Duftwürfel aus Ton

  • “Was hat der älteste Baustoff der Welt mit faszinierenden Düften zu tun? Da kommt ein kleiner Würfel ins Spiel – geformt aus dem Ton von Westeuropas größten Lagerstätten.”
    • Mitten in Deutschland, zwischen Bonn und Koblenz, liegen im „Kannenbäckerland“ Westeuropas größte und wertvollste Tonlagerstätten – als Teil des rheinischen Schiefergebirges. „Wir sitzen auf dem Ton, er liegt buchstäblich zu unseren Füßen,“ sagt Stephanie Pfeiffer-Gerhards, Chefin des in 4. Generation familiengeführten Töpferhofes Pfeiffer-Gerhards in Ransbach-Baumbach. Tatsächlich: Man muss nicht allzutief graben, um an die begehrten, Millionen Jahre alten, aus Verwitterungsprozessen entstandenen Tonminerale zu gelangen. Doch für die besten Qualitäten muss man schon ein wenig tiefer schürfen: bis zu hundert Meter.

      Als es noch keine Flaschen aus Glas gab, wurden Getränke und Lebensmittel seit dem 17. Jahrhundert in gebrannten Tonkrügen – „gebackenen Kannen“ – transportiert und gelagert. Diese Tonkrüge waren der Beginn eines zunächst florierenden Wirtschaftszweiges in dieser Region. Aber mit der Erfindung von Glas und Plastik ging die Nachfrage nach Produkten aus Ton stark zurück, was viele kleine Familienbetriebe fast an den Ruin brachte. So war es in den 1980er- und 1990er- Jahren nicht mehr „in“, Gegenstände aus gebranntem Ton im Haushalt zu verwenden. Das hat sich in letzter Zeit dank des gestiegenen Ökologiebewusstseins der Konsumenten und einer modifizierten, interessanten Produktpalette der Betriebe geändert.
  • Trotzdem überlegen sich die Kinder und Enkel der lokal ansässigen Keramikbetriebe sehr wohl, ob sie später einmal die Firma übernehmen. Viele wandern in sicherere Branchen ab – oder aber bleiben indirekt beim Ton, verkaufen z. B. den beliebten Rohstoff in alle Welt oder arbeiten in Forschungszentren an verbesserten Verarbeitungs- und Veredelungsmethoden.
  • Renaturierung ist ton-angebend!

    Ehemalige Tongruben werden zu neuen Kulturlandschaften und Lebensräumen für Mensch und Tier. Selbst dort, wo der Abbaubetrieb noch in Gang ist, bilden sich kleine Biotope: Weiden, Seen, Wälder. Strenge Gesetze stellen die Umweltverträglichkeit sicher. Betreiber von Tongruben müssen bis zu 70 Jahre im Voraus ihr Vorgehen offen legen. Alle drei Jahre muss dargestellt werden, was mit den Flächen geschehen soll, die bereits abgebaut sind. In Absprache mit Gemeinde und Behörden sollen diese möglichst schnell wieder der Natur zurückgegeben werden. Meist wird der eigene Abraum (Erdaushub) – kein Fremdmaterial – dazu benutzt, eine Grube wieder zu füllen. Reicht dies nicht aus, muss von den Behörden Material eigens zugelassen werden. So wird sichergestellt, dass kein Müll als Verfüllung eingekippt wird, sondern z. B. nur natürlicher Tonschiefer.
  • Kulturrevolution durch positive Eigenschaften

    Der Ton spielt in der Zivilisation der Menschheit eine große Rolle. Er revolutionierte das Wohnen außerhalb von Höhlen, verhalf zum Kultursprung: Die ältesten bekannten Schriftzeichen der Menschheit wurden um 3.500 v. Chr. in Mesopotamien in feuchten Ton geritzt! Ton ist plastisch verformbar, dank seiner Nährstoffe fruchtbar für Pflanzen und kann sogar Schadstoffe absorbieren. Und dann kommt noch das angenehme haptische Empfinden hinzu: samtweich, kühlend, geschmeidig – weshalb Kinder und Künstler besonders gerne mit Ton arbeiten. Der Mensch fühlt sich dem Ton schon immer verbunden, was vielleicht auch mit den gleichen sprachlichen Wurzeln zu tun hat, denn das lateinische Wort „humus“ (Erde, Erdreich) ist dem Wort „homo“ (einem aus Erde Gemachten) verwandt. Vielleicht auch in Anlehnung an die berühmte Genesis 1 in der Bibel.
  • Harmonie von Ton und Duft

    “Es ist immer wieder faszinierend, was die Natur uns schenkt und was man daraus machen kann“, sagt Stephanie Pfeiffer-Gerhards. Etwa jene kleinen Duftwürfel, die auf ihrem Töpferhof in aufwändiger Handarbeit für Grüne Erde gefertigt werden. Der Würfel ist typisch für die modifizierte Produktpalette der Betriebe im „Kannenbäckerland“. Hinter dem kleinen Ding steckt eine überzeugende, schöne Idee: Dort, wo brennende Duftkerzen nicht erwünscht sind – Kinderzimmer, Hotels, WCs, Schränke, Wohnwagen -, sorgt der Würfel in Verbindung mit hochwertigen, naturreinen Ölen für angenehme Düfte. Das Besondere des Würfels ist seine raffinierte Zweiteilung: Die Unterseite ist wasser- und öldicht gebrannt sowie farbig glasiert, die Oberseite ist unglasiert-offenporig und hat eine kleine Mulde. Träufelt man ätherisches Öl in diese Mulde, entfaltet es über einen längeren Zeitraum hinweg sein Aroma. So schafft man mit individuellen Lieblingsdüften eine angenehme Wohnatmosphäre. Tipp: Man kann den Duftstein wieder neutralisieren und ein anderes Duftöl verwenden, wenn man die Oberseite vorher in heißes Wasser legt.

    Kleines Produkt – große Wirkung: Das gilt nicht nur für den Duftwürfel. Auch andere handgefertigte Tonartikel, wie etwa Kräutertöpfe und Kresseteller, fanden den Weg vom „Kannenbäckerland“ zur Grünen Erde ins oberösterreichische Almtal. Gehen Sie doch auf Entdeckungsreise: www.grueneerde.com.