Nicht nur Arbeit, sondern auch Sinn

  • Die Hephata-Werkstätten produzieren für uns Kosmetikverpackungen aus Wellkarton. Über die Kooperation von Grüne Erde mit Einrichtungen für Menschen mit Behinderung.
  • Jessica Jathe von den Hephata-Werkstätten an der Stanzmaschine für Wellkarton. (Foto: Hephata-Werkstätten)
  • Auf Augenhöhe begegnen

    Die Kooperation mit Einrichtungen für Menschen mit Behinderung gehört zur sozialen Tradition von Grüne Erde. Aber nicht aus Mitleid, sondern aus Solidarität mit diesen Menschen, denen wir „auf Augenhöhe“ begegnen, deren hochwertige Arbeit und Produkte wir schätzen – und die fair und gerecht entlohnt werden sollen.

    So kommen etwa die Wellkarton-Verpackungen unserer Naturkosmetik-Beauty-Sets aus den Hephata Werkstätten in Deutschland.

    Hephata engagiert sich als diakonisches Unternehmen seit 1901 in der Rechtsform eines gemeinnützigen Vereins für Menschen, die Unterstützung brauchen, gleich welchen Alters, Glaubens oder welcher Nationalität. In evangelischer Tradition arbeitet Hephata in der Jugendhilfe und der Behindertenhilfe, in der Rehabilitation Suchtkranker, in Psychiatrie und Neurologie, in der Heilpädagogik, der Wohnungslosenhilfe, in der Pflege und Betreuung von Senioren, in Förderschulen und der beruflichen Bildung.
  • „Es muss ganz genau passen.“

    Ein beinahe mannshoher Stapel mit großformatigen Bögen aus Wellkarton und eine speziell angefertigte Stanzmaschine aus massivem Stahl, etwa so breit wie eine Tischtennisplatte. Dazwischen steht Jessica Jathe – eine Maschinenführerin mit Gespür fürs Detail. „Es muss ganz genau passen“, sagt die 28-Jährige und zeigt, wie sie einen Bogen Wellkarton in die Maschine einlegt – mit großer Sorgfalt und einem genauen Blick.

    Noch einmal beugt sich Jessica über den Bogen in der Maschine – „alles muss stimmen, sonst verlieren wir den Auftrag“, sagt sie. Dann tritt sie einen halben Schritt zurück und startet per Knopfdruck die Maschine. Ein Koloss aus Stahl bewegt sich auf den Wellkarton zu, presst eine Stanzform in den Bogen und fährt wieder zurück.

    Jessica Jathe nimmt den Karton heraus und stapelt die einzelnen Teile sauber auf einem Tisch. „Die Arbeit macht mir viel Spaß“, sagt die Beschäftigte der Hephata-Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Ihr Stolz auf das, was sie hier schafft, ist ihr anzumerken.
  • Hoch motiviert

    Kolleginnen und Kollegen von Jessica sind damit beschäftigt, die Einzelteile für den Versand an die Kunden zu verpacken. „Die Beschäftigten wissen ganz genau, wofür ihr Produkt eingesetzt wird“, erklärt Arbeitsgruppenleiter Uwe Wagner. Zum Beispiel als Verpackung für die hochwertige Naturkosmetik von Grüne Erde.

    „Alle hier sind hoch motiviert und identifizieren sich stark mit dem, was sie machen“, berichtet der gelernte Industriemeister. Seine eigene Begeisterung für Wellkarton hat zwei Gründe:
  • “Es gibt beinahe unendlich viele kreative Möglichkeiten. Und was für uns noch wichtiger ist: Die Arbeitsschritte lassen sich ideal herunterbrechen auf die individuellen Fähigkeiten der Menschen mit Behinderung.”
    Industriemeister
  • Gute Produkte fördern das Selbstbewusstsein

    Nicht nur Arbeit, sondern Sinn geben – dieser Anspruch der Hephata Diakonie wird an den Verpackungen aus Wellkarton deutlich, findet Wagner: „Wir qualifizieren Menschen mit Behinderung im Umgang mit Maschinen. Wir fördern ihr handwerkliches Geschick und ihr Selbstbewusstsein, denn hier entsteht aus der Arbeit der Beschäftigten ein gutes Produkt, das man dann zum Beispiel in Katalogen unserer Kunden auch sehen kann. Und darauf können alle stolz sein.“
    • 30 Menschen mit Behinderung haben innerhalb der Hephata-Werkstätten mit der Verarbeitung von Wellkarton zu tun. Insgesamt arbeiten in den Werkstätten der Hephata-Behindertenhilfe mehr als 500 Menschen mit Unterstützungsbedarf.
    • Unsere neue Kosmetikverpackung
    • Beinahe unbegrenzte Möglichkeiten

      Kosmetika, Kerzen, Kaffee: Für ganz unterschiedliche Produkte entwickeln Wagner und seine Kollegen passende Verpackungen aus Wellkarton. Dabei sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. „Wenn Hersteller oder Händler bei uns anfragen, schicken sie uns in der Regel ein Produktmuster – und wir entwickeln dann einen Prototypen für die Verpackung“, so Wagner.

      Die Spezialitäten der Hephata-Werkstätten sind dabei einerseits die Individualität und andererseits die Möglichkeit, in einer kleinen Stückzahl zwischen 1 und 10.000 produzieren zu können, was gemessen an den Produktionsmengen in der Verpackungsindustrie Kleinauflagen sind. In der Industrie ist außerdem glatter Karton Standard. „Dagegen ist die uns verarbeitete Wellpappe edler und hat zudem einen besonderen Öko-Chic“, so Wagner, und betont: „Unsere Pappe ist zertifiziert, frei von Schadstoffen und daher ökologisch unbedenklich.“
  • Die Hephata-Werkstätten für Menschen mit Behinderung

    Menschen mit Behinderung benötigen in der Arbeitswelt häufig eine gezielte Unterstützung und angepasste Rahmenbedingungen. In ihren Werkstätten für Menschen mit Behinderungen hat sich die Hephata Diakonie darauf eingestellt. Interessante Arbeitsfelder, behindertengerechte Arbeitsplätze und Fachkräfte stehen dafür zur Verfügung. Hephata geht von einem arbeitslebenslangen Lernen der Beschäftigten aus, das von Kooperation und gegenseitiger Anerkennung bestimmt ist.

    Berufliche Orientierung und Qualifizierung bereiten auf eine spätere Tätigkeit im Arbeitsbereich der Werkstatt oder auf den Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt vor. In den Arbeitsfeldern Technische Fertigung Metall, Industriemontagen, Konfektionierung, Gartenbau, Biolandwirtschaft, Handwerk und Dienstleistung werden Produkte und Dienstleistungen für viele Kunden aus der Industrie und für Endverbraucher erzeugt. Zuverlässigkeit und Qualität sind dabei wichtige Merkmale. Zunehmend können Beschäftigte und Arbeitsgruppen auch direkt in den Betrieben der Hephata-Kunden arbeiten.

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