbau, das ist unglaublich hektisch, unberechenbar, flexibel, je nach Wetter plötzlich sehr arbeitsintensiv. Meine Ausweich-Strategie sind Viecher. Tiere bringen dich zu einem Rythmus, der berechenbar ist, vertragen Langsamkeit besser als Hektik. Das Beste, das ich machen konnte, war daß ich zwei Esel genommen hab. Die rennen nicht kopflos irgendwohin. Was ich von denen schon gelernt hab... Herrlich!

      Antworten

      Grüne Erde antwortet

      Liebe Carmen Dreier-Zwetti, die Tiere haben uns scheinbar einiges voraus, was den guten Umgang mit der Zeit betrifft. Da können wir alle noch viel lernen!

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    • Gerhild Zeilner meint
      Stress im Alltag

      In unserer Familie gibt es kein Handy, und ich bin sehr glücklich darüber. Gestern war ich mit meinem Mann auf dem Hochstaufen bei Bad Reichenhall. Wir haben am Gipfel die Ruhe genossen und uns der wunderbaren Stille hingegeben. Viele können das nicht mehr. Ein anderer Wanderer musste als erstes, als er den Gipfel erklommen hatte, sein Handy zücken und die vielen Anrufe zurückrufen. ein armer, getriebener Mensch, der nicht mehr genießen kann. Leider gibt es viele Menschen, die das nicht mehr können. Ich glaube, dass wir durch die digitalen Erfindungen erstens verblöden und außerdem nicht mehr zur Ruhe kommen. Ich bin glücklich, dass ich mich diesem Stress nicht aussetzen muss. Gerhild Zeilner

      Antworten

      Grüne Erde antwortet

      Liebe Gerhild Zeilner! Wie schön, dass Sie die magischen Momente der Ruhe auf den Bergen ganz ungestört genießen können! Eine bewusste und zumindest vorübergehende Abkopplung von den digitalen Erfindungen hilft auf jeden Fall dabei, wieder zum eigenen Rhythmus zu finden.

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    • vindaomea meint
      weniger ist mehr

      weniger termine in der woche, weniger termine am tag, dafür ehrliche autentische Begegnungen in der Arbeit als Seniorenbetreuerin in einem kleinen Pflegeheim in Wien - das macht mein Leben lebenswert.

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      Grüne Erde antwortet

      Vollkommen richtig - wie wir unsere Zeit verbringen, beeinflusst unser Glück: Nicht dem Leben mehr Stunden abzuringen, sondern die Stunden mit mehr Leben zu füllen - das ist die wahre Kunst!

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    • Silvia Teske meint
      Entschleunigung/Reinigung

      Ich meditiere, übe die 5-tibeter, wandere, schwimme,tanze,lache,singe und gaertnere-alles zu seiner Zeit. LG Silvia Teske

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