Das Denim-Dossier – Grüne Erde Jeans

  • Auf seine alten Tage wird der blaue Klassiker doch noch „grün“: Wir zeigen, wie man Jeans ökologisch und sozial fair produzieren kann.
  • Grüne Erde Denim-Jeans
    Denim – woher kommt es? Was bedeutet es?
  • Von der Arbeitshose zum Symbol ewiger Jugend

    Wir schreiben das Jahr 1853: Als der Kurzwarenhändler Levi Strauss Goldgräbern in Kalifornien Segeltuch für ihre Zelte verkaufen will, sagt ein Gold Digger in abgerissener Kleidung zu ihm: „Sie hätten Hosen bringen sollen!“

    So beginnt die Geschichte des wohl legendärsten Kleidungsstückes der Welt. Ursprünglich Arbeitshose für Goldgräber, Cowboys, Minenarbeiter und Farmer, ab den 1950er-Jahren Symbol für Rebellion, Freiheit und Nonkonformismus, sind diese bequemen, strapazfähigen, vielseitigen, stets modischen Hosen längst zum Klassiker, ja zu einem Mythos ewiger Jugend geworden: Jeans.
  • Blaues aus Nîmes – Blue Denim

    Das Wort „Jeans“ geht wohl auf jenes grobe Baumwollgewebe aus Norditalien zurück, das im 19. Jahrhundert über den Hafen Genua auch nach den USA verschifft wurde. Aus der französischen Form von Genua – Gênes – entwickelte sich dann in Amerika das englisch ausgesprochene „Jeans“. Der Begriff wurde auch für die aus dem Stoff geschneiderten Hosen verwendet.

    In den 1850er-Jahren verkaufte Levi Strauss den Goldgräber und Minenarbeiter neben Gütern des täglichen Bedarfs auch robuste Arbeitsbekleidung. Später tat er sich mit dem Schneider Jacob Davis zusammen und entwickelte mit ihm 1872 jene berühmten Hosen mit den nietenverstärkten Taschen und doppelten Nähten.

    Bei der Webart des Stoffes wechselte man von der ursprünglichen Leinen- auf die robustere Köperbindung. Das mit Indigo blau gefärbte Gewebe kam hauptsächlich aus der französischen Hafenstadt Nîmes. Der blaue Stoff „de Nîmes“ hieß in den USA bald „Blue Denim“.
  • Eng anliegend und körperbetont

    1945 brachten amerikanische Soldaten die Jeans nach Europa, 1948 wurden die Hosen erstmals in Deutschland, seit 1953 auch für Frauen hergestellt. In den 1950er-Jahren entwickelten sich die bis dahin nur als Arbeitshosen getragene Jeans zum Symbol des Protests gegen Traditionen und Autoritäten. Sie wurden zum Sinnbild der bewussten Herausforderung von Konventionen, verkörpert – im wahrsten Wortsinn – durch Jugend-Idole wie Marlon Brando, James Dean und Elvis Presley. Eng anliegend und körperbetont strahlten die Hosen eine zur damaligen Zeit provokante Erotik aus.
  • Jeans von Grüne Erde

    • Auch wir erliegen der Faszination dieses Mythos’ und fertigen klassische Jeans aus Denim – nach den strengen ökologischen und sozial fairen Regeln von Grüne Erde.
      Das heißt konkret:
    • Die Herstellung

      • Kontrolliert biologisch angebaute Baumwolle aus der Türkei, gesponnen, gefärbt und gewebt im Herkunftsland der Faser.
      • Konfektioniert in kleinen Schneidereien in Polen, mit jeweils nur etwa 40 Näherinnen – winzige Betriebe im Vergleich zu den riesigen Produktionsstraßen in Fernost.
      • Grüne Erde-Jeans sind GOTS-zertifiziert (Global Organic Textile Standard), das heißt: die Hosen werden gemäß strenger Regeln ökologisch und sozial fair hergestellt. Alle an Produktion und Verkauf beteiligten Unternehmen – vom Baumwollproduzenten bis zu Grüne Erde – sind GOTS-zertifiziert. Die Herstellungskette ist transparent und lückenlos nachweisbar.
      • Wir versuchen, die Transportwege möglichst kurz zu halten. Deshalb kommen unsere Jeans aus Europa, während sonst vorwiegend in Fernost produziert wird.
      • Der Stoff ist gemäß GOTS ökologisch verträglich und gesundheitlich unbedenklich gefärbt. Wir verwenden für unser Blue Denim (synthetischen) Indigo-Farbstoff. Dieser liegt nur an der Oberfläche der Faser an. So kann später in der Wäscherei auch ein hellerer Waschausfall erzielt werden, weil sich die Farbe „herunterwaschen“ lässt.
        Während der gesamten Produktion wird auf einen möglichst geringen Wasserverbrauch geachtet, die Abwässer der Färberei und Wäscherei werden selbstverständlich gereinigt. Unsere Jeans sind nicht sandgestrahlt.

    • Die Qualitätsmerkmale

      • Stoffgewicht: das Gewicht von Denim wird traditionell in Ounces (oz) pro Square Yard angegeben (umgerechnet: 28,35 g pro 0,8361 m²). Je höher dieses Flächengewicht, desto voluminöser ist der Stoff, desto schwerer sind die Jeans.
        Die ersten Jeans vor 150 Jahren wogen etwa 14 oz (407 g/m²). Da Sie mit ihren Hosen vermutlich nicht in Gebirgsflüssen oder tief im Berg nach Gold schürfen werden, haben wir uns für ein angenehm mittelleichtes Denim-Gewicht von 9 oz entschieden (ca. 305 g/m²).
      • Elasthananteil: bei unserem Blue Denim 1 %, bei Grey Denim 2 %. Die Verwendung von Elasthan trägt zur perfekten Passform bei und bietet Ihnen hohen Tragekomfort.
      • Design und Schnitte aller Denim-Modelle stammen aus unserem Haus und werden über die Saisonen hinweg weiterentwickelt. Ergebnis: optimale Passformen bei unseren NOS-Modellen.
      • Reißverschlüsse, Knöpfe und Nieten sind zwar nicht GOTS-zertifizierbar, erfüllen aber die Ökotex-Standards.
      • Waschbarkeit, Ausbleichen, Einlaufen: Wir empfehlen eine 30°-Maschinenwäsche. Da wir keine chemischen Farbfixierer verwenden, könnten vor allem dunkle Denims in der Waschmaschine auf helle mitgewaschene Stoffe abfärben, daher die Hose bitte separat waschen. Das Einlaufen ist vernachlässigbar, da die Jeans im Zuge der Produktion vorgewaschen wurden.
      Was würde wohl Levi Strauss, „Erfinder“ der legendärsten Hose der Welt, zu den Jeans von Grüne Erde sagen? Wir glauben, Levi würde lächeln.