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  • Gefaltete Kleidung und Schuhe übersichtlich auf hellem Hintergrund

    Inhaltsstoffe in unserer Kleidung

Die unsichtbaren Folgen unserer Kleidung

Von überfüllten Mülldeponien bis hin zu Mikroplastik in unseren Gewässern – die ökologischen Auswirkungen der Modeindustrie sind längst bekannt. Weniger sichtbar sind jedoch die Chemikalien, die in vielen Textilien stecken und sowohl Umwelt als auch Gesundheit belasten. 

In der Produktion werden zahlreiche Substanzen eingesetzt, um Kleidung weich, knitterfrei, wasserabweisend oder optisch „veredelt“ erscheinen zu lassen. Dazu zählen unter anderem Flammschutzmittel, PFAS, Phthalate oder Schwermetalle. Viele dieser Stoffe stehen im Verdacht, hormonell wirksam oder sogar krebserregend zu sein – mit Folgen für Konsument*innen ebenso wie für die Arbeiter*innen in der Herstellung.

Färben – der wohl gefährlichste Faktor

Denken wir an die Produktion von Fast Fashion, so erinnern wir uns an Bilder von Näher*innen aus dem globalen Süden, doch kaum jemand denkt bei unmenschlichen Arbeitsbedingungen oder gesundheitsschädlichen Prozessen während der Textilherstellung an die Färbung. Dieser Prozess wird gerne übersehen, obwohl es der mitunter größte Faktor bei der Freisetzung von schädlichen Chemikalien ist. Jener, der auch bei dem Verbrauch von Emissionen hohe Zahlen schreibt: Etwa 36 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen werden auf die Nassverarbeitung bei Textilien (wie dem Färben) zurückgeführt. So ist es also die Farbe, in welcher sich das Schlüsselwort zum Bestreben nach einem nachhaltigen Konsum findet.

  • 43 Millionen Tonnen Chemikalien werden pro Jahr für die Textilproduktion eingesetzt.
  • 185 Gramm Chemikalien werden für ein T-Shirt aus konventioneller Baumwolle (200 Gramm) verwendet.
  • 20.000 verschiedene Chemikalien werden in der Mode- und Textilindustrie genutzt.
Wäschekorb mit Kleidung im warmen Sonnenlicht auf Holzboden
Weißes T Shirt hängt draußen im Sonnenlicht zwischen Bäumen

Wie kommen Chemikalien in der Kleidung zum Einsatz?

Die Textilindustrie zählt zu den größten Verbrauchern von Chemikalien und gehört zugleich zu den Hauptverursachern von Wasserverschmutzung. Darauf machte die „Detox my Fashion“-Kampagne von Greenpeace im Jahr 2011 aufmerksam. Die Organisation identifizierte elf gefährliche Chemikaliengruppen, die in der Modeproduktion eingesetzt und teilweise ungeklärt in Flüsse und Gewässer eingeleitet werden.

Auslöser war der Nachweis von Nonylphenolethoxylaten (NPE) im Abwasser einer chinesischen Textilfabrik. NPE wird als Tensid verwendet und zerfällt zu giftigem Nonylphenol (NP). Diese Substanz wirkt hormonell, ist besonders langlebig und reichert sich in der Nahrungskette an – selbst in geringen Mengen ist sie schädlich für Mensch und Umwelt. 

Obwohl NPE in der EU verboten ist und auch für Importware strenge Grenzwerte gelten, zeigt sich: Rückstände gelangen weiterhin in Gewässer und letztlich in den globalen Kreislauf.

Zwei Personen gehen durch ein Feld in heller natürlicher Kleidung


Färbung – ein zentraler Umweltfaktor

Die Färbung von Textilien zählt zu den ressourcen- und chemikalienintensivsten Prozessen der Textilproduktion. Rund 36 % der Treibhausgasemissionen entstehen in der sogenannten Nassverarbeitung – dazu gehört unter anderem das Färben. 

Jährlich werden etwa 43 Millionen Tonnen Chemikalien in der Textilindustrie eingesetzt. Für ein konventionelles Baumwoll-T-Shirt kommen durchschnittlich 185 Gramm Chemikalien zum Einsatz. 

Neben dem Energieverbrauch ist auch der Wasserbedarf enorm: Milliarden Liter Wasser werden jährlich für Färbeprozesse verwendet – ein Großteil davon gelangt als belastetes Abwasser in Flüsse und Gewässer und gefährdet Ökosysteme sowie Trinkwasserressourcen.

Frau im braunen Pullover genießt Sonne im Freien


Bunte Stoffe in warmen Farben liegen weich übereinander
Person steht barfuß auf Steinen in klarem fließendem Wasser

Buntes Abwasser, schlechtes Trinkwasser

Day Zero: Die Wasserknappheit ist für niemanden ein Fremdwort. Man liest in Berichten oder hört in Nachrichten über jene Länder, die schon ohne Dürren oder Hitzewellen etwa 80 Prozent ihres Oberflächenwassers ausschöpfen. Und auch eine neue Studie brachte verheerende Zahlen hervor: Bereits ein Viertel der Weltbevölkerung droht akuter Wassermangel, besonders in den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas sowie in San Marino, Pakistan oder Indien. Teilweise sind auch die europäischen Mittelmeerländer betroffen.

Und dann gibt es Zahlen, die belegen, wie viel Wasser für das Färben – lediglich das Färben (!) – bei der Produktion von Kleidung verwendet wird. So verbraucht die Textilindustrie etwa sechs bis neun Billionen Liter Wasser– jährlich! Drei Viertel davon enden gemeinsam mit Farbstoffen, Chemikalien, Schwermetallen, Salzen oder Alkalien als untrinkbares Abwasser meist illegal in Flüssen. Diese Abwässer beeinträchtigen Ökosysteme, aber auch Menschen und Tiere, die entlang dieser Gewässer wohnen, leben und das Wasser sogar zum Trinken benutzen.

Verantwortung in der Modeindustrie

Initiativen wie die „Detox my Fashion“-Kampagne von Greenpeace haben das Bewusstsein für diese Problematik geschärft und zu strengeren Regulierungen geführt. Dennoch bleibt der Einsatz von Chemikalien ein zentrales Thema für eine nachhaltigere Textilproduktion.

Ein grundlegender Wandel erfordert ein Umdenken – weg von schneller Massenproduktion hin zu langlebigen, verantwortungsvoll hergestellten Produkten. 

Frau in blauem Mantel steht am Wasserufer
Frau in weiter Strickmode spaziert durch trockene Landschaft
Frau sitzt entspannt auf Steg am ruhigen Seeufer

Doch was kann man dagegen unternehmen?

Auszeit von Fast Fashion

Es ist der Zeitpunkt gekommen, an welchem wir alle – ganz gleich, ob Unternehmer*in oder Endkonsument*in – eine Pause einlegen sollten. Denn ein radikaler Wandel in der Modeindustrie kann nur dann gelingen, wenn wir aufhören, uns von dieser Schnelllebigkeit treiben zu lassen. Demnach können wir aufhören, günstige Kleidung zu kaufen, die nach kurzer Tragedauer im Müll landet. Oder wir könnten beginnen, unser Bewusstsein zu schärfen und zu hinterfragen, aus welchen Gründen man sich für ein Kleidungsstück entscheidet. Auch Unternehmen sollten wieder mehr Zeit bekommen, um den Materialfluss zu verlangsamen und um sich in ausgereiften Entwicklungen und Recherchen verlieren zu können. Nicht immer dem nächsten Trend nachjagen, sondern vielmehr Zeit damit verbringen, um dem Kunden das bestmögliche, langlebigste und vor allem hautfreundlichste Produkt präsentieren zu können!

Auch wir als Grüne Erde, obwohl wir im starken Kontrast zu Fast Fashion stehen, möchten ein Zeichen gegen die Überproduktion in der Modeindustrie setzen. Daher haben wir unsere Kollektionen von sechs auf zwei im Jahr reduziert und arbeiten langfristig auf eine Jahreskollektion hin. – zeitlose, saison- und trendunabhängige Produkte, die nur an unterschiedliche Temperaturen angepasst sind. Durch weniger Kleidung im Sortiment, fokussieren wir uns noch stärker auf die Qualität jedes einzelnen Stücks – vom Ressourcenverbrauch über die Verarbeitung bis zur Langlebigkeit. 

Kleidung aus Europa, transparente Lieferkette

Legen Sie bei der Auswahl Ihrer Kleidung Wert auf Transparenz und eine europäische Fertigung. Dadurch lässt sich die Reise Ihrer Kleidungsstücke nachvollziehen und auch Giftstoffe in der Kleidung werden minimiert.

Durch gemeinsame Entwicklungen mit unseren ausgewählten Partnern und größtmöglicher Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette möchten wir unseren Kund*innen die Möglichkeit geben, die Reise ihrer Kleidung nachvollziehen zu können. Eine vollständige Deklaration der Faserherkunft sowie des Produktionslandes findet sich auf jedem Kleidungsstück, aber auch in unseren Katalogen und unserem Onlineshop, wieder! 

Lächelnde Frau im blauen Pullover mit unscharfem Hintergrund
Holzklötze mit IVN auf Tisch unscharfer Hintergrund

Gütesiegel zeigen den Weg

Wollen wir Veränderung kreieren, ist neben der Notwendigkeit, Prozesse zu verlangsamen und transparente Lieferketten aufzuzeigen, der Einsatz von Chemikalien ein Schlüsselfaktor. Es muss auch bei diesem Faktor sichergestellt werden, welche Chemikalien und wie viele Chemikalien in unsere Kleidung dürfen! Gütesiegel und Zertifizierungen bieten Sicherheit und schenken Vertrauen. Nur durch klar definierte Grenzen und unabhängige Kontrollen kann sich in der Modeindustrie etwas verändern!

Mehr zu Gütesiegel und Zertifizierungen

Um Kund*innen Orientierung und Sicherheit zu geben, setzten wir auf unabhängige Zertifizierungen, die unsere hohen ökologischen und sozialen Standards transparent und nachvollziehbar garantieren. Um unseren Anspruch und unsere Qualität unter Beweis zu stellen, wählen wir bewusst die strengsten Siegel aus (für Kleidung derzeit GOTS und IVN) und lassen nach Möglichkeit das gesamte Sortiment mit diesen Gütezeichen zertifizieren. Zugleich überprüfen wir die geforderten Kriterien regelmäßig mit unserem Ökologiemanagement sowie unseren Einkaufsrichtlinien und legen für uns selbst – im Streben nach immer noch besseren Lösungen für Mensch und Natur – wann immer es geht noch striktere Maßstäbe fest.

Nicht immer ist eine Zertifizierung möglich, beispielsweise weil der Rohstoff nicht aus kontrolliert biologischer Tierhaltung gewonnen wird, sondern von freilebenden Kamelen, Yaks und Alpakas stammt. Auch diese Hintergründe stellen wir im Sinne der Transparenz offen dar und ermöglichen unseren Kund*innen dadurch, die Herkunft ihrer Kleidung nachzuvollziehen und bewusste Entscheidungen zu treffen.

Kleidung auf Holzbügeln an Kleiderstange im Geschäft

Das eigene Kaufverhalten hinterfragen

Die Verantwortung für einen ökologischen Umgang mit Kleidung liegt in erster Linie bei den Unternehmen, doch alleine können wir es nicht schaffen. Unserem Ideal können wir nur dann nahekommen, wenn möglichst viele Menschen unsere Überzeugung teilen und ihr Handeln – genau wie wir – nach diesen Gesichtspunkten ausrichten.

Um das zu erreichen, liegt es in unserer Verantwortung, über die Folgen menschlichen Handelns aufzuklaren und die Konsequenzen aufzuzeigen. Daher sehen wir es als unsere Aufgabe an, durch Transparenz, Offenheit, Ehrlichkeit, Aufklärung und Inspiration unsere Kund*innen dazu zu ermächtigen, bewusste Entscheidung im Umgang mit Kleidung zu treffen. Und sie vielleicht dazu zu bewegen, das eigene Kaufverhalten zu hinterfragen.

Grüne Erde-Naturmode: Das finden Sie in unserer Kleidung

So sehr wir es uns wünschen: Ganz ohne Chemie geht es nicht. Auch wir verwenden sie, etwa für die Färbung der Stoffe. Aber: Damit finden wir uns nicht ab. Und: Chemie ist nicht Chemie. So achten wir streng auf die Einhaltung des IVN-Standards und legen mit unseren sozial-ökologischen Einkaufsrichtlinien teilweise noch striktere Kriterien fest.

Die Chemie findet – so wenig wie möglich und ausschließlich durch Zertifikate gesichert – im Produktionsprozess statt. Vom Waschen und Spinnen über das Färben bis zur Ausrüstung sind chemische Anwendungen notwendig, um die gewünschte Qualität und Langlebigkeit zu erreichen. Mit dem Rückstandstest am Endprodukt wird überprüft, dass alle Vorgaben eingehalten wurden. Durch Zertifikate und eigene Kontrollen stellen wir sicher, dass die verwendeten Chemikalien die Umwelt nicht belasten. GOTS-zertifizierte Produzent*innen müssen über ein Umweltmanagement verfügen, welches eine Wiederverwendung, die ordnungsgemäße Entsorgung bzw. Neutralisierung von Chemikalien bzw. einen geschlossenen Chemikalienkreislauf garantiert. 

Obwohl wir mit unserer Kleidung einen sehr hohen Qualitätsstandard erreicht haben, treibt uns unsere Überzeugung kontinuierlich an, zum Schutz von Mensch und Natur noch bessere Lösungen zu erarbeiten. Wir glauben daran, dass es auch ohne Chemie geht und haben es uns zum Ziel gemacht, den Einsatz chemischer Substanzen immer weiter zu senken, bis wir eines Tages ganz ohne auskommen. Denkbar ist es, mehr ungefärbte/naturbelassene Kleidung anzubieten, zu prüfen, ob es Farben gibt, die besonders wenig Chemie erfordern, farbig wachsende Rohstoffe (Beispiel Baumwolle) für die Kleidung zu testen. Produkte anbieten, die so pur wie möglich sind – das ist der Weg, den wir einschlagen. Bis es soweit ist, gehen wir mit diesem Thema – ebenso wie mit alle anderen, bei denen wir unser Ideal noch nicht erreicht haben – transparent und offen um. 

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