Kristofferson oder Rousseau?

  • Freiheit und Unabhängigkeit sind wichtige Triebfedern für die Grüne Erde und Grundwerte des Unternehmens. Wie die Geschäftsführer und Eigentümer darüber denken.
  • Ist Freiheit „... just another word for nothing left to lose“, wie es Kris Kristofferson in „Me and Bobby McGee“ singt? Demnach bedeute Freiheit, dass man nichts mehr zu verlieren hätte.

    Für den französisch-schweizerischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau hingegen liegt „... die Freiheit des Menschen nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will.“

    Für die Grüne Erde war von Anfang an – 1983 – klar: Um anders wirtschaften zu können, um zu zeigen, dass eine ökologische, sozial faire, nicht ausschließlich gewinnorientierte Alternative zum bestehenden Wirtschaftssystem erfolgreich sein kann, musste das Unternehmen frei und unabhängig sein: frei von eingefahrenen Denkmustern und Vorurteilen, unabhängig von Banken, kurzfristigen Anlegerinteressen, vom Zwischenhandel, von Großkonzernen und von politischen Interventionen. Hochfliegende Ziele!
  • Freiheit als wichtige Triebfeder

  • “Freiheit war immer eine unserer Triebfedern und ein ganz wichtiger Grundwert. Sie hat mehrere Dimensionen: Sie ist einerseits der materielle Rahmen für uns, um selbständig zu arbeiten, keinen Vorgaben folgen zu müssen, Handlungsfreiheit zu haben und selbst entscheiden zu können. Aber zum anderen bedeutet Freiheit auch die Möglichkeit, frei und kreativ denken zu können, ohne Beschränkungen und ohne den vorherrschenden Regeln folgen zu müssen: Das war für mich schon immer sehr reizvoll, an der Uni und noch mehr dann in der Arbeit. Denn Neues entsteht nur aus der Freiheit des Denkens.”
    Reinhard Kepplinger, Grüne Erde-Eigentümer und Geschäftsführer
    • An der Uni Linz traf Reinhard Kepplinger Anfang der 1980er-Jahren auch seinen heutigen Geschäftspartner, Grüne Erde-Miteigentümer und Co-Geschäftsführer Kuno Haas.
    • Die beiden Grüne Erde-Eigentümer und Geschäftsführer Reinhard Kepplinger und Kuno Haas kennen einander seit ihrer Studentenzeit: "Freiheit und Unabhängigkeit sind für uns und unser Unternehmen wichtige Grundwerte.“
    • “Ein Aspekt, der mir wichtig ist: Freiheit für sich allein genommen, greift insofern zu kurz, als damit auch Egozentrismus und übersteigerter Individualismus legitimiert werden können. Freiheit muss verbunden sein mit Solidarität und Gleichheit, d. h. den Mitmenschen auf Augenhöhe zu begegnen.”
      Kuno Haas, Grüne Erde-Eigentümer und Co-Geschäftsführer
    • Unser Anspruch: Grenzen überwinden!

      Freiheit war auch eines der Hauptmotive für unser Crowdfunding-Modell. Die der Grünen Erde von vielen Privatpersonen seit 2013 gewährten Darlehen machten uns de facto von Banken unabhängig. "Das war ein Befreiungsschlag: Damit haben wir unsere teilweise an die Banken und deren absurde Spielregeln verlorene Freiheit wieder zurückgewonnen!", so Kepplinger. "Es gibt aber viele andere Beispiele. Wir schwimmen ständig gegen den Strom und nehmen uns die Freiheit, Dinge zu tun, die wir für richtiger und besser erachten als das, was in der Wirtschaft quasi als Regel vorgegeben ist. So haben wir auf heimische Fertigung gesetzt, als die meisten anderen nur nach Fernost geschaut haben."

      Kuno Haas ergänzt: "Und als das große Schlagwort "Outsourcing" die Runde gemacht hat, haben wir uns die Freiheit genommen, das Gegenteil zu tun: Wir machen fast alles selbst bei uns im Haus – und das macht uns freier, unabhängiger."

      Reinhard Kepplinger: „Wann immer wir neue Projekte angehen, ob das nun Produkte oder Gebäude sind: Das Erste, was wir meist hören, ist: Das geht so nicht, das hat noch niemand so gemacht. Aber genau das ist unser Anspruch: diese Grenzen zu überwinden!"

      ... und sich die Freiheit zu nehmen, nicht tun zu müssen, was man nicht will. Rousseau würde das gefallen.