Bio-Baumwolle

  • Bio-Baumwolle ist ein verlässlicher „Allrounder“: eine hautfreundliche, weiche Naturfaser mit mittlerem Wärmevermögen, sehr geringem Allergiepotenzial, hoher Scheuerfestigkeit und gleichzeitig sehr guter Schmiegsamkeit. Sie ist luftdurchlässig und sehr saugfähig.
    Für unsere Produkte verarbeiten wir ausschließlich hochwertige Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA), vor allem aus Indien, Tansania und der Türkei.
  • Farbig gewachsene kbA Baumwolle: ungefärbt und natürlich

    Die farbige Baumwolle für einige unserer Naturtextil-Produkte stammt aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) in Peru. Sie ist nicht gefärbt, sondern wächst von Natur aus – ohne Gen-Technik – farbig auf dem Strauch. Den peruanischen Indios war farbig wachsende Baumwolle bereits vor 5.000 Jahren bekannt, doch standen bei der industriellen Textilproduktion stets Baumwollsorten im Zentrum, die rein weiße Fasern lieferten. Anfang der 1980er-Jahre wurde im peruanischen Dschungel die inzwischen vergessene, farbig wachsende Baumwolle wiederentdeckt. Seither bemüht man sich um die züchterische Verbesserung ihrer Eigenschaften. Vorteile dieser Baumwolle: traditionelle Ernte 
von Hand (ohne chemische Entlaubungsmittel), umweltschonende Verarbeitung, Verzicht auf Färbeprozesse, und als Folge der schonenden Behandlung: längere Haltbarkeit, höhere Belastbarkeit und Hautfreundlichkeit der Faser.
  • Das sollten Sie wissen

    • Baumwolle war in Mittelamerika und Asien schon vor Jahrtausenden bekannt, gelangte aber erst im 14. Jahrhundert in größeren Mengen nach Mitteleuropa.
    • Heute ist die Baumwolle in der Textilproduktion die „Nummer 1“: Knapp 45 % der weltweit produzierten Bekleidungstextilien werden aus Baumwolle gefertigt.
    • Die Fruchtkapseln des Baumwollstrauches enthalten rund 30 Samenkörner, an denen jeweils 2.000 bis 7.000 Fasern mit einer Länge von 15 bis 50 mm sitzen.
    • Bio-Baumwolle für Schlafprodukte

    • Nur 1 % Bio-Baumwolle

      Baumwolle ist die am häufigsten verarbeitete Naturfaser, was aber nicht heißt, dass sie auch naturbelassen bleibt: Für konventionelle Baumwolle werden Unmengen von Agrarchemie eingesetzt, zudem sind etwa 70 bis 75 % der weltweit geernteten Baumwolle gentechnisch verändert. Nur 1 % stammt aus kontrolliert biologischem Anbau. Bio-Baumwolle verbraucht deutlich weniger Wasser als konventionelle, ist frei von Gentechnik, chemischen Pestiziden, Herbiziden und synthetischen Düngemitteln.
    • Hautfreundlich, gesundheitlich unbedenklich

      Sämtliche Baumwolle, die wir für unsere Matratzen, Kissen, Decken, Unterbetten, Auflagen und Bettwäschen verarbeiten, stammt aus kontrolliert biologischem Anbau, und wird nach strengen ökologischen Standards weiterverarbeitet: kardiert, vervliest, gesponnen, gezwirnt, gewebt, gefärbt, bedruckt, konfektioniert etc. So bleiben alle unsere Bettwaren aus Bio-Baumwolle frei von Agrar- und Ausrüstungschemie sowie giftigen Farben. Sie sind hautfreundlich und gesundheitlich unbedenklich. Unsere mit Baumwolle gefüllten – waschbaren – Schlafdecken erfüllen sogar den strengen GOTS-Standard und sind entsprechend zertifiziert.

      Baumwolle ist sehr hautfreundlich, weich, saugfähig und luftdurchlässig, was sie für die Verwendung im Schlafbereich prädestiniert. Baumwolle ist pflegeleicht, waschbar, rein pflanzlichen Ursprungs und deshalb auch für Hausstaubmilben- und Tierhaarallergiker geeignet.
    • Waschbarkeit

      Noch ein Wort zu unseren waschbaren Decken, Kissen und Unterbetten aus Baumwolle:
      Ein typisches Erkennungszeichen und Qualitätsmerkmal von Bio-Baumwolle sind kleine Rückstandspartikel der Fruchtkapsel im fertigen Vlies. Denn: Anders als konventionelle Baumwolle wird Bio-Baumwolle vor der Ernte nicht mit chemischen Entlaubungsmitteln behandelt (dieses lässt die Kapsel von der Pflanze abfallen, nur die Wollfasern bleiben am Stengel zurück, was die maschinelle Ernte erleichtert). Außerdem wird konventionelle Baumwolle meist auch noch mit Hilfe von Chemie von kleinen Pflanzenteilen gereinigt.

      Bio-Baumwolle dagegen wird meist von Hand geerntet und mit natürlichem Waschmittel gereinigt, wobei eben nicht alle Pflanzenteile entfernt werden können. Auch beim mechanischen Kardierungsprozess der Baumwolle lassen sich nicht alle Partikel restlos auskämmen.  

      Diese Kapselrückstände sind meist braun bis schwarz, können beim Waschen der Bettwaren etwas „ausbluten“ und bräunliche Flecken im Bezug hervorrufen. Dem beugt man vor, indem man unmittelbar nach dem (aller)ersten Waschgang sofort noch einen zweiten anschließt. Außerdem hilft auch die Zugabe von Fleckensalz bei allen weiteren Wäschen gegen Verfärbungen.
    • Bio-Baumwolle für Mode

    • Peruanische Tanguis Baumwolle für unsere Mode

      An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert stand die peruanische Baumwollindustrie vor dem Zusammenbruch – und das in einem Land, in welchem diese Faser bereits seit 6.000 Jahren auf höchstem Niveau verarbeitet wurde und einen wichtigen Teil der Wirtschaftsleistung ausmachte.

      Was war geschehen? Die vorwiegend ägyptischen Baumwollsorten Perus waren von einem zerstörerischen Pilz befallen, Fungizide noch unbekannt. Doch der Unternehmer, Baumwollpflanzer und Agrarwissenschaftler Fermín Tangüis (1851-1930) hatte eine Idee: Er experimentierte so lange mit selektionierten, pilzresistenten Baumwollsorten, bis ihm 1911 nach rund zehn Jahren die Züchtung einer neuen, widerstandsfähigen Sorte gelang. Sie wurde ihm zu Ehren „Tanguis-Baumwolle“ benannt.

      Fermín hatte die Größe, seine Neuzüchtung auch anderen Baumwollfarmern des Landes kostenlos zu überlassen, was die Verbreitung der neuen Sorte stark beschleunigte. Fermín Tanguis gilt als Retter der peruanischen Baumwollindustrie, seine Züchtung erwies sich für das Land als „Oro Blanco“ – „Weißes Gold“, so der Ehrenname der Tanguis-Baumwolle.
    • Eine der besten Baumwollsorten der Welt

      Diese typisch peruanische Bio Baumwolle ist nicht nur robust und widerstandsfähig, sie kann auch mehrmals pro Jahr geerntet werden und braucht aufgrund ihres tief reichenden Wurzelsystems wenig Bewässerung. Sie gedeiht daher auch in den wasserarmen Regionen Perus, etwa im Cañete-Tal südlich von Lima und in der zentralen Küstenregion. Die Baumwollsorte liefert langstapelige (29-33 mm), weiche, feine, gleichmäßige, von Natur aus sehr helle, gut färbbare Fasern.

      Bekleidung aus Tanguis Baumwolle ist dank der Faserlänge sehr weich im Griff und auf der Haut. Sie sind hoch atmungsaktiv, absorbieren und verdunsten Feuchtigkeit (Schweiß) schnell, fühlen sich daher immer angenehm an. Aufgrund all dieser Eigenschaften zählt die Tanguis Baumwolle zu den qualitativ besten Sorten und ist weltweit hoch geschätzt. Sie macht heute rund 75 % der peruanischen Baumwollproduktion aus.
      • Aus peruanischer Tanguis-Baumwolle gestrickt ...
      • ... in Handarbeit endgefertigt und ...
      • ... für Grüne Erde versandbereit gemacht.
    • Aus arbeitsrechtlichen Gründen tragen die Textilarbeiterinnen bei manchen Produktionsschritten zum Schutz der Atemwege Staubmasken.

      Fotos: Venator
    • Die Wertschöpfung bleibt in Peru

      Die Tanguis Baumwolle zählt zu den qualitativ besten Sorten und ist weltweit hoch geschätzt. Sie macht heute rund 75% der peruanischen Baumwollproduktion aus. Ein kleiner Teil davon wird für unsere Strickwaren verarbeitet. Design und Schnitt der Teile stammen aus unserer Modeabteilung, gefertigt werden sie in unserem peruanischen Partnerbetrieb. 2005 in Lima gegründet, zählt das GOTS-zertifizierte Unternehmen in Bezug auf Qualität, Ökologie und soziale Fairness zu den führenden der peruanischen Textilbranche.
      Von der Fasergewinnung über das Spinnen und Färben bis hin zum Stricken und zur Endfertigung bleibt die gesamte Wertschöpfung dieser Tuniken und Pullover in Peru, und kommt damit den Menschen und der Wirtschaft des Landes zugute.
  • Bio-Baumwolle für Heimtextilien