• Wie Schlaf unser Bewusstsein formt

    Schlaf ist ein essenzieller Bestandteil unseres Lebens. Er erfüllt viele entscheidende Funktionen, die unser körperliches sowie geistiges Wohlbefinden maßgeblich beeinflussen. Umso wichtiger ist es, auf die Qualität des Schlafes zu achten. Dieser Leitgedanke prägt auch den Weltschlaftag 2021. Der Slogan „Regular Sleep, Healthy Future“ steht für besseren Schlaf und für eine erhöhte Lebensqualität. Erfahren Sie, welche Faktoren den Schlaf und somit auch die Lebensqualität beeinflussen.
  • Die Qualität des Schlafes

    Ein Rezept für guten, erholsamen Schlaf gibt es nicht. Doch es gibt Faktoren, die die Qualität unseres Schlafes prägen. So bilden Regelmäßigkeit, Dauer und Tiefe des Schlafes eine gute Basis, um die Energiereserven neu zu füllen. Auch eine naturnahe, beruhigende Umgebung prägt einen Qualitätsschlaf, da man sich während der Nacht behütet und geborgen fühlt. Und zu guter Letzt spielt auch die innere Uhr eine entscheidende Rolle. Ausreichend Schlaf in guter Qualität hat nicht nur eine enorme Bedeutung für unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, sondern ist zudem notwendig, um die Funktionen des menschlichen Körpers aufrecht zu erhalten. Er trägt dazu bei, dass wir uns im aktuellen Augenblick wohlfühlen, aber auch, dass wir im Alter gesund bleiben.
  • Übers Wachen und Schlafen entscheidet die innere Uhr

    Der Wecker läutet, doch die Schläfrigkeit kann er nicht vertreiben. Jeder Mensch kennt diese Tage, in manchen Lebensphasen begegnen sie uns öfters als in anderen. Doch woran liegt das?

    Es ist die innere Uhr, die darüber entscheidet, wann wir unseren Tag beenden und nach wie vielen Stunden Schlaf wir erneut erwachen. Sie prägt unseren Schlaf-wach-Rhythmus, der sich über Millionen Jahre dem Wechsel der Jahreszeiten sowie der jeweiligen Umwelt angepasst hat. Auch im Laufe des Lebens verändert sich dieser Rhythmus. So ist die innere Uhr von Säuglingen und Kleinkindern eine andere als jene von Teenagern sowie von Erwachsenen.

    Spürbare Müdigkeit hat auch viel mit dem Licht, welches uns umgibt, zu tun. Denn die Nacht beginnt mit dem Lichtwechsel. Die Augen senden eine Meldung an unser Gehirn, daraufhin schüttet die Zirbeldrüse im Gehirn Melatonin aus. Der Körper wird auf die Nacht vorbereitet: Die Gedanken kommen zur Ruhe und die Muskelspannung sinkt. Wir werden müde, manchmal kommt ein Frösteln hinzu. Blaulicht – etwa von Handy, Laptop & Co – kann die Melatoninabgabe unterdrücken. Auf diese Weise wird das Einschlafen verhindert bzw. verschoben.

    Sobald wir in die Kissen fallen und die Augen schließen, reagiert unser Gehirn erneut. Es signalisiert, dass es nun Zeit ist, um zum Entspannen. Und währenddessen unser Gehirn um die Hälfte weniger Energie verbraucht als im Wachen, werden in unserem Körper Erholungs- und Regenerationsprozesse eingeleitet. Der Körper baut schädliche Stoffe ab, die Zellen regenerieren sich und Erholungsprozesse werden angestoßen. Bei Schlafmangel sowie bei Schlafstörungen verringern sich diese Prozesse und wir fühlen uns müde und erschöpft.
  • Regelmäßige Schlafzeiten fördern den Schlaf

    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – und das gilt auch für den Schlafrhythmus. Regelmäßige Schlafzeiten sind wichtige Voraussetzungen für einen gesunden, erholsamen Schlaf. Unregelmäßigkeiten, bedingt durch Schichtarbeit und Jetlag, können die Schlafqualität zum Teil massiv beeinträchtigen. Dasselbe gilt, vielleicht in etwas abgeschwächter Form, wenn Sie sehr oft zu unregelmäßigen Zeiten schlafen gehen, quasi keine geregelten Schlafzeiten haben. Jeder Mensch ist anders und hat sein individuelles Schlafbedürfnis und Schlafverhalten. Nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder haben ihre Arbeit und ihre Verpflichtungen, denen sie tagein, tagaus nachgehen müssen. Sie sind an gewisse Regeln gebunden, die aber auch eine gewisse Regelmäßigkeit darstellen. Daraus ergeben sich glücklicherweise zumeist regelmäßige Schlafenszeiten. Kleine Abweichungen, etwa am Wochenende oder im Urlaub, sind kein Problem und haben keinen großen Einfluss auf Ihren Schlaf. Doch je älter man wird, umso länger braucht man, sich nach einer zu kurzen Nacht wieder zu erholen. Abendmenschen tun sich hier vielleicht etwas leichter.
    • Von „Eulen“ und „Lerchen“, den Abend- und Morgenmenschen

      Es gibt sie tatsächlich, die Abend- und Morgenmenschen. Zu welchem der beiden Typen Sie zählen, ist genetisch vorprogrammiert und lässt sich kaum umprogrammieren. Aber nur etwa 20 % der Menschen sind extreme „Lerchen“ oder „Eulen“, bei der Mehrheit handelt es sich um Mischtypen.

      Wenn nun eine „Nachteule“ aufgrund ihres Berufes zur „Lerche“ wird, also früh aufstehen muss, wird sie möglicherweise ein gestörtes Schlafverhalten haben und sogar unter chronischem Schlafmangel leiden.

      Für eine ausgeprägte „Morgenlerche“ wird es ebenso schwer sein, zu einer „Eule“ zu mutieren, weil wir ja genetisch vorprogrammiert sind und hier nur geringfügige Veränderungen möglich sind. Doch unsere innere Uhr ist über Jahre trainiert, uns immer zur selben Zeit zu wecken. Wie schon gesagt, der Mensch ist ein Gewohnheitstier!
      Sehr früh, nämlich ab den ersten Lebensjahren, kann sich schon herauskristallisieren, ob sich ein Kind zum Morgen- oder Abendmenschen entwickeln wird.
  • Schulbeginn um 8 Uhr – für viele Teenager eine Qual

    Junge Menschen im Alter von 15 bis etwa 23 Jahren haben ihren eigenen Schlaf-wach-Rhythmus. Sie lieben es zu feiern und machen gerne manche Nächte durch. Am nächsten Tag lange zu schlafen, genießen sie sehr. Für einen 15-Jährigen ist es daher fast unzumutbar, um 8 Uhr wach in der Klasse zu sitzen und dem Lehrer zuzuhören. Man kann daher als Lehrerin oder Lehrer davon ausgehen, dass etwa 2/3 der Schülerinnen und Schüler in der ersten Stunde bei offenen Augen nicht aufpassen, weil sie noch nicht ganz wach sind.

    Würde man Teenager ohne Fernseher, Computer und Handy auf eine Insel schicken, hätten die meisten diesen Rhythmus. Das ist also kein Fehlverhalten der Schüler, sondern zu einem wesentlichen Teil biologisch bedingt. Im Alter von etwa 30 Jahren ist diese extreme Phasenverschiebung in der Regel wieder verschwunden.

    Es wird zwar empfohlen, auf den Körper und seine Signale zu achten, doch leider können wir nicht immer das tun, was der Körper von uns verlangt. So müssen wir eben manchmal auf das Nachmittagsschläfchen im Büro verzichten, auch wenn der Körper das manchmal gerne hätte.