Hobby heißt mit Herzblut – eine Wohltat für die Seele

  • Der Mensch braucht Freizeit. Oft wird sie jedoch zur Selbstoptimierung genutzt. Schneller, besser, erfolgreicher werden. Dabei haben Studien gezeigt, dass uns gerade die klassischen Hobbys Kraft geben, belastbarer machen und für tiefe Entspannung sorgen. Freizeit sinnvoll zu gestalten, ist ein Bedürfnis, das viele Menschen teilen. Nur, was ist sinnvoll? Auf der Suche nach einer Antwort sollten wir auf unser Gefühl hören!
  • Mann sitzt in seinem grünen Garten und sieht den Pflanzen beim Wachsen zu.
    Gärtnern ist zum Abschalten, Loslassen und Kraftsammeln ein beliebtes Hobbby.
  • Mit den Händen hineingreifen, in die schwarze, weiche Erde, ein Loch graben, ein Samenkorn hineinlegen, das Loch wieder schließen, nicht zu fest und nicht zu locker. Gießen, pflegen, sehen wie das Pflänzchen sprießt, wächst, aufblüht, Früchte trägt. Vielleicht auch etwas ernten, saftig rote Tomaten, Kräuter und Gewürze direkt vom Strauch frisch in den Salat. Oder einmal etwas ausprobieren, etwas Exotisches, seltene Sorten, die es sogar nicht mehr zu kaufen gibt. Das fühlt sich gut an, das tut gut – die Arbeit, die man vollbracht hat, den Erfolg, den man beobachten kann, die Pracht, auf die man stolz sein kann, den Geschmack, den man genießt. Gärtnern ist ein wunderbares, ein klassisches und zum Glück noch immer sehr beliebtes Hobby.
    • Hobby oder nicht?

      Aber wer gärtnert, hat nicht automatisch ein Hobby. Es kommt auf die Einstellung, den Antrieb an. Wer die Hecke nur schneidet, weil der Nachbar sich beschwert hat und den Rasen mäht, weil er gemäht werden muss, der wird keinen Stress abbauen, sich nicht entspannen, kein Gefühl der inneren Zufriedenheit empfinden. Denn genau das passiert – wie wissenschaftliche Studien gezeigt haben – wenn man eine bestimmte Tätigkeit gerne tut, ihr mit Hingabe nachgeht, wenn man ein echtes, erfüllendes Hobby hat.

      Viel zu oft beschäftigen sich heute Erwachsene in ihrer Freizeit in erster Linie damit, besser zu werden, sich selbst zu optimieren. Auf die Frage nach ihren Hobbys geben sie zwar plausibel klingende Beschäftigungen an, aber sie tun diese Dinge selten aus Überzeugung. Sie joggen und kochen, weil sie hoffen, dass die Figur bald wieder den überzogenen Erwartungen der Gesellschaft entspricht. Sie lernen eine Sprache, weil sie sich bessere Chancen im Beruf erhoffen und sie machen ungewöhnliche Reisen, damit sie im Freundeskreis mitreden können. Wirkliche Hobbys sind das so aber nicht.
    • zarte Pflänzchen werden in Töpfe gesetzt
      Kleine Sukkulenten werden in Tontöpfe gesetzt
  • Ein echtes Hobby ist gesund

    Es lohnt sich darüber nachzudenken, ob es etwas gibt, was man einfach nur tut, weil es Freude bereitet, auf andere Gedanken bringt und Kraft gibt. Denn es ist nicht nur schön, ein echtes Hobby zu haben – es ist auch gesund. Menschen mit einer abwechslungsreichen und erfüllenden Freizeitbeschäftigung sind entspannter und belastbarer. Gerade die klassischen Hobbys wie Basteln, Kochen, Gärtnern, Lesen oder auch einfach Spazierengehen sind eine Wohltat für die Seele. Umso besser, wenn damit ein schön dekoriertes Fenster oder leckeres Essen einhergehen. Aber wer lieber Sandburgen baut, Drachen steigen lässt oder Vögel mit dem Fernglas beobachtet, sollte genau das tun. Es erfüllt den gleichen Zweck, es bereitet Freude.
  • Wer nicht so recht weiß, welches Hobby denn das richtige sein könnte – einfach einmal etwas ausprobieren und dabei auf die Seele hören. Gärtnern zum Beispiel ist immer einen Versuch wert. Man muss ja nicht gleich ganz groß einsteigen. Ein, zwei Blumentöpfe genügen für den Anfang vollkommen, oder einmal irgendwo mitgärtnern. Die Begeisterung kommt dann von ganz alleine. Und wenn nicht, auch nicht schlimm – es gibt so viele andere schöne Dinge, die man mit Begeisterung machen kann ...
  • Fotos: Irene Dávila on Unsplash, 4Max / Fotolia, rawpixel on Unsplash
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