Märchen von Helmut Wittmann

  • Helmut Wittmann (ehemaliger Grüne Erde-Mitarbeiter der ersten Stunde) ist seit knapp 30 Jahren Märchenerzähler von Beruf. Auf seinen Antrag nahm die UNESCO das Märchenerzählen in Österreich in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf.

    Für Grüne Erde erzählt Helmut Wittmann immer wieder, vor allem zur Weihnachtszeit, spannende Märchen – zum Lesen und Anhören.
    • Märchen-Video: Die Schatzhüter

      • Der Märchenerzähler Helmut Wittmann war Grüne Erde-Mitarbeiter der ersten Stunde und noch heute gibt es gemeinsame Projekte. Wir haben ihn zu Hause besucht und er erzählte uns das Märchen "Die Schatzhüter". Machen Sie es sich gemütlich und hören Sie aufmerksam zu ...

    • Märchen-Video: Der Edelstein

      • Vielleicht erinnern Sie sich: Vor wenigen Wochen präsentierten wir Ihnen ein Märchen von Helmut Wittmann. Und heute erzählt Ihnen Helmut – passend zur Jahreszeit – ein neues wundersames Weihnachtsmärchen.

        Viel Freude damit!

    • Märchen-Video: Die verborgene Kammer

      • Der Märchenerzähler Helmut Wittmann war Grüne Erde-Mitarbeiter der ersten Stunde und noch heute gibt es gemeinsame Projekte. Wir haben ihn zu Hause besucht und er erzählte uns das Märchen "Die Verborgene Kammer". Machen Sie es sich gemütlich und hören Sie aufmerksam zu ...

    • Märchen-Video: Die drei Königssöhne

      • Der Märchenerzähler Helmut Wittmann war Grüne Erde-Mitarbeiter der ersten Stunde und noch heute gibt es viele gemeinsame Projekte.

        Dieses charmante Video zeigt ein Märchen, das er und sein Sohn für Grüne Erde gedreht haben:

    • Märchen - Bist du artig?

      • Helmut Wittmann (ehemaliger Grüne Erde-Mitarbeiter der ersten Stunde) ist seit knapp 30 Jahren Märchenerzähler von Beruf. Auf seinen Antrag nahm die UNESCO das Märchenerzählen in Österreich in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf.

        Das Volksmärchen mit dem Titel "Die Glocken der Gerechtigkeit" ist mit vielen anderen auch nachzulesen in seinem Band »Das grosse Buch der österreichischen Volksmärchen«.

        Weitere Infos über Helmut Wittmann finden Sie unter www.maerchenerzaehler.at
      • Bist du auch artig?

        Der heilige Nikolaus taucht schon in vorchristlicher Zeit als archetypische Gestalt auf. Er ist der weise Alte, der die Menschen in der dunklen Zeit des Jahres daran erinnert nicht nur auf die Weisheit des Verstandes sondern auch auf die Weisheit des Herzens zu horchen. »Bist du artig?«, fragt er nach altem Brauch. Die Frage ist nicht: Bist du brav? Sie lautet: Bist du nach deiner Art? Er stellt also eine ganz wesentliche Frage: Lebst du das Leben, das dir entspricht und das du tief in dir drin als richtig empfindest? - Wenn nicht, dann gibt es vielleicht viel gutzumachen an dir und den Menschen rundum. Der Volkskundler Felix Karlinger hat dazu eine Legende vom heiligen Nikolaus überliefert. Sie erinnert vom Inhaltlichen her an ein schauriges Volksmärchen.
      • 2. Adventmärchen zum Lesen & Ausdrucken

    • Märchen - Am Weg zur Seligkeit

      • Helmut Wittmann (ehemaliger Grüne Erde-Mitarbeiter der ersten Stunde) ist seit knapp 30 Jahren Märchenerzähler von Beruf. Auf seinen Antrag nahm die UNESCO das Märchenerzählen in Österreich in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf.

        Das Volksmärchen mit dem Titel "Die Glocken der Gerechtigkeit" ist mit vielen anderen auch nachzulesen in seinem Band »Das grosse Buch der österreichischen Volksmärchen«.

        Weitere Infos über Helmut Wittmann finden Sie unter www.maerchenerzaehler.at
      • Am Weg zur Seligkeit

        Mit der Thomasnacht beginnen am 21. Dezember die Raunächte. Die ersten Vier stehen für die vier Viertel des vergangenen Jahres. Darauf folgen die zwölf Nächte, die für die zwölf Monate des kommenden Jahres stehen. Drum ist es der Überlieferung nach besonders wichtig, diese Nächte glücklich zu verbringen. In den Raunächten zieht die Wilde Jagd übers Land, aber auch die Frau Percht mit den sogenannten »unschuldigen« Kindern. Das sind die namenlosen Kinder, die gleich nach der Geburt und noch vor der Taufe gestorben sind. »Percht« kommt aus dem Althochdeutschen »peraht«. Das heißt »hell« und »glänzend«. Die Frau Percht war und ist also »die Glänzende«. In vorchristlicher Zeit war sie die Göttin Freya und damit die Schutzfrau der neugeborenen Kinderlein. Von »Schuld« war da keine Rede. Wie kann denn auch ein Neugeborenes schuldig sein? Von der Perchtmutter, wie sie auch genannt wird, gibt es etliche Überlieferungen. Das ist eine der Berührendsten.
      • 3. Adventmärchen zum Lesen & Ausdrucken

    • Märchen - Der Engel leuchtete wie Feuer

      • Helmut Wittmann (ehemaliger Grüne Erde-Mitarbeiter der ersten Stunde) ist seit knapp 30 Jahren Märchenerzähler von Beruf. Auf seinen Antrag nahm die UNESCO das Märchenerzählen in Österreich in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf.

        Das Volksmärchen mit dem Titel "Die Glocken der Gerechtigkeit" ist mit vielen anderen auch nachzulesen in seinem Band »Das grosse Buch der österreichischen Volksmärchen«.

        Weitere Infos über Helmut Wittmann finden Sie unter www.maerchenerzaehler.at
      • Der Engel leuchtete wie Feuer

        Wer kennt es nicht, das Weihnachtsevangelium nach Lukas. In wenigen knappen Worten wird da die Geburt Jesu Christi geschildert. Aber das ist ja nur eine von vielen Überlieferungen rund um dieses so wichtige Ereignis. Wohlgemerkt ist es die »kanonisierte«, also kirchenrechtlich abgesegnete Fassung. In der schriftlichen wie mündlichen Überlieferung wurden in apokryphen Schriften viele weitere Fassungen erzählt. Eine besonders poetische Legende hat der Volkskundler Felix Karlinger in Armenien gefunden.
      • 4. Adventmärchen zum Lesen & Ausdrucken

    • Märchen - Die Glocken der Gerechtigkeit

      • Helmut Wittmann (ehemaliger Grüne Erde-Mitarbeiter der ersten Stunde) ist seit knapp 30 Jahren Märchenerzähler von Beruf. Auf seinen Antrag nahm die UNESCO das Märchenerzählen in Österreich in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf.

        Das Volksmärchen mit dem Titel "Die Glocken der Gerechtigkeit" ist mit vielen anderen auch nachzulesen in seinem Band »Das grosse Buch der österreichischen Volksmärchen«.

        Weitere Infos über Helmut Wittmann finden Sie unter www.maerchenerzaehler.at
      • 1. Adventmärchen zum Lesen & Ausdrucken

    • Märchen – Vom goldenen Glücksfaden

      • Glück!? Was ist Glück!? – Dafür gibt es viele Definitionen und Geschichten. Hier eine ganz besondere davon:

        Vor langer, langer Zeit, war’s gestern, oder war‘s heut, da lebte einmal ein Bauer. Der mühte sich mit Frau und Kindern mehr schlecht als recht durchs Leben.

        Einmal im Winter war er mit seinem Esel wieder in der Stadt und verkaufte in einer prächtigen Villa Brennholz. Der Reichtum und der Luxus der ihm dort entgegen leuchtete, verschlug ihm schier den Atem.

        »Was macht dein Herr, dass er einen solchen Reichtum hat«, fragte er neugierig einen Diener. »Der!?«, lachte der Diener, »der sitzt auf seinem Canapé, trinkt seinen Tee, raucht seine Pfeife und wartet darauf, dass ihm die Schicksalsfrau den goldenen Glücksfaden zuspinnt!« – »Wie gescheit!«, rief da der Bauer verblüfft, »das ist ein Beruf für den Sohn von meiner Mutter. So will ich‘s künftig auch machen!« Schnell entschlossen kaufte er alles, was er dafür brauchte, und machte sich vergnügt auf den Heimweg.

        Zu Hause erwartete ihn die Frau schon sehnsüchtig. Als er aber das Mitgebrachte auspackte, gefiel ihr das gar nicht: »Tee, eine Pfeife, Tabak!? Das ist doch reine Geldverschwendung!?« – »Ach, Frau, das verstehst du nicht«, lachte der Bauer, »ich setze mich jetzt auf die Ofenbank, trinke in Ruhe meinen Tee, schmauche die Pfeife und warte darauf, dass mir die Schicksalsfrau den goldenen Glücksfaden zuspinnt.«

        Die gute Frau war fassungslos. »Der arme Mann«, sagte sie sich, »jetzt hat ihn die viele Arbeit auch noch um den Verstand gebracht!«

        Draußen graste derweil der Esel. Da kam der Nachbar daher. Der war kein Guter, habgierig und geizig. Er gönnte sich selber nichts und anderen schon gar nicht. Jetzt wollte er bei einer Torfgrube Torfziegel abstechen. »Den Esel leih’ ich mir aus«, sagte er sich, »der soll mir beim Schleppen der schweren Säcke helfen.« Sack für Sack füllte der Nachbar bei der Torfgrube an.

        Er war fast schon fertig, da spürte er unter dem Spaten etwas Hartes. Neugierig grub er weiter. Eine Kiste kam da zum Vorschein. Aus der funkelte ihm ein prächtiger Schatz entgegen. Was für eine Freude!

        Seine Augen leuchteten vor lauter Gier. Geschwind den Torf wieder ausgeleert und hinein mit dem Schatz. Oben drauf noch ein wenig Torf zur Abdeckung. Dass ja niemand etwas sieht von dem Reichtum.

        Aber wenn die Gier gar zu groß wird, dann ist das Unglück nicht weit.

        Plötzlich gab die Torfgrube nach. Lautlos wurde der Nachbar darin begraben. Der Esel stand immer noch schwer beladen da. In der Grube rührte sich nichts mehr. Langsam zottelte er wieder nach Hause. Auch dort lud in keiner ab. »Iahhh! Iahhh!«, klagte er laut. Drinnen saß der Bauer vergnügt auf der Ofenbank und rührte sich nicht vom Fleck. So musste die Bäuerin nachschauen. »Mein Mann ist wirklich ganz und gar verrückt geworden«, klagte sie, »jetzt hat er den Esel mit Torf beladen. Was sollen wir denn damit?!«

        Beim Misthaufen hinterm Haus leerte sie die vollen Torfsäcke aus. Aber was kam da zum Vorschein!

        Fassungslos rief sie ihren Mann. »Schau nur!«, stammelte die Bäuerin ungläubig, »Was für ein Schatz! – Weißt du, was das ist? Weißt du, woher der kommt?« – »Woher er kommt, weiß ich nicht«, lachte der Bauer, »Was es aber ist, das weiß ich schon: So ist es, wenn einem die Schicksalsfrau den goldenen Glücksfaden zuspinnt!«

        Ihr könnt euch denken, wie es weitergegangen ist: Durch den Schatz sind die zwei zu Wohlstand gekommen. Lange und gut haben sie noch gelebt. Glücklich sind sie auch gewesen, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie wohl heute noch.

        In diesem Sinne – eine entspannte Weihnacht,
        Helmut Wittmann