Holz ist ein lebendiges Material

  • Wenn Sie Möbel aus Vollholz kaufen, sollten Sie sich bewusst sein, dass es sich dabei um ein „lebendiges“ Naturmaterial handelt. Auch in verarbeitetem Zustand reagiert Holz auf schwankende Luftfeuchtigkeit mit Schwinden und Quellen. Wie heißt doch ein altes Sprichwort: „Nicht nur der Tischler arbeitet, sondern auch das Holz.“
  • Es liegt eben in der Natur der Sache, dass Vollholz abwechslungsreich gemasert ist, Äste (vor allem bei Zirbe) und farbliche Unterschiede zu sehen sind und dass Holz stets ein wenig „arbeitet“: Je nach Jahreszeit und Temperatur nimmt es mehr oder weniger Feuchtigkeit aus der Luft auf und gibt sie bei Trockenheit wieder ab.
  • Quellen und schwinden

    Holz ist hygroskopisch. Diese Eigenschaft trägt zu einem angenehmen Raumklima bei: Im Sommer wird Feuchtigkeit aus der Luft aufgenommen, im Winter wieder abgegeben. Es ist daher ratsam, Vollholzmöbel möglichst geringen Temperatur- bzw. Feuchtigkeitsschwankungen auszusetzen: Wenn es möglich ist, sollten Sie Ihre Möbel nicht direkt neben Heizkörper stellen. Auch in sehr feuchten Badezimmern kann Holz mit leichten Verformungen reagieren.

    Holz quillt bei zunehmender Feuchtigkeit, schwindet bei Trockenheit, unterliegt dabei Spannungen, neigt zum Drehen und Verwerfen. Bei einem 200 cm langen Tisch aus natürlichem Buchenvollholz kann das Schwind- bzw. Quellmaß bis zu 4,5 mm betragen. Schranktüren oder Schubladen können bei hoher Luftfeuchtigkeit etwas schwergängiger sein als bei niedriger. Stühle können bei extrem trockener, warmer Luft ein bisschen „beweglicher“ werden.
  • Gratleisten und Dehnungsfugen

    Aber unsere Designer, Möbelkonstrukteure und Tischler wissen um dieses naturgemäße Verhalten des Holzes und berücksichtigen es vorausschauend bei ihrer Arbeit – etwa, indem sie Gratleisten zur Stabilisierung großer Flächen einbauen oder Dehnungsfugen vorsehen. Dann kann das Möbelstück ohne Materialbeschädigung und Risse „arbeiten“.

    Unsere Vollholzmöbel unterscheiden sich von Möbeln aus Spanplatten nicht nur durch das natürliche Material, sie zeichnenn sich auch durch ihre fachlich richtige, tischlermäßige Konstruktion aus. Fachlich richtig heißt:
    • so viel Vollholz wie möglich,
    • so viel Leimstellen wie nötig,
    • materialgerechte Verarbeitung des Holzes unter Berücksichtigung dessen Wuchs- und Faserrichtung
    • sowie der spezifischen Anforderungen an Druck und Zug beim fertigen Möbelstück.
    Das bedeutet zum Beispiel, Möbelteile wie Betthäupter oder Schranktüren, -böden und -rückwände, die aufgrund ihrer großen Oberfläche besonders zum Verziehen und Verwerfen neigen würden, aus mehrschichtig verleimtem Vollholz zu fertigen. Dessen Sandwich-Aufbau beschränkt das Arbeiten des Holzes auf ein vertretbares Maß.
    • Holzmaserung, so individuell wie ein Fingerabdruck

      Jedes Stück Holz hat seine eigene, individuelle Zeichnung. Diese gewachsene „Maserung“ macht jedes unserer Möbel einzigartig – wie das Gesicht oder den Fingerabdruck eines Menschen.
    • Die Maserung ist die typische Musterung, die an der Oberfläche des geschnittenen Holzes – und damit an der Oberfläche von nicht lackierten Naturholzmöbeln zu erkennen ist. Die Maserung wird auch Holzbild, Textur oder Flader genannt. Je nach Holzart fällt die Maserung wellig, geflammt, streifig, wolkig oder gepunktet aus
    • Die Maserung: ruhig oder lebhaft?

      Die Maserung des Holzes ist naturgegeben und je nach Holzart unterschiedlich stark ausgeprägt. Was der eine schön findet – eine kräftige, lebendige Zeichnung – ist dem anderen vielleicht zu unruhig. Unsere Buchenholzmöbel etwa sind gleichmäßiger und dezenter gemasert als solche aus wolkiger Kernesche, geflammter Kernbuche oder astreicher Zirbe.
      So gesehen, beeinflusst die Holzart – vor allem bei großflächigen Möbeln wie etwa Schränken oder Tischen – die Gesamtwirkung eines Raumes nicht unwesentlich.

      Eines aber gilt für jede Holzart: Bäume haben Äste sowie Jahresringe, und diese individuell gewachsenen Strukturen finden sich – anders als bei homogenen Spanplatten – im Schnittholz wieder, das zu Möbeln verarbeitet wird. Daher ist jedes Brett, jeder Pfosten und jedes Kantholz „naturgemäß“ ein Unikat.