Handgefertigte Bio-Seifen - Unser Partner Sanoll

  • Martin Sanoll über Bio-Kosmetik, Handarbeit, die Abscheu vor Fließbändern sowie angewandte Natur- und Menschenliebe.
  • „Hobn de Owaöschdarreicha doch heargfundn za ins!“, schallt es uns in kehligem Tiroler Dialekt entgegen, als uns Martin Sanoll herzlich empfängt. Er spielt darauf an, dass sein kleiner Bio-Kosmetikbetrieb etwas abseits am Ortsrand von Stams im Inntal liegt – für Ortsunkundige nicht ganz leicht zu finden. Die Tür geht auf, der Duft von Pflanzenölen, Kräutern und Lavendel schwebt uns entgegen. Der Blick fällt auf eine Inschrift an der Wand: „Sei du selbst die Veränderung, die du wünscht für diese Welt.“ Dieses Gandhi-Zitat scheint das Leitmotiv des Unternehmens zu sein.
  • Am Anfang war die Ziege

    Zu Beginn der 1980er-Jahre, im zarten Alter von noch nicht einmal 20, stellte sich Martin Sanoll – inspiriert vom Leben auf dem Bio-Bauernhof seiner Eltern – grundsätzliche Fragen wie: Was kann die Natur? Was tut dem Menschen gut? Was ist meine Rolle dabei?

    Aus buchstäblich „naheliegenden“ Gründen kam er auf ... Ziegen! Als er dann auf dem Markt in Innsbruck zum ersten Mal seine Ziegenmilch anbot, raunte so mancher: „Da Spinna mit de Goas!“ (der Verrückte mit den Ziegen). „Aber am ersten Tag habe ich schon 20 Flaschen verkauft“, erinnert sich Sanoll amüsiert. Er ging dann bald einen Schritt weiter und begann, aus der Ziegenmilch Kosmetik herzustellen, entwickelte eine Ziegenbutter-Einreibung und ein Ziegenmolke- Brennnessel-Shampoo. Nach 35 Jahren ist das Sanoll-Sortiment auf rund 80 Haut- und Haarpflegeprodukte angewachsen – alle selbst entwickelt und produziert. Gut 2/3 der Produkte sind vegan – wie etwa die Pflanzenölseifen, mit denen Grüne Erde seit über 20 Jahren beliefert wird.
  • Strenger als die Bio-Vorschriften

    Sanoll verarbeitet hunderte verschiedene, ausschließlich natürliche Rohstoffe, etwa 95 % davon in zertifizierter Bio-Qualität. Er ist dabei noch strenger als die Vorschriften der Austria Bio-Garantie. So etwa gibt es bei ihm keine (erlaubten) „naturidenten Konservierungsstoffe“ wie etwa Sorbinsäure. Beim Rohstoffeinkauf – Pflanzen- und ätherische Öle, Kräuter – vertraut Sanoll auf langjährige, verlässliche Lieferanten. Pflanzenextrakte, etwa aus Ringelblumen, werden selbst hergestellt.

    Alles, was er über Naturkosmetik weiß und kann – und das ist beeindruckend viel –, hat er sich selbst beigebracht und als Erfahrung in vielen Jahren gesammelt. Er hat keine einschlägige, chemisch-technische Ausbildung. Das kann auch ein Vorteil sein: Der Entwicklungschef eines großen Kosmetik-Unternehmens sagte ihm einmal, dass eine bestimmte Sanoll-Rezeptur praktisch nie funktionieren könne, weil dies gemäß Theorie und Lehrmeinung unmöglich sei.
  • “Gut, dass ich das nicht gewusst habe. Das hätte mich im Kopf gebremst. Aber ich habe es einfach ausprobiert – und die Rezeptur hat funktioniert!”
    Martin Sanoll, Kosmetikproduzent Tirol
    • Günther Sanoll beim Gießen von Lavendel-Seifen für Grüne Erde: kaltgerührt aus Pflanzenöl, Lauge und ätherischen Ölen.
    • Die Produktion bei Sanoll ist stark handwerklich geprägt. Hier werden die Seifen sorgfältig einzeln verpackt und etikettiert.
    • Der Strom für den Betrieb wird ökologisch produziert – mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Im Hintergrund: die „Hohe Munde“ im Tiroler Inntal.
  • „Ich mag keine Fließbänder“

    Bei unserem Besuch werden gerade Grüne Erde-Seifen hergestellt: aus reinen Pflanzenölen, in kleinen Mengen von jeweils 10 kg (ca. 120 Stück Seife), kaltgerührt, in Formen gegossen, Stück für Stück verpackt und etikettiert – alles in Handarbeit. „Ich mag keine Fließbänder. Die Maschinen sollen dem Menschen die Arbeit erleichtern, aber ihm nicht das Tempo vorgeben. Außerdem: Je öfter unsere Produkte von menschlichen Händen berührt werden, desto besser“, so Martin Sanoll.

    Er führt das kleine Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Conny und den Söhnen Günther und Dominik. Unterstützt werden sie von fünf Mitarbeiterinnen und einem Mitarbeiter. Die respekt- und rücksichtsvolle Art, wie alle hier miteinander umgehen, ist förmlich zum Greifen. Man muss kein Esoteriker sein, um die positiven Schwingungen, die „good vibrations“, zu empfangen, die durch die Räume wabern: „Das steigert unser Wohlbefinden und beeinflusst auch unsere Produkte positiv.“, ist Martin Sanoll überzeugt.

    Alles hier ist so schön stimmig: Das Betriebsgebäude wurde aus Massivholz und anderen Naturmaterialien in Passivbauweise errichtet. Die Abwärme des Betriebes wird zum Heizen genutzt, die Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt mehr Strom, als der ganze Betrieb und zwei Elektro-Autos verbrauchen.
  • Gegen den Raubtierkapitalismus unserer Tage

    Martin Sanoll und seine Familie mögen menschengerechte, angemessene, überblickbare, daher kleine Strukturen. So etwa ist die „größte“ Abfüllanlage auf maximal 200 kg ausgelegt, weil bei größeren Produktionseinheiten „die Energetik nicht mehr stimmt.“

    "Ich sehe unser Unternehmen wie einen Baum, der seiner Umwelt mehr gibt, als er von ihr nimmt. Das ist für mich Nachhaltigkeit." So wie ein Baum sei auch der Betrieb gewachsen: "Langsam, natürlich und gesund. Aber nur so weit, wie es ihm gut tut. Unser Betrieb hat jetzt die optimale Größe, die allen gut tut: der Familie, den Mitarbeiterinnen, Kunden, Lieferanten – und den Produkten."

    Eine ausgeglichene Work-Life-Balance ist ihm wichtig. Häufig schwingt in Sanolls Worten Kritik am Raubtierkapitalismus unserer Tage mit. Das sei nicht seine Welt, er „mag nicht mitspielen in diesem Gier-Konkurrenz-Wettbewerbs-Wirtschaftssystem“. Sein Unternehmen beweist, dass man nicht mitspielen muss, um erfolgreich und glücklich zu sein. Er hält viel von der Idee der Gemeinwohl-Ökonomie und erstellt daher für seinen Betrieb auch eine Gemeinwohl-Bilanz.
  • “Es mocht ins oafoch a Freid, etwos zu produziern, mit dem a de Leit a Freid hobn und des ihnen guat tuat.”
    Martin Sano
  • Ein Mission Statement, so einfach, klar und authentisch wie der Mensch Martin Sanoll.
  • Sanoll Bio-Kosmetik

    Der kleine Familienbetrieb im Tiroler Ort Stams im Inntal war in den 1980er- Jahren einer der ersten bio-zertifizierten Kosmetikproduzenten Österreichs. Heute werden rund 80 verschiedene Pflegeprodukte hergestellt. Etwa die Hälfte der Produktion wird unter der eigenen Marke „Sanoll“ vertrieben, die andere Hälfte für Kunden wie Grüne Erde entwickelt und gefertigt. Sanoll verarbeitet für seine Kosmetik ausschließlich natürliche Rohstoffe, etwa 95 % davon in Bio-Qualität. Das Unternehmen beliefert Grüne Erde seit 1993 mit Bio-Kosmetik, darunter etwa zehn verschiedene, exklusiv für uns produzierte Gesichts- und Körperseifen.