Kontrollierte Naturkosmetik: Die Produktion

  • “Die Natur in besten Händen.”
  • Zarte Düfte im Raum

    Auf den Catwalks von Paris oder Mailand würde man wohl wenig Beifall ernten – für die „Reinraum-bekleidung“, in die gnadenlos jeder gesteckt wird, der hier auch nur kurz seinen Fuß in die Türe setzen möchte. Doch ist sie erstens vorgeschrieben, zweitens zweckmäßig – und drittens haben sich die Mitarbeiterinnen an die Arbeitskittel und „Einweg-Hauben“ so gewöhnt, dass sie sich bereits selbstironisch darüber lustig machen – und über den ebenso gekleideten Besucher. Das Mehlwurm-Outfit entspricht – so wie diverse Luftschleusen und Absaugeinrichtungen – jenen „reinraumtechnischen Bedingungen“, die aus Hygienegründen hier vorgeschrieben sind: in der Grüne Erde-Naturkosmetik-Produktion, untergebracht in der „Rittmühle“ im oberösterreichen Almtal. Nach der anfänglichen, bekleidungs-technisch bedingten Ablenkung sind die Sinne des Besuchers dann wieder völlig offen für all die herrlichen Düfte, die hier zart durch den Raum schweben: süßlich, würzig, cremig, ölig, kräuterig, grün, zitronig …
  • Acht starke Frauen

    Cremes, Öle, Fluids, Gels, Bäder, Shampoos, Lotionen: Sämtliche Grüne Erde-Kosmetika werden hier in der Rittmühle in Vorchdorf produziert – von acht starken Frauen, die dafür sorgen, dass sich die Kundinnen wohl „in ihrer Haut“ fühlen. Die Rezepturen entwickelt Barbara Gehmayr: „Das ist eine spannende Herausforderung, weil wir in der Naturkosmetik nur einen relativ kleinen Spielraum in Bezug auf die Grundstoffe haben, die verwendet werden dürfen“, sagt die studierte Pharmazeutin und Apothekerin. Selbstverständlich sind alle von Grüne Erde verwendeten Rohstoffe für Naturkosmetika zugelassen, alle Produkte sind von renommierten Institutionen wie etwa NATRUE oder Austria Bio Garantie zertifiziert.
  • Alles in Handarbeit

    Von einer Fertigung im kleinen Maßstab zu sprechen, ist wohl nicht untertrieben: Die von der gelernten Bäckerin und Konditorin Tanja Hinterwirth mit Bravour beherrschte High Tech-Mischanlage ist nur für etwa 25 bis 60 kg Creme pro Charge ausgelegt. Manchmal werden auch nur 100 Fläschchen eines Öls abgefüllt, und die maximal 1.000 Einheiten, die hier in der Rittmühle täglich hergestellt werden, stehen zu großen Kosmetikunternehmen etwa im gleichen Verhältnis wie eine Maßschuhwerkstatt zu einer Turnschuhfabrik in China.

    Einwägen, Abfüllen, Zuschrauben, Aufdrucken der Chargennummer und des Abfülldatums, Aufkleben des Etiketts, Verpacken: Alles wird in Handarbeit erledigt. Jeder Cremetiegel wird bis zu zehnmal in die Hand genommen, bevor er das Haus verlässt. Die Mitarbeiterinnen sitzen nicht am Fließband und arbeiten die Zeit ab, sondern sind mit Herz und Seele dabei. Sie begleiten das Produkt vom Rohstoff bis zur Verpackung, identifizieren sich daher in hohem Maße damit und fühlen sich verantwortlich dafür. Jede Creme wird mit Respekt für die wertvollen Rohstoffe sorgfältig und liebevoll, buchstäblich einzeln für die Kundinnen „zurechtgemacht“.
  • Natürlich konserviert

    In der Produktion muss besonders sauber und keimfrei gearbeitet, besonders gründlich gereinigt werden, da in der Naturkosmetik keine problematischen Konservierungsmittel eingesetzt werden dürfen. „Statt dessen verwenden wir natürliche Substanzen, die konservierende und stabilisierende Eigenschaften haben“, so Barbara Gehmayr, „wie etwa Weingeist, ätherische Öle und Duftstoffe.“ „Wir verwenden nur so viel dieser Zusätze wie nötig, und so wenig wie möglich“, ergänzt Produktionsleiterin Katharina Herzog.

    Um die Stabilität und Sicherheit der Produkte zu gewährleisten, wird bei jeder Charge sofort ein mikrobieller Test im eigenen Labor durchgeführt. Erst, wenn dieser in Ordnung ist, füllt man die Creme, das Öl, das Shampoo ab. Eine Woche später gibt es eine zweite, stichprobenartige Überprüfung, sodass man im Fall des Falles die „Notbremse“ ziehen könnte, bevor die Produkte ins Versandlager und in die Stores kommen. Zusätzlich testet ein externes Profi-Labor die Produkte auf „mikrobielle Stabilität“.
  • Geprüft & Zertifiziert

    Auch die Produktionsstätte als solche wird jährlich von einer firmenunabhängigen Zertifizierungsstelle für Naturkosmetik überprüft. Darüber hinaus ist Grüne Erde für „Good Manufacturing Practice“ im Bereich Kosmetik zertifiziert. Die GMP – auf Deutsch „Gute Herstellungspraxis“ – umfasst strenge Richtlinien für die Produktionsabläufe und -umgebung bei der Herstellung von Arzneimitteln, Wirkstoffen, Lebensmitteln oder eben Kosmetika. GMP dient der Gewährleistung der Produktqualität und der Erfüllung der für die Vermarktung verbindlichen Anforderungen der Gesundheitsbehörden. Womit wir wieder am Anfang, bei der „Reinraumbekleidung“, wären, die aber zum Glück nur bei der Produktion der Naturkosmetik vorgeschrieben ist …