• Metallfreie Holzverbindungen

    Manche sagen, der Verzicht auf Metall schränkt die gestalterischen Möglichkeiten ein. Wir sagen: Es ist genau dieser Verzicht, der uns kreativ werden lässt.
    • Traditionell verleimt oder gesteckt

      • Beim Bau unserer Möbel verwenden wir keine Verbindungsteile aus Metall, wie Schrauben oder Winkel. Wir arbeiten statt dessen mit sauber verleimten Verbindungen wie etwa Fingerzinken, oder mit passgenauen, fest sitzenden, dennoch wieder lösbaren Steckverbindungen aus Holz.

        Diese Holzfügetechniken sind von klassischen Vorbildern des europäischen und japanischen Tischlerhandwerks inspiriert, wurden von uns adaptiert bzw. neu entwickelt. Sie sind ein typisches Merkmal hoch entwickelter Vollholztischlerei.
      • Metallfreie Holzverbindungen tragen zur Langlebigkeit unserer Möbel bei

        Darüber hinaus sehen verleimte bzw. gesteckte Holzverbindungen elegant aus, sind feinsinnig, erfüllen viele Jahre lang zuverlässig ihre Funktion, leiern nicht aus und ermöglichen es, unsere Möbel ohne großen Aufwand und Spezialwerkzeug, sowie ohne Qualitäts- und Funktionsverlust wiederholt zusammenzubauen und wieder zu zerlegen, etwa für den Transport.

        Damit tragen metallfreie Holzverbindungen auch zur Langlebigkeit unserer Möbel bei: An einem prächtigen Esstisch wie Tonda wird auch die nächste Generation noch ihre Freude haben.
    • Möbel-Design: Beschränkung als Stilmittel

      • Grüne Erde beschränkt sich im Möbelbau auf wenige Naturmaterialien und Hilfsmittel. Diese Beschränkung prägt das Design, den typischen Stil und den Charakter unserer Möbel.
      • Jedes unserer Möbel folgt klaren Gestaltungsprinzipien

        Strikte Orientierung an der Natur, Reduktion und Konzentration auf das Wesentliche, Verzicht auf das Überflüssige, Betonung der Klarheit, Priorität der Funktion, aus der sich die Form ergibt, Schönheit des Schlichten und Ästhetik des Einfachen: Diese Gestaltungsprinzipien gelten – unabhängig vom jeweiligen Designer – seit der Gründung unseres Unternehmens 1983 für alle Grüne Erde-Möbel.

        Ein Möbel von Grüne Erde ist ein Stück Natur in der Wohnung, dessen spiritueller Funke auf die Bewohner überspringt. Unsere Möbel wirken über ihre pure Funktion hinaus emotional, treten mit dem Menschen in Verbindung und kommunizieren mit ihm.

        Die Möbel sollen nicht nur funktionell so lange „halten“ wie der Baum, aus dessen Holz sie gefertigt wurden, braucht um nachzuwachsen – etwa 70 Jahre. Sie sollen auch ästhetisch lange halten und ihren Besitzern über viele Jahre hinweg gefallen. Das setzt eine gewisse „zeitlose“ Formgebung voraus. Daher ist es ein wichtiges Kriterium unseres Möbeldesigns, nach Formen zu suchen, die Modewellen und Trends überdauern. Dennoch ist bei der Gestaltung von Möbeln auch immer ein Hauch Zeitgeist dabei, weil unsere Designer eben nicht abgeschottet und unbeeinflusst von der Welt leben und arbeiten, sondern auch von Dingen, die sie allgegenwärtig um sich haben, geprägt sind.
      • Natürlichkeit als Herausforderung

        • “Es ist eine Herausforderung, ausschließlich mit Naturmaterialien zu arbeiten. Diese Einschränkung ist insofern reizvoll, als man dadurch eine ganz eigene Formensprache entwickelt.”
          Jörg Wulff, Designbüro Müller Wulff Berlin
        • Wir haben gewisse Grundvorstellungen, wie jedes Möbelstück prinzipiell aussehen soll, folgen aber keinem exakt definierten Öko-Design. Es ist vielmehr so, dass die Verwendung bzw. bewusste Nichtverwendung von bestimmten Materialien, sowie unsere Art, stark handwerklich zu arbeiten, beinahe von selbst zu bestimmten Formen führen und so den typischen Stil unserer Möbel und deren eigenen, unverwechselbaren Charakter prägen.

          Da wir aus ökologischen Gründen auf Materialien wie Spanplatten, Metall, Kunststoffe oder Aluminium verzichten, sind die Ansprüche an unsere Designer ungleich höher als bei „gewöhnlichen“ Möbeln. Das Gestalten erfordert längeres und gründlicheres Nachdenken, das Repertoire an Werkstoffen ist stark beschränkt.
      • Die Formen ergeben sich logisch aus dem Werkstoff

        Die Form der Möbel entsteht aus dem Werkstoff selbst heraus, folgt dessen Logik, ist von den Eigenschaften und Möglichkeiten, Stärken und Schwächen dieses natürlichen Materials geprägt. Eine „Schwäche“ des Naturmaterials Holz ist etwa das Schwinden und Quellen bei wechselnder Luftfeuchtigkeit (Sommer, Winter). Auch wenn es nur wenige Prozent sind, kann dies etwa bei einem großen Tisch in Summe ein, zwei Zentimeter ausmachen. Das muss bei der Konstruktion berücksichtigt werden – etwa durch den Einsatz von nicht fix verleimten Nut- und Federverbindungen, die genug Spielraum lassen, damit sich das Holz – den Blicken des Betrachters geschickt entzogen – bewegen kann, ohne zu reißen.
      • Intensiver Design- und Entwicklungsprozess

        • Der Design- und Entwicklungsprozess unserer Möbel beginnt mit dem Briefing von Grüne Erde an die Designer: Welche Art von Möbel wollen wir? Welchen Zweck soll es erfüllen? In welcher Preisklasse soll es liegen? Wen soll es besonders ansprechen?

          Die Designer entwickeln daraus Ideen, schätzen die Machbarkeit ab, schlagen mögliche Formen und geeignete (Natur)Materialien vor. Dabei kommen je nach persönlicher Arbeitsweise Handskizzen, Renderings, Moodboards, 3D-Drucker-Modelle etc. zum Einsatz.

          In mehreren intensiven Produktentwicklungsbesprechungen mit Designern, unseren Produktmanagern, hausinternen Holztechnikern und Geschäftsführern werden die Anforderungen und Möglichkeiten des Möbels schrittweise konkretisiert und umgesetzt.
      • Die Ästhetik der Zeitlosigkeit

        Bald folgen dann erste 1:1-Modelle, danach (meist) mehrere Prototypen, bis alle funktionellen und ästhetischen Ansprüche an das Möbel erfüllt sind. Erst wenn dies der Fall ist, starten wir mit der (Klein)Serienfertigung des Produkts. Abhängig von der Komplexität des Möbelstücks erstreckt sich solch ein Designprozess über ein bis drei Jahre.

        Das Ergebnis des Designprozesses muss immer vernünftig, maßvoll, angemessen, zurückhaltend und leise sein. Ein Möbelstück von Grüne Erde darf aber auch ein wenig polarisieren, sonst wird es beliebig, austauschbar – und das ist gerade eben nicht nachhaltig. Letztlich braucht es wohl, wie für gutes Design im Allgemeinen, auch für Zeitlosigkeit ein ästhetisches Gespür.

  • Zerlegbare Holzverbindungen

  • Verleimte Holzverbindungen

  • Möbel-Konstruktion: Das Holz „verstehen“

    • Die Menschen hinter unseren Produkten

      Grüne Erde-Möbel zu konstruieren, ist die Quadratur des Kreises: Es muss technische Exaktheit mit dem von Natur aus „unexakten“, weil lebendigen Material Holz verbinden.


      • Alexander Stüger ist Möbelkonstrukteur bei Grüne Erde, und damit ein wichtiger Verbindungsmann zwischen Design und Fertigung. Er wuchs im Bodenlegerbetrieb seines Vaters in Altaussee auf, war von Kindesbeinen an mit Holz und Handwerk vertraut, entwickelte schon bald ein Verständnis für Naturmaterialien und Technik. Doch zum Möbelkonstruieren kam er erst über Umwege: Höhere Technische Lehranstalt für Innenausbau in Hallstatt, einige Semester Architekturstudium, Leistungssport, Brunnenbau, Fahrradwerkstätten-Leiter, Pharmabranche, Bausanierung, selbstständiger Innenarchitekt.

        Aufgrund dieser vielfältigen Erfahrungen hat Alexander einen ganz spezifischen Zugang zum Konstruieren von Möbeln, blickt gern hinter die Dinge und darüber hinaus, was oft außergewöhnliche Lösungen hervorbringt. Der Verzicht auf sonst in der Möbelbranche übliche Plattenmaterialien und Metallbeschläge zwingt förmlich zu kreativen Ideen, wie man etwa Bauteile von Möbeln verbinden kann. „Man darf dabei nicht immer wie ein Tischler denken. Die Anregungen für solche neuen Lösungen kommen manchmal gar nicht aus dem klassischen Tischlerhandwerk, sondern z.B. aus dem Fahrradrahmenbau“, so Alexander. Er arbeitet – vielmehr „tüftelt" – unermüdlich so lange an einem Problem, bis das Ergebnis, wie eine Holzverbindung, technisch optimal ist und gleichzeitig hohen ästhetischen Ansprüchen genügt.



      • Grüne Erde-Möbel sind immer ein Kompromiss zwischen Vorgaben des Designers, Möglichkeiten, Belastbarkeit und Stabilität des Materials und technischer Machbarkeit. Das erfordert vom Konstrukteur Kreativität und Flexibilität. Alexander meint, man müsse das Holz „verstehen“, sein Verhalten unter Belastung „vorausahnen“ und Holzmöbel entsprechend „materialgerecht“ konstruieren. Dazu gehört auch die Übertragung von technischer Exaktheit auf das von Natur aus eigentlich „unexakte“, lebendige Material Holz, das auf wechselnde Temperatur und Luftfeuchtigkeit reagiert.

        Wo wirken beim fertigen Möbel welche Kräfte auf das Material und die Verbindungen der einzelnen Holzteile? Wie schlank können etwa Stuhlbeine sein, um elegant auszusehen und gleichzeitig ausreichend stabil zu sein? Um die Antwort auf solche Fragen zu finden, macht sich Alexander Stüger viele handschriftliche Notizen und fertigt unzählige Zeichnungen in seinem Skizzenbuch an, das ein wenig an die berühmten Notizbücher von Leonardo da Vinci erinnert. Erst dann geht es ans computergestützte Konstruieren. Um ein Sofa, eine Leuchte oder einen Beistelltisch richtig zu "verstehen", baut Alexander auch den ersten Prototyp der von ihm konstruierten Möbel immer selbst. Denn dem Zufall überlässt er nichts.

        Lesen Sie mehr über unsere metallfreien Holzverbindungen und Möbel-Design bei Grüne Erde.