Ein Lob dem Detail

  • Das schönste Grüne Erde-Möbel wäre nichts ohne die oft versteckten technischen Details. Höchste Zeit, diese ungerühmten „Helden“ ins Rampenlicht zu stellen!
  • “In früheren Zeiten ließen sich Handwerker nicht auf Pfusch ein. Sie arbeiteten sorgfältig und achteten auf jedes Detail ihrer Arbeit. Jeder Teil ihres Produkts war durchdacht und wurde genau so entworfen und gefertigt, wie er sein sollte. Diese Handwerker ließen in ihrer aufmerksamen Selbstdisziplin selbst dann nicht nach, wenn es sich um Teile handelte, die am Ende gar nicht mehr sichtbar sein würden. Niemand hätte bemerkt, dass diese Teile nicht ganz sauber gearbeitet waren, doch die Handwerker wussten es und konnten solche Schlampereien nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren. Nichts wurde unter den Teppich gekehrt. Es gab keinen Bullshit.”
    Harry Gordon Frankfurt, 86-jähriger Philosophie-Professor an der Uni Princeton
      • Beschränkung zwingt zu Kreativität

        So ist es auch mit den Details bei unseren Möbeln: Von außen oft nicht sichtbar, erfüllen sie einen wichtigen Zweck, werden aber meist unter Wert geschlagen. Zeit, sie ins Rampenlicht zu holen!

        Ein Grüne Erde-Möbel muss man – ohne Spezialwerkzeug – mehrmals zusammenbauen und zerlegen können, es darf dabei seine Funktion nicht einbüßen. Nichts darf ausleiern (wie eine Schraube), nichts darf wegbröseln (wie eine Spanplatte).

        Wir verwenden für unsere Möbel keine Kunststoffe oder Metalle: Das setzt Grenzen, macht aber erfinderisch, zwingt zu kreativen Lösungen. So arbeiten wir oft mit bewährten Holzverbindungen aus dem traditionellen Tischlerhandwerk. Manche davon haben wir weiterentwickelt, verfeinert und an unsere Anforderungen adaptiert, andere wieder haben wir neu entwickelt.

        Wir tüfteln lange bis ins letzte Detail, unsere Holztechniker legen dabei einen geradezu sportlichen Ehrgeiz an den Tag, denn die scheinbar einfachen Dinge sind oft am schwierigsten zu gestalten. Dabei folgen wir der Logik des Materials Holz, etwa dessen Wuchsrichtung und Faserverlauf. Die Form von Details ergibt sich aus ihrer Funktion. Es sieht oft einfach aus, ist aber nie simpel.
      • Tradition und Technik

        Dabei profitieren wir vom technischen Fortschritt: Heute werden Bauteile nicht mehr mit Handsäge, Hammer und Stemmeisen bearbeitet, sondern auf den Zehntelmillimeter genau auf CNC-Fräsen gefertigt. Es sind Winkel und Schrägen möglich, von denen die Tischler vor 50 Jahren nur träumen konnten, die Präzision ist ungleich höher. So können die im Prinzip alten Verbindungen feiner, eleganter, passgenauer ausgeführt werden, die Teile brauchen viel weniger unschönes „Spazi“, wie man in Österreich sagt (Spielraum; vom lateinischen spatium = Zwischenraum).
      • Gründliche Denk- und Konstruktionsarbeit

        Viele dieser technischen Details stammen von unserem Möbelkonstrukteur Franz Staudinger. Noch vor der Handskizze und dem computerunterstützten Konstruieren aber„ ... muss man sich im Kopf ein Bild davon machen, wie so ein Detail aussehen und funktionieren könnte“, sagt Franz. Für knifflige Details wie das Drehriegelschubstangenschloss des Tonda-Schrankes sind etwa zehn bis 15 Stunden Denk- und Konstruktionsarbeit notwendig. Der Franz ist da sehr gründlich, denn er gehört zu jenen, die Schlampereien nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können: Bei ihm gibt es keinen Bullshit.
      • Franz Staudinger:

        Gelernter Tischler mit 40-jähriger Erfahrung im Umgang mit Holz: Möbelkonstrukteur bei Grüne Erde.
      • Gratdübelverbindung beim Bett Altro:

        In die Bettwange aus Buche eingeleimte Gratdübel aus zähem Ahornholz greifen in die exakt gefrästen, gegengleichen, schlüssellochartigen Ausnehmungen der zweiten Bettwange – und halten beide Teile durch Zug zusammen.

        Lesen Sie mehr über Gratdübelverbindungen
      • Fuß der Möbelserie Tonda:

        Das aus zähem, reiß- und splitterfestem Ahornholz gedrechselte Schraubgewinde ist mit dem Schrankfuß aus Buche verleimt. Sein Gegenstück, ein Innengewinde aus Ahorn, wird wie eine Buchse in den Schrankcorpus eingelassen.
    • Spannkeil mit Lasche und Dübel:

      Diese einfache, vor fast 30 Jahren in unserer Tischlerei in Kärnten in einer „langen Nacht“ entwickelte, metallfreie Verbindung hält Seitenteile, Boden- und Deckplatten vieler Grüne Erde- Schränke fest zusammen – durch Zug.

      Lesen Sie mehr über Lasche mit Spannkeil und Befestigungsstift
    • Rollo für Tonda-Schränke:

      Zuerst werden eine Buchenschichtholzplatte und ein festes Leinengewebe verleimt. Dann schneidet man mit chirurgischer Präzision exakt so weit ins Holz hinein, dass einzelne Lamellen entstehen, das Gewebe aber unversehrt bleibt.
    • Drehriegelschubstangenschloss beim Schrank Tonda:

      Eigens von uns konstruierte, vollkommen metallfreie, ausschließlich aus Holz gefertigte, leichtgängige Verriegelung der Schranktüren – wohl einzigartig auf dem Möbelmarkt!
    • Bänder beim Schrank Tonda:

      Da wir auf Metall und Kunststoff verzichten, entwickelten wir für die Schranktüren Bänder (Scharniere) aus Holz. Damit sind diese kleinen, mechanischen Wunderwerke ungefähr so selten wie ein Lotto-Sechser!