almgrün – biologisch-solidarisches Gemüse

  • Hier wächst zusammen, was gut zusammenpasst: Direkt vor der neuen Grüne Erde-Welt entsteht eine Gärtnerei der besonderen Art – ein echtes Gemeinschaftsprojekt, wo modellhaft erlebbar wird, dass Gemüseanbau ökologisch, sozial und innovativ sein kann. Die Zusammenarbeit mit Grüne Erde ist Teil des Konzepts. Die Felder vor der Haustüre der Grüne Erde-Welt werden von lokalen Gemüsegärtnerinnen nach dem Prinzip der Community Supported Agriculture bewirtschaftet.
  • Michaela Jancsy und Reingard Prohaska von „almgrün – Gemüse am Fluss“ einer Community Supported Agriculture
  • Ende September 2018 eröffnet die Grüne Erde-Welt im oberösterreichischen Almtal. Sie wird auf 9.000 m² einen großen Store, Produktionsstätten für Naturmatratzen, Polstermöbel, Heimtextilien und Naturkosmetik sowie ein vegetarisch-biologisches Bistro unter einem Dach vereinen.

    Nicht nur im fast fertigen Gebäude tut sich Vieles, auch davor: Michaela Jancsy und Reingard Prohaska sind derzeit dabei, Gemüsebeete anzulegen und die ersten, bereits vorgezogenen Jungpflanzen zu setzen und Samen auszusäen.
    Die beiden Gemüsegärtnerinnen aus Scharnstein sind unsere Partnerinnen und bewirtschaften direkt vor der Grüne Erde-Welt 1 ha im Freiland und 300 m² im Glashaus mit Gemüse. Sie betreiben ihren biologischen, solidarischen Gemüsebetrieb „almgrün – Gemüse am Fluss“ nach dem Community Supported Agriculture-Konzept, kurz CSA-Konzept.
  • Community Supported Agriculture

    • Die Idee der Community Supported Agriculture hat schon 2001 auf dem Weltsozialforum in Brasilien große Aufmerksamkeit erregt. CSA, auch Regionale Vertragslandwirtschaft oder eben Solidarische Landwirtschaft (Solawi) genannt, kam vor über 30 Jahren in den USA auf; als „Teikei“ (Partnerschaft) ist sie seit den 60er Jahren in Japan verbreitet, aber erst seit rund einem Jahrzehnt boomt sie in Westeuropa. In Deutschland etwa haben sich die sogenannten Solawi-Betriebe in diesem Zeitraum um das 20-Fache auf knapp 200 vermehrt. Auch die Netzwerke in der Schweiz und Österreich wachsen.
    • Bei einer Community Supported Agriculture wie almgrün übernimmt eine Gruppe von Konsumenten – die „ErnteteilerInnen“ – das laufende Jahresbudget des Landwirtschaftsbetriebes durch (teilweise) Vorfinanzierung und sichert damit die Abnahme der Ernte für eine ganze Saison zu. Im Gegenzug verpflichtet sich almgrün, die ErnteteilerInnen laufend mit biologischem Gemüse zu versorgen – eine Art Abonnement-System. So bilden beide Seiten eine solidarische Wirtschaftsgemeinschaft, in der Ernteerfolge, aber auch eventuelle Ernteausfälle gemeinsam getragen werden.
      Handfeste Mithilfe wird bei Almgrün nicht verlangt, ist aber fallweise bei sogenannten Mitmachtagen willkommen.
    • Zwei Bio-Melanzani von der Community Supported Agriculture almgrün – Gemüse am Fluss
      Bio-Melanzani von „almgrün – Gemüse am Fluss“
    • Die kunterbunte Gemüsekiste von almgrün

      Michaela Jancsy: „Wir kultivieren rund 70 verschiedene Gemüsearten und über 200 Sorten, zum Beispiel 20 verschiedene Tomaten. Darunter sind viele in Vergessenheit geratene Gemüse wie Hirschhornwegerich, Winterportulak oder Kohlrübe. Dazu kommt auch wenig Bekanntes wie Asiagemüse oder Flower Sprouts, aber auch alle Gemüseklassiker von A bis Z – außer Kartoffel, denn hier in der Region gibt es ohnehin viele gute Erdäpfelbauern. Wir bauen aber auch Bio-Schnittblumen für das lokale Wildfloristik-Unternehmen Wildflorie an.“

      Das Gemüse wird im Fruchtwechsel gepflanzt, also wächst jedes Jahr etwas anderes auf den Beeten vor dem Gebäude der Grüne Erde-Welt. Das geerntete Gemüse geht in erster Linie an die ErnteteilerInnen von almgrün – in Form einer wöchentlichen Gemüsekiste. Es ist auch angedacht, Frischgemüse wie Salate oder essbare Blumen im Bistro der Grüne Erde-Welt zu verarbeiten.
    • Bio-Radieschen kurz vor der Ernte
      Ein Bio-Radieschen kurz vor der Ernte
    • Biologisch bewirtschaftet

      almgrün arbeitet ausschließlich mit Bio-Saatgut und samenfesten Sorten sowie Jungpflanzen von Bio-Betrieben vor allem aus Oberösterreich. Jancsy: „Wir versuchen, so viel wie möglich selbst zu ziehen, und verwenden zum Vorziehen unserer Jungpflanzen nur torffreie Erde.“ Gedüngt wird mit Pferdemist, Schafwolle, Gründünger und Kompost. almgrün arbeitet mit biodynamischen Präparaten, Komposttee und Pflanzenjauchen, ätherischen Ölen und Nützlingen (Insekten, die schädliche Insekten fressen).

      almgrün ist Bio-zertifiziert (BIO Austria), und die Felder bei der Grüne Erde-Welt sind derzeit noch in Umstellung auf Bio, weil sie bis dato nicht biologisch bewirtschaftet worden waren.
    • 2 rote Rüben aus biologischer Landwirtschaft
      2 rote Rüben warten auf die Verarbeitung
    • Öko-Nischen für Bio-Diversität

      „Besonderen Wert legen wir auf die Schaffung von Öko-Nischen zwischen unseren Wirtschaftsflächen“, so Michaela Jancsy. „Wir wollen Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen, die sonst in unserer Kulturlandschaft keinen Platz mehr finden. Etwa Steinhaufen für Reptilien, Igel und Mauswiesel, weiters Nistkästen, Tümpel für Unken, Erdkröten und Grasfrösche, Feldraine für selten gewordene Beikräuter, Wildblumenstreifen für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten.“
    • Der greifbare Wert von Lebensmitteln

      Durch die direkte Beteiligung der Menschen an der Arbeit liegt die bewusstseinsbildende Wirkung dieser Initiative auf der Hand. Denn der Wert von Lebensmitteln ist ja im buchstäblichen Sinn mit Händen zu greifen, wenn man sie selbst gepflanzt hat, deren Wachstum man mit Hoffnung und Freude verfolgt und am Schluss erntet. Dass weltweit immer noch ein Drittel aller Nahrungsmittel weggeworfen wird – diesem Teil des Welternährungs-Problems kann eine wachsende solidarische Landwirtschaft zumindest nach und nach etwas entgegensetzen. Dieser Effekt ist aber auch Ergebnis höherer Qualität. Denn hier muss nicht das ganze Jahr über mit Rücksicht auf eine 100-prozentige Verfügbarkeit von Produkten im Supermarkt bis am Samstag um 20 Uhr geliefert werden, sondern Gemüse und Früchte kommen vollreif und maximal frisch in die Küche.
  • Preiswürdig

    almgrün gewann Mitte März 2018 den innovate4nature-Preis. Dieser Start-up-Wettbewerb wurde von WWF, SPAR, Impact Hub Vienna und dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) ausgeschrieben. Unter 90 Einreichungen kürte eine Fachjury die sechs besten Business-Ideen für den Schutz und Erhalt der Artenvielfalt, darunter eben auch almgrün.
    • Derzeit versorgt almgrün rund 40 Haushalte mit biologisch-solidarischem Gemüse, vergibt für die Saison 2018 aber noch Ernteanteile. Wer Interesse hat, möge sich bitte melden:

      almgrün – Gemüse am Fluss
      Michaela Jancsy und Reingard Prohaska
      4644 Scharnstein
      www.almgruen.at
      info@almgruen.at
      Tel: 0699 114 02 712
    • Reingard Prohaska am Feld, unter ihren Schützlingen
      Die Gemüsebäurin Reingard Prohaska am Feld bei ihren Schützlingen
    • Frau Michaela Jancsy von almgrün – Gemüse am Fluss – mit Kohlrabigrün-Krone
      Michaela Jancsy mit Kohlrabigrün-Krone – ein bisschen Spaß muss sein
  • Fotos: Michaela Jancsy | „almgrün – Gemüse am Fluss“