Nachhaltige Forstwirtschaft - Der Naturbursch

  • image-nachhaltige-forstwirtschaft-header
  • Bei ihm ist der Wald in guten Händen: der Förster Markus Wielscher aus Kärnten
  • Wir pflügen mit dem Geländewagen durch 30 cm Neuschnee. „Gut, dass wir Ketten angelegt haben“, sagt der Mann am Steuer. Markus – „Max“ – Wielscher ist Förster bei den Österreichischen Bundesforsten ÖBf. Er leitet das Revier Millstatt in Kärnten und betreut dort ca. 3.000 ha Wald: in tieferen Lagen Buche, Eiche, Ahorn, in höheren Lagen ab 1.600 m Fichte, Tanne, Lärche. Ganz oben, im rauen Klima der Berge: Zirbe. „Eine gute, auch ökologisch wertvolle Mischung“, sagt der 33-Jährige.

    Nach einer abenteuerlichen Fahrt erreichen wir in 1.800 m Höhe den Donnerboden, einen herrlichen Flecken mitten in den Nockbergen. „Das Gebiet ist vom Klima her ideal für die Zirbe“, so Wielscher. Aus dieser Region stammt ein Teil des Zirbenholzes für Grüne Erde-Möbel.
    Wielscher ist der erste Förster in seiner Familie. Die Liebe zum Wald hat er von seinem Opa geerbt. Und sein Großonkel sagte – wohl als Verbindung von Wunsch und Vision – immer zu ihm: „Max, du wirst einmal Förster!“ Und so kam es.

    Förster ist heute ein Beruf, der viele Fähigkeiten verlangt: Waldmanagement, also Holzeinschlag, -verkauf, -transport, Aufforstung. Dazu kommt die Jagdaufsicht im Revier, aber auch viele Planungsaufgaben.
  • “GPS-Systeme, Tablet-Computer und Smartphone sind bei uns ebenso selbstverständliche Arbeitsgeräte wie Bergschuhe, Schneeketten oder Fernglas.”
    Markus Wielscher, Förster aus Kärnten
  • Forstgesetz & Tannenhäher

    Das Österreichische Forstgesetz schreibt die Wiederaufforstung nach der Holzernte vor und garantiert, dass die Bestände nicht gefährdet sind. Auch bei den ÖBf regiert das Prinzip der Nachhaltigkeit. Wieviel Holz im Revier geschlagen werden soll und darf, ist in einem Rahmenplan festgehalten, innerhalb dessen der Förster Spielräume hat. Er legt auch fest, welche Baumart wo in seinem Revier nachgesetzt wird. Wielscher: „Damit trifft man Entscheidungen mit einer Tragweite von 100 und mehr Jahren.“

    Auch wenn die Nachfrage nach Zirbe auf dem Holzmarkt steigt: „Die Einschlagsmenge ist streng begrenzt, der Zirbenbestand gesichert“, sagt Wielscher. Dafür sorgen einerseits die gezielte Aufforstung, andererseits die Tannenhäher. Sie verbreiten die ihnen als Nahrung dienenden Zirbensamen, indem sie sie beim Transport (unabsichtlich) verlieren.

    Der Förster verbringt seine Arbeitszeit je zur Hälfte im Büro und in der Natur: „In meinem Beruf gibt die Natur vor, wann was zu tun ist.“ Er ist – ständig begleitet von seiner Foxterrier-Hündin „Distel“ – viel im Revier unterwegs. „Aber es muss auch Zeit sein, um inne zu halten.“ In solchen Momenten umarmt er hin und wieder einen großen, kräftigen Baum: „Das gibt Energie!“ Man braucht sich keine Sorgen um Österreichs Wälder zu machen, solange sie in den Händen von Männern wie Markus Wielscher sind.