Licht mit Gefühl

  • image-header-licht-gefuehl
  • 2F im salzburgerischen Abentau ist eine weltweit einzigartige Leuchtenmanufaktur. Sie fertigt auch die neuen Avo-Leuchten von Grüne Erde.
  • Die kleine Salzburger Gemeinde Abtenau ist als Ski- und Wanderparadies bekannt. Dass hier im wildromantischen Lammertal aber auch eine weltweit einzigartige Leuchtenmanufaktur zu Hause ist, wissen nur Insider.

    Glas in allen Arten und Formen, Holz, Metall, Textil, Gummi, Baumrinde, Hirschgeweihe, Papier, Stein – aus zig verschiedenen Materialien entsteht hier alles, was mit Licht möglich ist. Und auch, was scheinbar unmöglich ist: 2F hat sich auf die handwerkliche Produktion von individuellen Leuchten spezialisiert – und fertigt auch die Avo-Leuchten für Grüne Erde.
  • “Wenn jemand eine Leuchte in einer bestimmten Form aus einem bestimmten Material möchte, die es auf dem Markt nicht gibt, und daher einen Betrieb sucht, der sie produzieren kann, kommt er zu uns.”
    Hans Buchegger, Geschäftsführer von 2F
  • Diese Jemands sind etwa Architekten wie Zaha Hadid oder Norman Foster, Hotels wie das Grand Hyatt in Dubai oder Möbelproduzenten wie Grüne Erde.
  • 2.500 Leuchtentypen pro Jahr

    In Abstimmung mit den Grüne Erde-Produktverantwortlichen und dem Avo-Designer Johannes Scherr übernahm 2F die technische Detailplanung, das CAD (Computer Aided Design), das Rendering (Vorausberechnung der Leuchten am Computer mithilfe einer dreidimensionalen virtuellen Darstellung), die Koordination der beteiligten Handwerksbetriebe, die Prototypen- und Kleinserienfertigung.

    Der Holzteil wird in der Werkstatt von Rudi Prohaska im oberösterreichischen Scharnstein – einen Katzensprung von Grüne Erde entfernt – gedrechselt. Er hatte schon in den 1980er-Jahren die Kugelfüße für das nunmehr klassische „Elfenbett“ produziert.

    Der komplexe Glasschirm in Form einer guglhupfartigen Halbkugel stammt aus einer spezialisierten Glasbläserei, einem langjährigen Partnerbetrieb von 2F. Der aus drei Glasschichten bestehende Schirm wird in Überfangtechnik in eigens hergestellte Formen aufwendig mundgeblasen und von Hand endgefertigt.

    Insgesamt entwickelt der 50-Mitarbeiter-Betrieb 2F etwa 2.500 verschiedene Leuchtentypen – pro Jahr! Die produzierte Stückzahl reicht von „eins“ bis zu kleinen Serien von einigen Hundert. Es gibt de facto kein Material, aus dem sich keine Leuchte machen ließe. Beispiel: Als einmal ein Kunde kunstvoll gefaltete Leuchtenschirme wollte, ließ man eine Origami-Meisterin mit japanischen Wurzeln ins Lammertal kommen, die der 2F- Mannschaft das Papierfalten beibrachte.
  • 15 Handwerke unter einem Dach

    In seiner Konstellation und Fertigungstiefe dürfte der Abtenauer Leuchtenhersteller einmalig auf der Welt sein. Insgesamt findet man hier 15 verschiedene Handwerke unter einem Dach. Zwischen all diesen Schmieden, Schlossern, Tischlern, Näherinnen, Elektrikern, Brünierern, Galvaniseuren, Glasmalerinnen, Pulverbeschichtern und Vergolderinnen sitzt Frau Maria an ihrem Arbeitstisch und montiert Stück für Stück in Handarbeit die Avo-Leuchten für Grüne Erde.

    Während die meisten anderen Leuchtenhersteller ihre Produktion ins östliche Ausland verlagert haben oder überhaupt gleich in Südostasien einkaufen, hält 2F unbeirrt am Standort in Salzburg fest: „Mit der regionalen Wertschöpfung steigt auch die Wertschätzung für das Produkt“, so Buchegger, der auf seinen internationalen Reisen wieder „einen Trend zum europäischen Handwerk“ feststellt.
  • Ein Heiliger mit Kerze

    „Wir geben dem Licht Emotion“, sagt Buchegger. Das Technische sei zwar wichtig für ihn als Produzent, aber Nebensache für jene, die mit dem Licht leben und es nur ein- und ausschalten wollen. „Wir bauen das Licht für Menschen.“ Daher müsse man mit dem, was die elektrische Beleuchtung beim Menschen an Gefühlen auslöst, sehr behutsam umgehen. Schließlich war der Mensch jahrtausendelang nur an die Sonne und offenes Feuer als Lichtquellen gewohnt. Diese evolutionäre Prägung könne nicht durch bloß 135 Jahre Glühbirne ausgelöscht werden, so Hans Buchegger. Sagt’s und macht sich auf zum Flughafen Salzburg: Ein Kunde in Paris ist an Leuchten aus Abtenau interessiert.

    Dass Sankt Blasius, der Schutzpatron dieses kleinen Salzburger Ortes, in dem der ungewöhnlichste Leuchtenhersteller der Welt zuhause ist, ausgerechnet eine brennende Kerze in der Hand hält, ist wohl reiner Zufall. Oder?