Zwischen Konsum und Bewusstsein – Mode neu gedacht
Kleidung ist Ausdruck von Persönlichkeit – aber auch Spiegel unserer Werte. In einer Zeit, in der Kleidung oft schnell konsumiert und noch schneller vergessen wird, stellen wir uns die Frage: Wie viel brauchen wir wirklich? Zwischen Ästhetik und Verantwortung liegt die Chance, Kleidung neu zu denken – bewusst, achtsam und im Einklang mit unseren Überzeugungen. Denn wahrer Stil beginnt dort, wo Konsum auf Haltung trifft.
Wir wollen uns glücklich kaufen - doch Konsum macht oft unzufrieden
Endloser Konsum belastet nicht nur die Umwelt, sondern kann auch unglücklich machen. Schnell verfügbare, qualitativ minderwertige Produkte bringen nur kurzfristige Freude, die oft schon nach wenigen Tagen verschwindet. Zurück bleibt ein unbefriedigendes Gefühl – trotz eines vollen Kleiderschranks.
Viele Einkäufe sind emotional motiviert, spontane Impulskäufe trotz besserem Wissen keine Seltenheit. Dieser Widerspruch zwischen Überzeugung und Handeln nennt sich kognitive Dissonanz.
Wir glauben: Es lohnt sich, Neugier zu zeigen, mehr über Lieferketten und Herstellung zu erfahren und Entscheidungen bewusst zu treffen. Kleidung, die mit den eigenen Werten übereinstimmt, schenkt langfristig Freude – für uns und die Umwelt.
Kaufen Sie Mode oder Kleidung?
Die Modeindustrie macht sich durch Werbung und Marketing die Unsicherheit von Konsument*innen zunutze: Es wird gezielt ein Mangelgefühl erzeugt und in Zuge dessen ein Produkt beworben, um diesen Mangel zu stillen. So kommt es, dass Marken – besonders in der Fast Fashion-Branche – nicht nur Produkte, sondern Lebensstile verkaufen. Dadurch wird suggeriert, dass man durch den Konsum eines neuen Trends zeitloser, stilvoller, moderner erscheint.
“In einer Gesellschaft, die Profit mit deinen Selbstzweifeln macht, ist es ein rebellischer Akt, sich selbst zu mögen.”
Caroline Cardwell
Laut einer Studie von McKinsey glauben neun von zehn Menschen der Generation Z, dass es in der Verantwortung von Unternehmen liegt, sozial faire und ökologisch wertvolle Produkte zu fertigen. Auch wir finden, dass ein Umdenken – nein, ein unverzügliches Handeln – bei der Modeindustrie notwendig ist. Doch sollte auch jeder Einzelne für sich selbst die Verantwortung übernehmen: Die eigenen Kaufentscheidungen überdenken, hinterfragen und durch bewussten Konsum etwas bewegen. Konsument*innen oder aber auch Unternehmer*innen schaffen keinen Wandel, indem sie alleine für das Gute einstehen. Vielmehr geht der Appell, den Konsum zu überdenken, an uns alle. Denn nur gemeinsam können wir etwas bewirken!
Wie viel Kleidung brauchen wir wirklich?
Kleidung steht für Funktionalität und Nutzen, aber es ist auch ein Kommunikationsmittel und eine Möglichkeit, seine Persönlichkeit nach außen zu tragen. Unter modebewussten Menschen war die Ästhetik lange das ausschlaggebende Kriterium, um sich für ein Kleidungsstück zu entscheiden. Doch mittlerweile kommen neue Aspekte hinzu, wie die Auswirkungen auf die Umwelt und die Herstellung unter menschenwürdigen Bedingungen. Der Trend der Nachhaltigkeit bewegt auch die Modeindustrie!
Guter Stil ist authentisch
Es geht nicht darum, einen perfekten Stil zu finden oder auf Kleidungsstücke zu verzichten, nur um keinen Trends zu folgen. Vielmehr geht es darum, sich bewusst für den eigenen Stil zu entscheiden, Kleidungsstücke zu tragen, in denen man sich wohl und authentisch fühlt – Modelle, die Sie im Alltag stärken.
4 Tipps, um gezielt Ihren eigenen Stil zu finden
1. Lassen Sie Ihre Werte einfließen
Die Kleidung, die Sie tagtäglich tragen, sollte Ihnen gefallen – nur Ihnen! Es ist nicht wichtig, jemand anderen zu beeindrucken, sondern nur, dass Sie sich in den Kleidungsstücken wohlfühlen!
2. Halten Sie Ihren Kleiderschrank minimalistisch
Es ist wahr: Der Minimalismus erleichtert nicht nur den Alltag ungemein, sondern hilft Ihnen auch, den Überblick zu wahren. Kleiderstücke können nicht mehr in Vergessenheit geraten und werden regelmäßig ausgeführt.
3. Setzen Sie auf Wohlfühlkleidung
Damit meinen wir nicht Homewear, sondern Kleidungsstücke, in denen Sie sich rundum wohlfühlen! Vielleicht ist es ein Basicshirt in Kombination mit Jeans und Sneakers oder ein Kleid, in welchem Sie sich authentisch und frei fühlen. Diese Teile sind es, auf die Sie setzen sollten!
4. Warten Sie nicht auf Trends
Jede Saison werden neue Trends veröffentlicht, neue Normen etabliert. Doch nur weil es neue Richtungen in der Modebranche gibt, sollte man ihnen nicht gänzlich obliegen. Bleiben Sie sich und Ihrem Stil stets treu!
Das Prinzip der Capsule Wardrobe
Im Durchschnitt besitzt ein Österreicher 85 Kleidungsstücke, eine in Deutschland lebende Person sogar bis zu 95 Stück – ohne Unterwäsche und Socken. Vieles davon bleibt immer im Schrank oder wird nur selten getragen. Am Ende landet es im Altkleidercontainer oder wird entsorgt. Mit Blick auf die Ressourcen, die es benötigt, um ein Kleidungsstück herzustellen, scheint die Capsule Wardrobe ein ideales Prinzip für das Hier und Jetzt zu sein.
Was ist die Capsule Wardrobe?
Im Durchschnitt besitzt ein Österreicher 85 Kleidungsstücke, eine in Deutschland lebende Person sogar bis zu 95 Stück – ohne Unterwäsche und Socken. Vieles davon bleibt immer im Schrank oder wird nur selten getragen. Am Ende landet es im Altkleidercontainer oder wird entsorgt. Mit Blick auf die Ressourcen, die es benötigt, um ein Kleidungsstück herzustellen, scheint die Capsule Wardrobe ein ideales Prinzip für das Hier und Jetzt zu sein..
Wie funktioniert die Capsule Wardrobe?
Das Gute daran: Es gibt keine festen Regeln! Die Capsule Wardrobe kann sich jeder nach Belieben eigenständig aufbauen. Die folgenden Voraussetzungen unterstützen beim Aussortieren und Zusammenstellen:
- Eine Capsule Wardrobe umfasst in etwa 30 – 40 Kleidungsstücke – ohne Unterwäsche, Socken und Sportbekleidung.
- Zu Beginn empfiehlt sich eine Inventur: Welche Kleidungsstücke habe ich im letzten Jahr nicht getragen? Fühle ich mich in allen Teilen wohl? Lassen sie sich kombinieren?
- Verschenken, verkaufen oder spenden Sie alle Kleidungsstücke, die diesen Test nicht bestanden haben.
- Die restliche Kleidung bildet die Basis. Vielleicht lässt sich ein Farbmuster erahnen, oder auch, in welchen Schnitten und Qualitäten Sie sich besonders wohlfühlen?
- Eine Capsule Wardrobe hat ein ausgewogenes Verhältnis von Ober- und Unterteilen, Jacken, Schuhen und Accessoires.
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