Kooperation Tumfart - Der gute Hirte

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  • Die Wolle seiner Schafe steckt in vielen unserer Sofas: Martin Pühringer aus dem Mühlviertel
  • Ein ohrenbetäubendes Geblöke hallt durch den Stall. Während die mächtigen Böcke ziemlich unbeeindruckt von unserem Besuch sind und allenfalls etwas Respektabstand halten, zeigen sich die Mutterschafe ein wenig irritiert von der Blitzlichtanlage unseres Fotografen. Kein Wunder, sind doch Schafe ihrer DNA gemäß schreckhafte Fluchttiere.

    „Meine Damen sind da ein bisserl empfindlich, die sind ja an die Ruhe gewöhnt“, sagt Martin Pühringer über seine Schafe, denen die Lämmer kaum von der Seite weichen. Man spürt: Der Mann hat den richtigen Blick, den richtigen Griff, das Gespür für die Tiere. Er behandelt sie mit Liebe und Respekt. Und die Schafe fühlen sich sichtlich wohl bei ihm.

    Der „Junglammhof“ Pühringers liegt auf etwa 750 m Seehöhe in Unterwaldschlag bei Traberg im Mühlviertel (OÖ). Seit 20 Jahren spezialisiert sich die Familie auf Schafzucht, betreibt einen Hofladen und hat einen Stand auf dem Linzer Südbahnhof-Markt. Derzeit hält Pühringer etwa 220 Mutterschafe, 100 Lämmer und 7 Schafböcke, die durch „Natursprung“ für regelmäßigen Nachwuchs in der Herde sorgen. Für österreichische Verhältnisse ist der Hof ein großer Schafzuchtbetrieb, in Neuseeland oder Australien läge er wohl unter der Wahrnehmungsgrenze.
  • „Wir wollen, dass es unseren Schafen gut geht.“

    Die Merinolandschafe Pühringers leben art- und naturgerecht im Freilaufstall und auf den Weiden des Bauernhofes, sie bekommen hochwertiges, natürliches Futter. Die ersten 8 Wochen werden die Lämmer von den Mutterschafen gesäugt.
  • “Wir wollen, dass es unseren Schafen gut geht, dass sie sich wohl fühlen. Ein ruhiges, stressfreies Leben ist auch für die Fruchtbarkeit der Tiere wichtig, für die Fleisch- und Wollqualität.”
    Martin Pühringer
  • Der junge Bauer hält die Schafe in erster Linie wegen des Fleisches. Die Wolle ist – wie bei jedem österreichischen Schafhalter – eigentlich nur ein „Nebenprodukt“. Aber ein sehr hochwertiges! Im Frühjahr, wenn das Vlies etwa 8 bis 10 cm Länge erreicht hat, werden die Schafe geschoren, dabei fallen pro Mutterschaf etwa 4 bis 5 kg Wolle an.

    Die bringt Martin Pühringer dann mit dem Traktor zu seinem Nachbarn Tobias Tumfart, der daraus in seinem Betrieb Schurwoll-Vliese erzeugt, mit denen viele Grüne Erde-Sofas und Matratzen gepolstert werden.

    Ein Bauernhof, von dem eine Familie leben kann, ist auch in Österreich längst keine Selbstverständlichkeit mehr. So gesehen ist Pühringers Hof das Musterbeispiel einer klein strukturierten, spezialisierten und naturnahen Landwirtschaft, die erstklassige, regionale Produkte herstellt. Das scheinen auch die Schafe zu spüren, schicken sie uns doch wie zur Bestätigung beim Abschied ein lautes „Määäääähhhh!“ hinterher.

    Wir danken der Familie Pühringer für die Kooperation. www.junglammhof.at