Blüten und Kräuter richtig trocknen

  • Blüten und Kräuter haben viel zu bieten. Sie duften, schmecken und haben auch eine positive Wirkung auf uns. Vor allem in den warmen Monaten ist es sehr einfach diese aus dem Garten, dem Wald oder dem eigenen Anbau am Balkon oder der Fensterbank zu beziehen. Frisch schmecken sie durch ihr herrliches Aroma am besten. Doch um auch in den Herbst- und Wintermonaten auf die aromatischen Pflanzen nicht verzichten zu müssen, versucht man diese zu konservieren.
  • Kräuter trocknen leicht gemacht
    Kräuter trocknen leicht gemacht
  • Eine einfache und durchaus beliebte Methode ist das Trocknen von Kräutern. Geeignet sind jedoch nicht alle Kräuter, denn manche verlieren durch den Trocknungsprozess teilweise oder sogar vollständig ihr Aroma.
    Unser Tipp: Auch so mancher Pilz, Apfelringe oder Blüten können schonend getrocknet und konserviert werden.
  • Welche Kräuter sind für das Trocknen geeignet?

    Der Großteil der Kräuter gewinnt durch den Trocknungsprozess an Aroma und entfaltet einen wunderbaren Geschmack. Einige verlieren ihr Aroma gänzlich oder teilweise, andere lassen sich hingegen besser einfrieren, in Essig konservieren oder in einem Kräuteröl verarbeiten.
    • Hervorragend geeignete Kräuter

      Diese Kräuter gewinnen durch die Trocknung an Aroma und sind besonders lang haltbar: Lavendel, Beifuß, Kamille, Zitronenverbene, Oregano, Majoran, Pfefferminze, Salbei, Rosmarin, Thymian, Bohnenkraut, Herzgespann, Waldmeister, ...
    • Mäßig bis gut geeignete Kräuter

      Die folgenden Kräuter sind schwieriger zu trocknen. Hier hilft es, diese nach dem Trocknungsprozess in gut geschlossenen Gefäßen aufzubewahren: Petersilie, Schnittlauch, Dill, Basilikum, Ysop, Zitronenmelisse, ...
    • Nicht geeignete Kräuter

      Aber auch Kräuter, die sich nicht zum Trocknen eignen, findet man in der Natur. Der Hauptgrund dafür ist, dass diese nach dem Pflücken kontinuierlich ihr Aroma verlieren. Die Blätter enthalten auch nach schnellem Trocknen nur noch die Blattmasse ohne jegliche Inhaltsstoffe. Diese Kräuter sollte man lediglich einfrieren: Liebstöckel, Borretsch, Pimpinelle, Sauerampfer, Schwarznessel, Kresse, ...
  • Kräuter ernten und sammeln

    • Frische Kräuter stehen nur in einem bestimmten Zeitraum zur Verfügung. Um diese mit möglichst viel Aroma zu konservieren, damit man sie auch in den Wintermonaten genießen kann, sollte man auf den richtigen Erntezeitpunkt achten.
    • Der ideale Zeitpunkt

      Jede Pflanze hat ihren eigenen Rhythmus und daher auch ein individuelles Zeitfenster der Erntezeit. Die meisten Kräuter entwickeln vor ihrer eigentlichen Blütephase das beste Aroma, denn die Bildung der Blüten sowie der späteren Früchte kostet den Pflanzen viel Kraft und führt dazu, dass weniger Inhaltsstoffe gebildet werden können. Kräuter wie Basilikum, Dill, Oregano oder Schnittlauch verlieren deutlich an Aroma, sobald der Höhepunkt der Blütephase erreicht wurde.

      Unser Tipp: Sammeln Sie Ihre Kräuter am besten an einem frühen, regenfreien, sonnigen Vormittag oder frühen Nachmittag. Da ist der Wassergehalt am geringsten und die Konzentration an ätherischen Ölen am höchsten. Die Stängel und Blätter dürfen nicht mehr mit den Wassertröpfchen des Morgentaus benetzt sein. Achten Sie zudem darauf, dass die Kräuter ein- bis zwei Tage Sonnenlicht vor der Ernte gesehen haben. In den Abend- oder Nachtstunden, sowie an regnerischen Tagen nimmt das Aroma der Kräuter zunehmend ab. Zwar sind die Kräuter dennoch genießbar, können ihren einzigartigen Geschmack jedoch nicht entfalten.
      Zum Trocknen sollte man keine Kräuter verwenden, die bereits verfault, vergilbt oder vertrocknet sind.
  • Kräuter säubern

    Bevor man den Trocknungsprozess startet, sollte man darauf achten die Kräuter richtig zu säubern und gegebenenfalls zu bündeln.

    3 wichtige Schritte der Säuberung
    • Verzichten Sie auf ein ausgiebiges Waschen – dadurch verlieren die Kräuter aufgrund eines längeren Trocknungsprozesses an Qualität und Sie vermeiden eine eventuelle Schimmelbildung.
    • Schütteln Sie die Kräuter – dadurch befreien Sie Ihre Kräuter von Staub- und Erdresten.
    • Sollten Sie dennoch der Meinung sein, die Kräuter waschen zu müssen, verwenden Sie einen schwachen Wasserstrahl und tupfen Sie die Kräuter anschließend mit einem Küchentuch ab.
  • Kräuter trocknen

    • Unterschiedliche Verfahren verhelfen uns, unsere Lieblingskräuter auch im Winter genießen zu können. Doch zuvor sollte man einige wichtige Aspekte der individuellen Trocknungsprozesse beachten. Etwa können Licht, Luft und Wärme den Zersetzungsprozess der Aromen und Wirkstoffe beschleunigen und verändern.
      Ob die Kräuter fertig getrocknet sind, erkennen Sie daran, dass die Kräuter beim Anfassen rascheln.

      Hinweis: Eine der schonendsten Arten Kräuter zu trocknen, ist, die Trocknung an der Luft. Dadurch können die in der Pflanze enthaltenden Inhaltsstoffe bestmöglich konserviert werden.
    • Kräuter an der Luft trocknen

      • Lufttrocknen von Blättern und Stängel der Kräuter

        Sobald die Säuberung abgeschlossen ist, können die Kräuter in kleine Bündel gefasst werden. Die einzelnen Stängel werden zusammengebunden und kopfüber, locker nebeneinander aufgehängt. Für das Bündeln der Kräuter eignet sich ein stabiles, unbehandeltes Baumwollgarn am besten.
        Aber Achtung: zu dick gebündelte Sträuße trocknen langsamer und können daher Schimmelbildung hervorrufen.

        Warme, windgeschützte und schattige Plätze wie Dachböden, kleine Speicher oder Trockenräume fördern den Trocknungsprozess. Direkte Sonneneinstrahlung sollte unbedingt vermieden werden, da sich diese negativ auf die Aromen und die Wirkstoffe der Kräuter auswirkt.

        Empfohlene Temperatur: Um zu vermeiden, dass die Kräuter an Aroma verlieren, sollten die Temperaturen nicht über 35 °C liegen.
        Trocknungszeit: Idealerweise ca. 3 bis 4 Tage.
      • Lufttrocknen von Blüten und kleinen Blättern der Kräuter

        Um kleine Blüten und Blätter möglichst vorsichtig zu trocknen, kann man diese direkt mit den Stängeln in der bereits oben genannten Bündel-Variante trocknen. Da getrocknete Blüten leicht abfallen, empfiehlt sich eine Unterlage, um sie aufzufangen.
        Unser Tipp: Verwenden Sie einen Kräutertrockner.

        Empfohlene Temperaturen: Um zu vermeiden, dass die Kräuter an Aroma verlieren, sollten die Temperaturen nicht über 35 °C liegen.
        Trocknungszeit: Idealerweise ca. 3 bis 4 Tage.
      • Lufttrocknen mithilfe eines Kräutertrockners

        Ein Kräutertrockner oder auch Trockenregale verhelfen zu einer schonenden und besonders natürlichen Trocknung der ausgewählten Blätter und Blüten. Durch die stapelbare Funktion bekommen die Kräuter ausreichend Luft für eine schonende Trocknung. Zudem können einige Kräutertrockner Etage für Etage den Bedürfnissen entsprechend erweitert werden.

        Empfohlene Temperaturen: Um zu vermeiden, dass die Kräuter an Aroma verlieren, sollten die Temperaturen nicht über 35 °C liegen.
        Trocknungszeit: Idealerweise ca. 3 bis 4 Tage.
      • Lufttrocknen von Kräutersamen

        Das Trocknen von Kräutersamen verläuft etwas anders als der Trocknungsprozess von Stängel, Blätter und Blüten. Die Ernte sollte möglichst früh im Morgentau geschehen. Danach kann man die gesammelten Kräuter auf eine Unterlage in die Sonne legen. Sobald die Kräuter rascheln und somit durchgängig getrocknet sind, lassen sich die Samen gut von den übrigen Pflanzenteilen trennen.

        Empfohlene Temperaturen: natürliche Sonneneinstrahlung
        Trocknungszeit: Je nach Bedarf
    • Kräuter mithilfe von Hitze trocknen

      • Kräuter trocknen im Dörrautomat

        Eine moderne und zeitsparende Alternative zur natürlichen Trocknung ist die Verwendung eines Dörrautomates. Dieser läuft in der Regel bei Temperaturen zwischen 30 und 70 °C und entzieht den Kräutern dadurch die Feuchtigkeit. Optimal ist die Trocknung im Dörrautomat bei einer Temperatur zwischen 30 und 50 °C. Dadurch bleiben die in der Pflanze enthaltenen ätherischen Öle und das damit verbundene Aroma bestehen.

        Empfohlene Temperaturen: 30 bis 50 °C
        Trocknungszeit: Je nach Bedarf
      • Kräuter trocknen im Backofen

        Für die Trocknung der Kräuter im Backofen müssen die gesammelten Pflanzen zuerst zerkleinert und auf einem Backblech mit Backpapier ausgebreitet werden. Um die Kräuter schonend zu trocknen und die ätherischen Öle weitestgehend zu erhalten, empfiehlt es sich, mit einer niedrigen Temperatur zu beginnen (30 bis 40 °C) und zur Hälfte der empfohlenen 2 bis 4 Stunden Trocknungszeit die Temperatur zu erhöhen. (max. 50 °C). Damit die entstehende Feuchtigkeit ausweichen kann, sollte ein kleiner Spalt vom Backofen offen bleiben.
        Wichtig: Kontrollieren Sie den Trocknungsprozess in einigen Abständen, damit die Kräuter nicht anbrennen.

        Empfohlene Temperaturen: 30 bis 50 °C
        Trocknungszeit: 2 bis 4 Stunden
      • Kräuter trocknen in der Mikrowelle

        Von der Trocknung in einer Mikrowelle ist eher abzuraten. Sollten Sie diese Art der Trocknung dennoch anwenden wollen (beispielsweise für Oregano, Thymian oder Majoran), so sollte man grundsätzlich mehrere Zyklen mit einer sehr geringen Wattanzahl (max. 300 Watt) einplanen. Idealerweise sollten die einzelnen Trocknungszeiten die Dauer von 30 bis 45 Sekunden nicht überschreiten. Die Kräuter kann man mit etwas Küchenpapier bedecken und sollten nach jedem Trocknungszyklus gewendet werden.

        Empfohlene Temperaturen: max. 300 Watt
        Trocknungszeit: mehrere Trocknungszyklen von je 30 bis 45 Sekunden
  • Kräuter konservieren

      • Kräuter einfrieren

      • Eine sehr einfache Möglichkeit, die gesammelten Kräuter für die Wintermonate haltbar zu machen, ist das Einfrieren. Tiefgefrorene Kräuter haben ein sehr ähnliches Aroma zu frisch gepflückten Kräutern. Auch die Inhaltsstoffe und die kräftigen, satten Farben bleiben erhalten. Vor dem Einfrieren sollten Sie diese sanft säubern.
        Die Kräuter kann man sowohl in zerkleinerter Form, als auch als Ganzes – in der Form eines Kräuterstraußes – einfrieren.
        Unser Tipp: Da sich eingefrorene Kräuter oftmals schwer unterscheiden lassen, sollte man die Portionen gut beschriften. Bestenfalls mit dem Datum der Konservierung; denn Kräuter halten ca. bis zu einem Jahr. Zum Einfrieren eignen sich besonders Schnittlauch, Basilikum, Dill, Thymian, Melisse, oder Petersilie.
    • Kräuter einlegen

      • Einlegen in Öl

        Aufgrund der in den Kräutern enthaltenen ätherischen Öle, welche als fettlöslich gelten, hat sich das Einlegen besonders gut bewährt. Die vorher getrockneten Kräuter werden dafür in ein verschließbares Gefäß gegeben und mit einem Öl aufgefüllt. Um das Aroma bestmöglich zu erhalten, empfehlen wir die Verwendung eines natürlichen und biologischen Öles – zum Beispiel Olivenöl.

        Möchte man die Kräuter konservieren, so sollte man den Behälter nur so viel mit Öl auffüllen, dass die Kräuter bedeckt sind. Soll das Öl aromatisiert werden, kann man dementsprechend mehr Öl verwenden.
        Die Ziehzeit beträgt ca. 4 Wochen.
        Unser Tipp: Zum Einlegen eignen sich besonders Kräuter wie Bärlauch und Basilikum. Aber auch Gewürzkräuter, wie zum Beispiel Rosmarin, Salbei oder Bohnenkraut.
      • Einlegen in Essig

        Zum Einlegen kann man auch eine eigene Kräutermischung in Essig geben. Hierfür verwendet man am besten Apfel- oder Kräuteressig, mit einem Säuregehalt von mindestens 5 %. Die Kräuterzweige, aber auch Gewürze mischen und mit dem Essig ca. zwei Wochen an einem kühlen Ort lagern und danach abfiltern.
        Unser Tipp: Besonders geeignete Kräuter sind Basilikum, Estragon, Dill, Melisse, Lorbeer, Minze, Pimpinelle, Rosmarin, Salbei, Thymian, Zitronenthymian sowie Kerbel. Aber auch Knoblauchzehen, Pfefferkörner oder scharfe Chilischoten kann man beimengen.
  • Kräuter Expertin Stefanie Horn zeigt in Ihrem Video wie Sie Kräuter richtig trocknen

  • 3 gute Gründe um Kräuter zu trocknen

    Kräuter verleihen unseren Gerichten eine ganz besondere Note und enthalten zudem wertvolle Vitalstoffe. Und auch die Ernte ist ein wahrlich besonderes Erlebnis für die Sinne.
    • Die in den Kräutern enthaltenen ätherischen Öle entfalten ihr unbeschreibliches Aroma bereits beim Sammeln.
    • Wertvolle Vitalstoffe bleiben auch nach dem Trocknungsprozess erhalten.
    • Wildpflanzen lassen sich überall finden: Sie sind regional und kommen ganz ohne Plastikverpackung und langen Transportwegen aus.
  • Teerezepte mit heimischen Kräutern

    Entdecken Sie unsere leckeren Tee-Rezepte mit heimischen Kräutern. Sie finden Rezepte für Husten-, Entspannungs-, Erkältungstees und einige mehr.
    Viel Freude beim Ausprobieren!
    • Unsere Empfehlung

      Mit unserem Kräutertrockner aus massivem, qualitativ hochwertigem und FSC-zertifiziertem Buchenholz aus mitteleuropäischen Wäldern vereinen wir Nutzen und Formgebung. Durch die stapelbare Funktion bekommen die Kräuter durch die Zwischenräume ausreichend Luft für eine besonders schonende Trocknung. Zudem kann der Kräutertrockner Etage für Etage den Bedürfnissen entsprechend erweitert werden.

      Die Erstausstattung besteht wahlweise aus einem Fachboden oder aus einem Set mit drei Fachböden. Diese werden in sorgfältiger Handarbeit in unserem Partnerbetrieb in Slowenien gefertigt. Dadurch können wir die Herkunft der Rohstoffe, die Verarbeitung und die Qualität des Produktes garantieren.
  • Fotos: Petersilie im Garten – Panorama: © Tobias / Fotolia; Dried Herbs: © Barbara Pheby / Fotolia