Schlaf im Alter

  • image_ratgeber_schlafen_schlaf_im_alter
  • Mit zunehmendem Alter verschlechtert sich die Schlafqualität und -quantität. Schlafstörungen sind altersabhängig: Während nur jeder zehnte 20-Jährige davon betroffen ist, leidet beinahe jeder zweite über 50-Jährige darunter.

    Vielen älteren Menschen ist gar nicht bewusst, dass die Schlafdauer vom Lebensalter abhängt. So kommen 70-Jährige durchschnittlich mit nur fünfeinhalb bis sechs Stunden Nachtschlaf aus, während für viele jüngere Menschen sieben bis acht Stunden Schlaf notwendig erscheinen.

    Mit dem Älterwerden verkürzen sich die nächtlichen Tiefschlafphasen deutlich, im vierten Lebensjahrzehnt macht der Tiefschlaf nur noch etwa 5 % des Gesamtschlafs aus. Dagegen verlängern sich die Phasen des flachen Schlafes, aus dem man leichter erwacht.
  • Der Schlaf wird im Alter unregelmäßig ...

    ... und ist – vor allem in der zweiten Nachthälfte – häufig durch Wachperioden unterbrochen. Aus diesem Grund haben ältere Menschen den Eindruck, dass sie überhaupt nicht geschlafen haben. Sie haben dann tagsüber das Bedürfnis, ein Nickerchen (oder auch zwei Nickerchen) zu machen.

    Wenn dieses jedoch länger als eine halbe Stunde dauert, kann es sein, dass der Schlafdruck am Abend nicht so groß ist oder man mit weniger Stunden Nachtschlaf auskommt. Das heißt aber nicht, dass man unter Schlafstörungen leidet. Für das Schlafpensum werden nämlich alle Schlafeinheiten zusammengezählt.
  • Ein Beispiel:

    Frau Müller, 75 Jahre alt, schläft am Vormittag 30 Minuten und hält am Nachmittag ein 90-minütiges Mittagsschläfchen. Dies ergibt insgesamt bereits 2 Stunden Schlaf. Wenn man von einem Schlafpensum von durchschnittlich 6 Stunden ausgeht, kann sie nachts möglicherweise nur mehr 4 Stunden schlafen, weil sie nicht genügend Schlafdruck aufgebaut hat.

    Wenn Frau Müller tagsüber bereits 2 Stunden geschlafen hat, sich gegen 20 Uhr niederlegt und gegen 24 Uhr aufwacht, dann hat sie in Wirklichkeit bereits ein Schlafpensum von 6 Stunden konsumiert. Sie hat also keine Schlafstörung, leidet aber möglicherweise darunter, dass sie in der Nacht nicht schlafen kann.
  • Was kann man Frau Müller empfehlen?

    Seien Sie gelassen, Frau Müller! Hören Sie in der Nacht - wenn die Nacht zum Tag wird – entspannende Musik an, meditieren Sie, indem Sie sich eine Mediations-CD auflegen, malen oder zeichnen Sie, lesen Sie schöne Literatur, die Sie nicht aufwühlt oder üben Sie leichte, meditative Aktivitäten aus, was stricken oder häkeln, Fotos anschauen und (aus)sortieren oder eine Lade aufräumen sein kann. Machen Sie sich keinen Druck, wenn es mit dem Schlafdruck einmal nicht so recht passt oder verkürzen Sie das Nachmittagsschläfchen!

    Altersbedingte Veränderungen machen sich sowohl bei Frauen als auch bei Männern bemerkbar. Nehmen Sie diese als normale Begleiterscheinungen des Alterns hin, und seien Sie entspannt, wenn gelegentlich die Nacht zum Tag wird. Wenn aber der Leidensdruck zu groß wird, dann sprechen Sie mit einem Schlafexperten/einer Schlafexpertin.

    Die „Grüne Erde“ wünscht Ihnen und auch Frau Müller einen erholsamen Nachtschlaf!