Weltwassertag

  • Nicht alles, was fließt, ist sauberes, reines Wasser. Jährlich, am 22. März, erinnern die Vereinten Nationen mit dem „Weltwassertag“ an diese Tatsache.

    Während in unseren Regionen das Trinkwasser noch in herrlicher Qualität und in großen Mengen sprudelt, ringen andernorts Menschen um jeden Tropfen genießbaren Wassers. Das Menschenrecht auf trinkbares, sauberes Wasser steht seit vier Jahren auf geduldigem Papier, aber es ist in der Wirklichkeit vielfach noch in weiter Ferne.

    Auch in der Europäischen Union gibt es Strömungen, die Trinkwasser in unseren Breiten zur Handelsware machen und damit privaten Wirtschaftsinteressen ausliefern wollen. Bei den bevorstehenden EU-Wahlen können Sie diese Bestrebungen durch Ihr Wahlverhaltenbeeinflussen.

    Aber auch durch Wassersparen im ganz persönlichen Umfeld oder durch das Unterstützen von Entwicklungsprojekten kann man einiges zum Guten bewegen. Und natürlich tragen gezielte, bewusste Kaufentscheidungen ebenfalls dazu bei, den „Rohstoff Wasser“ zu bewahren. Ein gutes Beispiel dafür ist Baumwolle. – Oder besser gesagt: Biobaumwolle.
  • Und nicht alles, was auf Bäumen wächst, ist öko

    Die gute Nachricht: jährlich, so schätzen ExpertInnen, nimmt die Biobaumwoll-Produktion weltweit um 50 Prozent zu! Der Boom kommt nicht von ungefähr: Pestizide und Insektizide sind auf Teufel-komm-raus eingesetzt worden, um die Ernten zu beschleunigen und zu vergrößern. Doch die fatalen Folgen aggressiven Chemie- und Düngereinsatzes konnten nicht verborgen bleiben.

    Allergien, Hautreizungen und Atembeschwerden sind der Preis der reichen Ernte. Dazu kommt die Vergeudung kostbaren Trinkwassers – so hat das hemmungslose Bewässern von Baumwollplantagen in den 1960er-Jahren zu einer Versalzung des Aralsees in Zentralasien geführt. Aggressive Färbemittel verschmutzen Erdreich und Grundwasser und können überdies zu heftigen allergischen Reaktionen bei den TrägerInnen unökologisch hergestellter Baumwollprodukte führen. (Lesen Sie hier über hautfreundliche, gesunde Mode)

    Dies, nebst den zum Teil höchst unsozialen Arbeitsbedingungen der PlantagenarbeiterInnen, hat zum Umdenken geführt.

    Kunstdünger- und pestizidfreie Anbauflächen in kleinerem Ausmaß werden vor allem von Frauen bewirtschaftet, die damit auch einen Schritt zu mehr Selbstständigkeit setzen. Farbstoffe werden verwendet, die Umwelt und Wasser nicht schädigen und dennoch herrliche Dessins zaubern lassen.

    Der für die Konsumenten etwas höhere Preis von Textilien aus Bio-Baumwolle hat fühlbare Vorteile: durch kuschelige, "kratzfreie“ Stoffe, die richtiggehend „atmen“ und Feuchtigkeit schnell wieder an die Luft abgeben.

    Übrigens: “Global Organic Textile Standard” (GOTS) nennt sich das Zauberwort für Baumwollprodukte, wie sie sein sollen. Lesen Sie hier mehr über GOTS.

    Dass Biobaumwolle dank nachhaltiger Bewirtschaftung und sanfter Verarbeitungsmethoden auch den Einsatz kostbaren Wassers hintanhält, ist nicht nur zum bevorstehenden Weltwassertag bedenkenswert.