Möbeldesign - Kreative Köpfe hinter zeitlosem Design

  • Abito, Alani, Allora und Arca kommen eigentlich, wie auch Balandro und Tambor, aus dem Almtal in Österreich. Das hat sie auch – ein wenig zumindest – geprägt. Aber genau genommen haben sie ihren Ursprung in Berlin, im Designbüro von Thomas Müller und Jörg Wulff. Hier wurden sie entworfen, geformt und verfeinert.
  • Es ist schon einige Jahre her, dass Thomas Müller und Jörg Wulff und zum ersten Mal zu Grüne Erde nach Oberösterreich gekommen sind. Die beiden Geschäftsführer des Designbüros Müller-Wulff mit den Schwerpunkten Architektur, Innenarchitektur und Design erinnern sich noch gut an eine Fahrt mit einem Elektroboot auf einem wunderschönen See, „alles sehr passend“, wie sie finden „und entspannt“. Der Kontakt ist auch kein Zufall. Thomas Müller und Jörg Wulff und sind aktiv auf Grüne Erde zugegangen, weil sie die Philosophie gut und die damit verbundenen Herausforderungen spannend fanden – denn ein wichtiges Kriterium war und ist für die beiden, dass sie Lust auf das haben, was sie tun.
    • Natürlichkeit als Herausforderung

      „Plötzlich“, erklärt Jörg Wulff, „darf man viele Dinge, die man sonst in der Möbel-Branche verwendet, nicht mehr verwenden, so als ob auf einmal die Hälfte vom Malkasten weg ist. Warum sollen wir uns mit Kunststoff abgeben, wenn wir es nicht brauchen? Warum sollen wir Metall nehmen an einer Stelle, an der wir es auch nicht brauchen?"

      "Es ist sehr unterhaltsam, mit reduzierten Mitteln das Gleiche abzubilden wie die Großindustrie. Es ist ja nicht nur die Einschränkung in Bezug auf das Material, sondern auch, wie sich das Material bearbeiten lässt. Zum Beispiel funktioniert mit Naturlatex nicht alles."
      Das erste Projekt für und mit Grüne Erde war das Schlafsofa Balandro.
    • Thomas Müller (links) und Jörg Wulff (rechts) aus Berlin gestalten seit einigen Jahren Möbel für Grüne Erde.
    • “Sie haben uns gesagt, was sie brauchen, ganz unabhängig von dem, was wir anbieten. Es gab dann ein Briefing und Vorgaben, was eingesetzt werden darf. Man war dadurch schon erstmal beschränkt – auf nachwachsende Materialien sozusagen. Aber das ist ja das Spannende, ein Sofa so zu gestalten, sich eine Konstruktion zu überlegen, die es zusammenhält.”
      Thomas Müller
  • Mit dem Briefing beginnt, abgesehen von den besonderen Vorgaben und Ansprüchen von Grüne Erde, das, was Thomas Müller und Jörg Wulff einen normalen Design- und Entwicklungsprozess bezeichnen. „Wir schlagen erstmal vor, wie etwas sein könnte und welches Material man dafür verwenden kann“, so Jörg Wulff, „konkretisiert wird das alles erst im Laufe der Entwicklung.“ Neben Design und der Herausforderung, nur mit nachwachsenden Rohstoffen zu arbeiten, spielen hier noch viele andere Aspekte eine Rolle. „Alleine die Preisgestaltung, also wie verändern sich Kosten und Aufwand abhängig vom Material, ist ein zentrales Thema in der Produktentwicklung“, führt Thomas Müller aus, „oder welche Zielgruppe sich angesprochen fühlen soll.“ Auch wenn die Ästhetik für Designer selbstverständlich im Vordergrund steht, „versucht man schon das Maß zu behalten und abzuschätzen, was machbar ist und was nicht“ – ergänzt Jörg Wulff.
    • Ein intensiver Prozess

      Er ist es auch, der für die Abstimmung mit den Produktentwicklern von Grüne Erde die Reise aus dem lebendigen Berlin ins beschauliche Almtal antritt, und das offenbar auch sehr gerne. Leider bleibt ihm meist zu wenig Zeit für die schöne Landschaft, denn, wie er sagt.
    • “Eine Prototypensitzung muss man sich durchaus mit vielen Leuten vorstellen – das ist schon immer wieder eine Auseinandersetzung. Jeder im Team hat seinen Standpunkt und man kann sich sehr lange über einen Radius im Holz streiten. Dazu ist es immens wichtig, dass man sich sehr gut mit dem Team versteht.”
      Jörg Wulff
    • Die Intensität ist für Jörg Wulff ganz selbstverständlich und sogar erforderlich. „Es ist ja klar, dass sowas nicht ganz reibungsfrei abläuft“, resümiert er, „aber anders kommen auch keine optimalen Ergebnisse zustande. Vom Briefing bis zum fertigen Produkt gibt es im positiven Sinne einige Kompromisse, idealerweise auf beiden Seiten.“
  • Vom Modell zum Prototyp

    Die Facetten der Designentwicklung werden im Büro von Thomas Müller und Jörg Wulff spürbar. Einiges, sicher, ist auf den Festplatten der Computer verborgen. Es wird aber ganz offensichtlich viel gezeichnet, ausprobiert und gebaut. Skizzen, Materialproben, zahlreiche selbstgebaute Modelle und auch der ein oder andere Prototyp sind hier zu finden – entstanden in der büroeigenen, kleinen Werkstatt. Auch die Möbel, die für Grüne Erde entwickelt wurden, sind hier zum ersten Mal in Originalgröße gebaut worden – und zwar von den beiden Designern persönlich. „Eine spannende Zeit ist das“, beschreibt Thomas Müller, „wenn der Prototyp dann dasteht und man das Feintuning betreibt. Ein 1:1 ist eben anders als ein Modell. Wir bauen das, um Proportionssicherheit zu haben, bei uns vor Ort auf, dadurch ersparen wir dem Entwicklungsteam die eine oder andere Überraschung.“
    • Das Grüne Erde-Sofa Alani wurde vom Berliner Design-Büro Müller-Wulff gestaltet. Erste Visionen des Sofas in Form von handkolorierten Skizzen.

      Seit 2001 arbeiten Thomas Müller und Jörg Wulff in ihrem gemeinsamen Design-Büro in Berlin, einer internationalen Metropole voller Inspiration und Bewegung. Ihre Schwerpunkte sind Architektur, Innenarchitektur und Design.

      Thomas Müller wurde 1959 geboren und hat sein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart und am Royal College of Art in London absolviert. Jörg Wulff wurde 1968 geboren und studierte an der Universität der Künste in Berlin, an der Hochschule für Gestaltung in Berlin und am Bournemouth & Pool College of Art and Design.

      Thomas Müller und Jörg Wulff über ihre Arbeit:
    • “Ausgangspunkt unserer Entwürfe ist eine substanzielle Geschichte als Leitfaden der Gestaltung. Die Möglichkeit einer Veränderung, die Möglichkeit einer Erfahrung und die Möglichkeit einer Erinnerung zeigen die emotionale Seite des Produktes. So kommuniziert das Möbel über seine pure Funktion hinaus. Die ästhetische Qualität unserer Entwürfe wird definiert durch die Suche nach der Balance zwischen gestalterischer Zurückhaltung und Kommunikation der Idee.”
      Thomas Müller & Jörg Wulff
  • Zeitlosigkeit als Ziel

    Material und handwerkliche Qualität sind eine Voraussetzung dafür, dass ein Möbelstück lange hält, am besten mindestens so lange, wie die verwendeten Rohstoffe brauchen, um nachzuwachsen. Ob es diesen Zeitraum auch tatsächlich übersteht, liegt jedoch am Design – denn es muss seinen Besitzern auch über viele Jahre hinweg gefallen. „Es ist bei der Kreation schon immer ein bisschen Zeitgeist dabei, weil man geprägt ist von Dingen, die man allgegenwärtig um sich hat,“ stellt Thomas Müller fest, „aber wir suchen immer nach einer Form, die nicht so sehr modischen Dingen unterworfen ist, die sich aus dem Material heraus generiert.“ Elemente im Design sind also nicht unbedingt gemacht, sondern, wie Jörg Wulff es ausdrückt, „sie ergeben sich oft logisch aus dem Material – da wird ein Stück Filz um eine Form gelegt und deswegen ergibt sich eine bestimmte Kontur.“ Insgesamt sollte das Ergebnis immer, wie es Thomas Müller ausdrückt „vernünftig, maßvoll und angemessen sein“, oder mit den Worten von Jörg Wulff: „zurückhaltend und leise“. Einig sind sich die beiden aber auch darüber, dass ein Möbelstück ein bisschen polarisieren muss, sonst wird es beliebig, austauschbar – und das ist gerade nicht nachhaltig. Letztlich braucht es wohl, wie für gutes Design im Allgemeinen, auch für Zeitlosigkeit ein ästhetisches Gespür.
  • Ein guter Draht von Berlin ins Almtal

    Im Jahr 2013 war das erste Produkt, das Jörg Wulff und Thomas Müller für Grüne Erde entworfen haben, marktreif – das Schlafsofa Balandro. Seitdem ist einiges hinzugekommen. „Man kennt sich lange, hat ein sehr gutes Verhältnis“, resümiert Jörg Wulff, „und man ist sehr nah dran“. Auf die Frage, was sich in den Jahren geändert hat und welchen Einfluss sie mit ihrem Design auf Grüne Erde genommen haben, erwidert er: „Ich würde das gar nicht werten, wir haben eine Facette hineingebracht, andere Designer arbeiten auch für Grüne Erde, die auch ihre eigene Sprache sprechen. Der Fächer ist breiter geworden in den Jahren und dadurch werden mehr Menschen angesprochen. Natürlich auch, weil immer mehr den Ansatz gut finden und verantwortungsvoll mit der Umwelt umgehen möchten.“