Facebook Skandal – wie sicher sind meine Daten?

  • Immer wieder kommt es zu kleineren oder – wie aktuell bei Facebook – großen Skandalen, wenn es um den Schutz von unseren Daten geht. So mancher mag schon gleichgültig mit den Schultern zucken, weil man ja nichts zu verbergen hat – aber ist es uns wirklich egal, was Konzerne über uns wissen und wofür sie dieses Wissen verwenden?
  • 2 Bilder: Dislike Button und Handy mit durchgestrichenem Facebook Logo
  • „This is your digital life“ – das ist dein digitales Leben! So heißt eine App, die auf den Cambridge-Professor Aleksandr Kogan zurückgeht. Nichts weiter – so dachten sich wohl mindestens 270.000 Nutzer – als ein kleiner Persönlichkeitstest. Um teilzunehmen registrierten sie sich direkt mit ihrem Facebook Account und erlaubten damit der App nicht nur auf die eigenen Informationen zuzugreifen, sondern auch auf die von Freunden aus ihrem Netzwerk. Facebook hat inzwischen eingeräumt, dass auf diese Weise – den eigenen Datenschutz-Richtlinien und Nutzungsbedingungen zum Trotz – die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern nicht nur gesammelt, sondern auch vom App-Betreiber unrechtmäßig an die Datenanalysefirma Cambridge Analytica weitergegeben wurden. Daten, die man dann unter anderem dazu verwendete, um die Wahl in den USA zu Gunsten von Donald Trump zu beeinflussen.
    • Werden der Entschuldigung von Facebook auch Taten folgen?

      Facebook hat sich für den Skandal entschuldigt und eingeräumt, dass es hier gravierende Fehler und Versäumnisse gegeben hat. Begleitet natürlich von dem Versprechen, dass in Zukunft alles besser werden wird. Letztlich aber zeigt dieser massive Vertrauensbruch, ein sensibler Umgang mit den eigenen Daten wird in der digitalen Welt immer wichtiger. Denn schließlich ist es das Geschäftsmodell von Facebook und anderen sozialen Netzwerken, Wissen über uns zu sammeln und dieses Wissen zu nutzen. Auch wenn man im Zuge des Skandals an der ein oder anderen Schraube drehen wird, um einen vermeintlich besseren Schutz der Nutzerdaten zu gewährleisten – am grundsätzlichen Geschäftsmodell von Facebook wird sich nichts ändern. Es wäre also keine Überraschung, wenn ein besserer Schutz des Facebook-Profils zwar prinzipiell möglich wird, es aber wie so oft in der Verantwortung des Nutzers liegt, ob er auch erfolgt. Denn in der Regel sind die dafür notwendigen Einstellungen nicht selbsterklärend und auch schwer zu finden.
    • 5 Fakten zum Datenskandal

      • 270.000 User nutzten mit ihrem Facebook-Login die App „this is your digital life“ um an einem Persönlichkeitstest teilzunehmen.

      • Die App ermöglichte den Zugriff auf die Profile der Teilnehmer und auch auf Informationen über die jeweiligen Facebook-Freunde der Teilnehmer.

      • Entgegen den akzeptierten Nutzungsbedingungen gab der App-Betreiber Daten an Cambridge Analytica weiter.

      • Insgesamt sind 87 Millionen Nutzer betroffen.

      • Das Wissen über Facebook-Nutzer wurde verwendet, um gezielt Wahlkampf für den heutigen Präsidenten der USA Donald Trump zu betreiben.


    • Wer bei Facebook ist, liefert auch Daten

      Oft unterschätzen Nutzer die Menge an Informationen, die sich aus einem Profil in einem sozialen Netzwerk wie Facebook herauslesen lässt. Denn auch wenn man selbst vielleicht nur ab und zu mal ein lustiges Fundstück aus dem Internet teilt oder ein süßes Bild vom eigenen Haustier – über das Netzwerk und eventuelle Interaktionen lassen sich bereits überraschend viele Rückschlüsse ziehen. Durch Merkmale, die im digitalen Freundeskreis vermehrt oder in bestimmten Konstellationen auftreten, ergeben sich Hinweise auf Alter, Wohnort, Arbeitsplatz, Interessen, Familienmitglieder, finanzielle Situation, Bildung und vieles mehr. In der Regel sind das mehr als genug Informationen um herauszufiltern, ob jemand für eine bestimmte Werbebotschaft, ein Produkt oder eine Veranstaltung empfänglich ist.
    • Unsichtbar ist niemand in der digitalen Welt

      Je aktiver wir uns in der digitalen Welt bewegen, desto mehr Spuren hinterlassen wir. Auf Social-Media Plattformen zeichnet sich durch das Teilen von Beiträgen, „Gefällt mir“ Angaben, die Mitgliedschaft in bestimmten Gruppen, das Hochladen von Fotos oder die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen ein sehr deutliches Bild einer Person. Aber auch wenn wir Fahrziele bei Google Maps eingeben, etwas auf Shopping-Plattformen bestellen, Hotelübernachtungen online buchen und Themen im Internet recherchieren, geben wir etwas über unser Leben Preis. Es lohnt sich also – auch wenn eine völlige digitale Abstinenz heute für kaum jemanden mehr vorstellbar ist – zu hinterfragen, wem ich welche Daten gebe und wie vertrauenswürdig der jeweilige Anbieter ist.
  • Nehmen Sie den Schutz Ihrer Daten selbst in die Hand

    Oft schöpfen die Nutzer ihre Möglichkeiten nicht aus, um ihre Daten zu schützen. Das liegt auch daran, dass es ihnen schwer gemacht wird – die Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre sind zum Beispiel auch bei Facebook nicht leicht zu finden, verschachtelt angeordnet und kompliziert zu verstehen. Den Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder Datenschutzbestimmungen wird meist einfach zugestimmt, sicherlich in erster Linie, weil kaum jemand Lust und Zeit hat, die komplizierten Texte vollständig zu lesen und zu erfassen. Natürlich sollte man hier, um seine Daten zu schützen, noch genauer hinsehen, sich Angebote sorgfältiger auswählen und sich ausführlicher mit den Einstellungen beschäftigen. Kunden- und nutzerfreundlicher jedoch ist es, wenn die Unternehmen selbst für einen vertrauenswürdigen Umgang mit den Daten einstehen.
    • Wie kann ich mein Facebook-Profil besser schützen?

      • Der Schutz Ihrer Daten kann auch bei einer achtsamen Verwendung von Facebook und damit verknüpften Apps zwar nicht zu 100 % gewährleistet, aber zumindest verbessert werden. Kontrollieren Sie Ihre Privatsphäre-Einstellung und überprüfen Sie regelmäßig, welchen Apps Zugriff auf Ihre Facebook Daten haben.

        Im Video von ZEIT Online erhalten Sie 3 wertvolle Tipps, wie Sie die Weitergabe Ihrer Daten besser schützen können. Oder ob in letzter Konsequenz - um wirklich sicherzugehen, dass keine Daten weitergegeben werden - nur noch ein Ausstieg aus dem Netzwerk die Alternative ist.
  • Die klare Haltung von Grüne Erde zum Thema Datenschutz

    Für Grüne Erde ist der Schutz von Daten kein bloßes Lippenbekenntnis. Was unsere Kunden uns anvertrauen, soll auch gut verwahrt sein und keinesfalls an Dritte gelangen. Dazu arbeiten wir stetig daran, unser digitales Angebot zu verbessern und sicherer zu machen – zum Beispiel in dem wir möglichst viele Dienstleistungen im eigenen Haus abwickeln. Entsprechend dieser Philosophie haben wir uns auch bereits im März 2015 dazu entschieden, kein Grüne Erde Facebook Profil mehr zu betreiben – ebenso wie auf unserem Online-Auftritt keinerlei Social-Plugins, also „Gefällt mir“ oder „Teilen“ Buttons zu finden sind. Natürlich finden auch wir es schön, wenn jemand das, was wir tun, gut und richtig findet und es seinen Freunden persönlich weitererzählt – aber keinesfalls möchten wir dazu beitragen, dass unsere Kunden mit einem einfachen, unbedachten Klick Informationen an datensammelnde Unternehmen weitergeben.
  • Gemeinsam "aussteigen" für mehr Datenhoheit

    Sie wollen Ihr Profil löschen? Sie wären damit – wie die vielen Anhänger der Bewegung #deletefacebook zeigen – nicht alleine. Der WhatsApp-Gründer Brian Action fordert damit seine Follower auf, dem Netzwerk den Rücken zu kehren und ihre Profile zu löschen.

    Die Befürchtung ist weit verbreitet, dass man etwas verpasst oder nicht mehr dazu gehört, wenn man bei Facebook oder anderen sozialen Netzwerken aussteigt. Erfahrungsberichte zeigen, meist ist das Gegenteil der Fall. Man hat wieder mehr Zeit für die reale Welt, einen klareren Blick für die Menschen, die einem wirklich wichtig sind und man erfährt wieder mehr Dinge in echten, ehrlichen und tiefen Dialogen. Was zunächst als Verzicht gesehen wird, stellt sich letztlich als ein Gewinn heraus – in jedem Fall bekommt man ein Stück Hoheit über die eigenen Daten zurück, man bewegt sich nicht mehr in einer Welt, die zu Manipulation verwendet wird und verteidigt damit auch unsere Freiheit gegen ein Daten- und Kommunikationsmonopol. Einschränken lässt sich die Macht von Facebook nur, wenn möglichst viele Menschen das Netzwerk verlassen.
  • Gibt es Alternativen?

    Bereits seit einigen Jahren gibt es unabhängige Unternehmen am Markt. Diese bieten Dienste an, die so konzipiert sind, bewusst keine Datenspur im Netz entstehen zu lassen - eines davon ist Threema. Ein Messenger Dienst mit Fokus auf Sicherheit und Privatsphäre, der bereits 2018 von rund 4,5 Millionen Menschen genutzt wird.

  • Fotos: Dislike-Bild: Fotolia, Handy-Bild: Photo by Thought Catalog on Unsplash, Video-Thumbnail: Photo by Tim Bennett on Unsplash
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    • Monika Larcher meint

      Danke an Grüne Erde, ein großes Vorbild

      Antworten

    • Nicole Niesner meint
      Facebook bleiben oder gehen?

      Ich finde es wirklich schade das so leichtfertig mit den Daten umgegangen wird, aber es bleibt doch jeden selbst überlassen was er in FB oder Inet preis gibt! Ich werde in FB bleiben. Denn es ist das Inet und nicht nur FB wo das passieren kann. Man kann nur hoffen das, dass positive Wirkung für die Zukunft hat. Danke für den guten Artikel.

      Antworten

    • Birgit Sauerwald meint
      Facebook - nein, danke!

      Hallo, nein ich war nie bei Facebook angemeldet und werde es auch nicht sein. Kommunikation geht auch anders. Nicht jeder Trend muss mitgemacht werden, auch wenn natürlich ohne Digitalisierung nichts mehr geht. Achtet auf Euch !!

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    • Gabriel Lauchard meint
      meine Meinung

      sehr interessanter Artikel! Kann dem Allen nur zustimmen ! Danke Sehr !

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    • Michael Praschma meint
      Datenschutz, Facebook und Co

      Als in Deutschland für 1983 eine maschinell auszuwertende Volkszählung geplant (und eine maschinenlesbarer Personalausweis hinzukommen sollte, habe ich wie tausende andere in einer der vielen Volkszählungsinitiativen agitiert. Erfolg war der erste Meilenstein des Datenschutzes: Das Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgerichts – Stichwort "informationelle Selbstbestimmung". Was wir damals unter dem Schlagwort "Orwell 1984" befürchtet haben, als Panikmacher kritisiert, ist heute der noch immer harmlosere Bruchteil der ganzen Wirklichkeit. Mit Ausnahme dessen, dass wir noch keinen totalitären Staat haben, der damit jedes Individuum nach Belieben fertigmachen könnte. Die Entscheidung der Grünen Erde ist völlig richtig, und es ist gut, damit aus gegebenem Anlass wieder an die Öffentlichkeit zu gehen. Ich bin auch für jede Form der Regulierung von Facebook und anderen (Google ist ja noch viel übergriffiger!); zugleich gestehe ich: Ich nutze Facebook beruflich und privat mit so vielen Vorzügen, dass ich mich der Delete-Aktion nicht anschließen werde. Als Ziel für Ads bin ich uninteressant. Mein journalistischer Hintergrund erlaubt mir, Infos aus Facebook sofort zu relativieren. Und wenn es hier politisch wirklich gefährlich wird, muss ich sowieso weg.

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      Grüne Erde antwortet

      Vielen Dank für Dein Kommentar und den Rückblick auf die ersten Meilensteine des Datenschutzes. Wir freuen uns sehr, wenn wir Kommentare und Diskussionsbeiträge von KundInnen und Weggefährten erhalten. Die Grüne Erde ist ein Unternehmen mit klaren Wertvorstellungen und wir haben seit der Gründung 1983 immer das Ziel verfolgt, die Welt mit unserem Denken und Handeln sowie mit unseren Produkten fairer und ökologisch besser zu machen. Somit ist für uns, wie bereits erwähnt, der Schutz von Daten kein bloßes Lippenbekenntnis. Liebe Grüße, das Grüne Erde-Team

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    • Sibylle Halder meint
      mich für die Information bedanken

      Danke für die kurze und ausführliche Information!

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