Warum Bio-Baumwolle besser ist!

  • Baumwolle in ihrer ursprünglichen Form ist nach wie vor eine ganz normale Pflanze, die sich in den Kreislauf der Natur integriert. Erst durch die endlosen Bemühungen, Erträge und Gewinne stetig zu optimieren, wurde ihr der Ruf zuteil, die schmutzigste aller Ackerpflanzen zu sein.
    • In der Tat ist die Bilanz konventionell angebauter Baumwolle erschreckend. Umso deutlicher zeigt sich dadurch aber das Potenzial von Bio-Baumwolle: Die positiven Auswirkungen für Mensch und Umwelt sind gewaltig, wenn man sich auf einen natürlicheren, vernünftigeren und nachhaltigen Anbau zurückbesinnt.
    • Warum Bio-Baumwolle besser ist

      Schon das Einsparpotenzial an Wasser ist groß. In Bio- Anbauprojekten lernen Baumwoll-Bauern, wie sie durch Tröpfchen- oder Furchenbewässerung effizient mit Wasser umgehen. Hinzu kommt, dass biologisch bewirtschaftete Böden die Feuchtigkeit besser speichern können. Anders als beim konventionellen Anbau wird lediglich mit Humus und Pflanzenjauchen gearbeitet, der Einsatz von Agrargiften ist verboten. Bewährte mechanische Methoden und natürliches, nicht genmanipuliertes Saatgut kommen zum Einsatz. Unkrautjäten, das Einsammeln von Schädlingen und auch die Ernte sind Handarbeit.

      Die Soil Association hat im September 2015 im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Paris eine Studie unter dem Titel „Cool Cotton – Organic cotton and the climate change“ veröffentlicht. Sie ermittelt ein Einsparpotenzial durch den Anbau von Bio-Baumwolle gegenüber konventionell angebauter Baumwolle von 91 % beim Wasserverbrauch und von 60 % beim Energieverbrauch. Außerdem könne der Einfluss auf die Erderwärmung um 46 % reduziert werden.
  • Und die Nachteile von Bio-Baumwolle?

    Keine. Schon jetzt zeigt sich: Selbst das Hauptargument für konventionell angebaute Baumwolle, kostengünstiger zu produzieren, lässt sich nicht eindeutig belegen. Nach einer von der Soil Association angeführten indischen Langzeitstudie ist der Ertrag bei Bio-Baumwolle zwar um 14 % niedriger, aber auch die Produktionskosten sind um 38 % geringer als bei konventionell produzierter Baumwolle. Letztlich wären auch die Kosten für die medizinische Versorgung der Agrargift-Opfer, finanzielle Einbußen und Aufwendungen auf Grund von Umweltschäden sowie anteilig sogar die Folgen des Klimawandels zu veranschlagen, auch wenn diese für Konzerne und Endverbraucher nicht unmittelbar spürbar sind.
  • Der lange Weg zurück zu Bio

    Die Recherche nach dem Anteil von Bio-Baumwolle auf dem Weltmarkt ist ernüchternd. Die Zahlen schwanken zwischen 0,5 % und maximal 1,1 %. Dennoch gibt die Studie der Soil Association Anlass zur Hoffnung. Demnach ist im Jahr 2014 der Markt für organisch produzierte Baumwolle um 67 % gewachsen und die Nachfrage nimmt weiter zu. Am Ende ist es eben Sache der Kunden, welches Kleidungsstück sie kaufen. Gut zu wissen, dass man sich dabei auch immer für oder gegen bestimmte Anbaumethoden und Arbeitsbedingungen auf Baumwollfeldern entscheiden kann.
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