Willst leben, musst weben!

  • Die Frottierweberei Framsohn aus dem niederösterreichischen Waldviertel setzt auf Bio-Baumwolle, hohe Qualität, umweltfreundliche Produktion und regionale Wertschöpfung.
  • Für die meisten Menschen ist es nicht mehr als ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand, kaum einer näheren Betrachtung wert. Für Philipp Schulner hingegen dreht sich praktisch das ganze (Berufs)Leben um das Handtuch. „Wenn man bedenkt, dass unser größtes Organ – die Haut – pro Tag etwa zehnmal mit einem Handtuch in Berührung kommt, sind dessen Qualität und Natürlichkeit von großer Bedeutung.

    Uns ist wichtig, mit unseren Frottierhandtüchern die Haut besonders sanft zu trocknen und bei der Produktion die Natur zu schonen“, sagt der Geschäftsführer von Framsohn. Der ebenso traditionelle wie innovative Familienbetrieb im niederösterreichischen Waldviertel webt für Grüne Erde erstklassige Badetextilien aus Bio-Baumwolle.
  • Weiches Waldviertler Wasser

    Das Unternehmen behauptet sich gut auf dem internationalen Markt – auch gegen Billigkonkurrenz aus Fernost. Wie das geht? „Durch Spezialisierung und Konzentration auf höchste Qualität, Bio-Baumwolle, ökologische Produktion, GOTS-Zertifizierung, regionale Wertschöpfung und hohe Flexibilität in Bezug auf individuelle Kundenwünsche, etwa wenn es um bestimmte Dessins oder kleine Mengen geht“, so Philipp Schulner.

    In dem prägnanten Backsteinbau am Ortsrand von Heidenreichstein – die unverputzten Ziegel sorgen für gute Regulierung der für die Baumwollverarbeitung wichtigen Luftfeuchtigkeit – sind Weberei, Färberei und Näherei unter einem Dach untergebracht. Framsohn ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region und beschäftigt viele Frauen – „ich bin einer der wenigen Quotenmänner im Unternehmen“, so Schulner selbstironisch.

    „Heimvorteil“: „Das besonders weiche Wasser aus unserer eigenen Quelle hier in Heidenreichstein hilft uns beim umwelt- und faserschonenden Färben. Die Kunden erleben das am seidenweichen Griff der Handtücher und am angenehm natürlichen Gefühl auf der Haut,“ veranschaulicht Philipp Schulner die Zusammenhänge zwischen Wasserqualität und Weichheit der Handtücher. Und: „Durch jahrelange Erfahrung und Forschung ist es uns möglich, das Wasser aus unserer Quelle nach dem Färbeprozess ohne Einsatz von Chemikalien zu filtern, in unser biologischen Kläranlage aufzubereiten und in gereinigter Form wieder in den natürlichen Kreislauf zurückzuführen.“

  • Gewalkter Feinzwirn aus Bio-Baumwolle

    Die Handtücher für Grüne Erde werden aus langstapeliger, türkischer Bio-Baumwolle gewebt: gewalkter Feinzwirn in sehr hochwertiger Qualität, zertifiziert nach dem ökologisch strengen Global Organic Textile Standard (GOTS). Um das Garn noch reißfester zu machen, wird es vor dem Weben„geschlichtet“, also mit Kartoffelstärke imprägniert – das Waldviertel ist nicht nur eine traditionelle Textil-,  sondern auch Kartoffelanbauregion.

    Frottier besteht aus zwei Kettfäden für das Grundgewebe und einem Schussfaden, der die typischen Schlingen bildet. 2.000 Kettfäden auf einer Gewebebreite von 150 cm sorgen für hohe Stoffdichte und Saugfähigkeit. Bei der weiteren Verarbeitung der Gewebe verzichtet Framsohn auf giftige Farbstoffe, zum Auswaschen verwendet man biologische Waschmittel. Zum guten Schluss werden die Handtücher mit dem natürlichen Wollfett Lanolin weichgespült. Framsohn ist eine der wenigen verbliebenen Webereien in der an Textiltradition reichen Region des Waldviertels. Früher produzierten die Bauern hier im Winter zu Hause auf Handwebstühlen Stoffe, um ihr Einkommen aufzubessern. Deren Motto, so Philipp Schulner, sei auch heute kein schlechtes: „Willst leben, musst weben.“