• Alpakawolle: Von der Schur bis zum fertigen Produkt

    Alpakas findet man in erster Linie in Bolivien, Peru, Argentinien oder Chile. Durch Exporte im ausgehenden 20. Jahrhundert wurden die Tiere auch in Mitteleuropa heimisch. Und dank eines Pionierprojektes – gemeinsam mit der Alpaca Association Austria – ist es uns nun auch möglich, feinste Alpakawolle aus regionalen Alpaka-Höfen für unsere naturbelassenen Schlaftextilien einzusetzen.
  • Schritt für Schritt: ein Naturprodukt entsteht

    • Qualitätskriterien bei Alpakawolle


      Aus der Wildform Vikunja (Vicugna vicugna) ging durch die frühe Domestikation und die selektive Zucht die Haustierform das Alpaka (Vicugna pacos) hervor. Doch auch hierbei unterscheidet man zwischen dem Huacaya-Alpaka und dem Suri-Alpaka.

      In Österreich und Deutschland züchtet man vor allem den Alpaka-Typ Huacaya, dessen Wollfaser sich durch besondere Feinheit und gleichmäßige, starke Kräuselung – Crimp – auszeichnet. Mit einem Faserdurchmesser von 18 bis 25 Mikrometern (bei guten Tieren) ist Alpaka etwa so fein wie Kaschmir.
      • Huacaya-Alpaka

        weltweite Population: 90 %
        Merkmale: feines, gekräuseltes Haarkleid
      • Suri-Alpaka

        weltweite Population: 10 %
        Merkmale: glattes, glänzendes Haarkleid
    • Die edle Naturfaser wird in unterschiedliche Qualitäten unterteilt, die bereits bei der selektiven Zucht beachtet werden. Neben der Feinheit und Länge der Faser ist auch die Dichte und das Gewicht des Vlieses ein Beurteilungskriterium, ebenso wie der Glanz und die Farbe. Der Preis, der für die Rohwolle erzielt werden kann, wird wesentlich von der Qualität bestimmt.
    • Die wichtigsten Parameter zur Beurteilung der Faser
      • Feinheit (Fines)
      • Dichte (Density)
      • Vliesgewicht (Fleece Weight)
      • Faserlänge (Staple Length)
      • Glanz (Brightness)
      • Farbe (Colour)
    • Die Alpakafaser wird auf dem Weltmarkt in diverse Faserstufen mit der Einheit Micron Range unterteilt. Auch die AAA modifiziert nach der peruanischen Faserklassifizierung. Je nach Feinheit wird der Preis/Kilogramm kalkuliert.
    • Die Faserstufen von Alpakawolle

      Micron Range 1 Micron = 1/1000 Millimeter
      Imperial von 10 bis 14,9 Micron
      Ultrafine Grade 0 von 15 bis 16,9 Micron
      Superfine Grade 1 von 17 bis 19,9 Micron
      Fine Grade 2 von 20 bis 22,9 Micron
      Fine Grade 3 von 23 bis 25,9 Micron
      Medium Grade 4 von 26 bis 28,9 Micron
      Strong Grade 5 von 29 bis 31,9 Micron
      Coarse Grade 6 von 32 bis 34,9 Micron
    • Alpakawolle aus Österreich

      Der Alpakamarkt in Österreich ist in den letzten Jahren beständig gewachsen und wird zunehmend ein immer wichtigerer Wirtschaftsfaktor in der Landwirtschaft. In Deutschland werden derzeit etwa 20.000, in Österreich rund 3.000 bis 4.000 Alpakas gehalten. Bisher gibt es nur sehr wenige hauptberufliche Alpakazüchter. Die meisten halten nur einige wenige bis einige Dutzend Tiere. Doch die Produktion von Alpakawolle ist für viele heimische Kleinbauern eine sinnvolle umwelt- sowie tierschonend Alternative zur konventionellen Landwirtschaft und bietet die Chance, auf hochwertigere, rentablere Produkte umzusteigen.

      Alpakawolle selbst wird in Mitteleuropa jedoch noch weit unterschätzt. Die positiven Eigenschaften der Naturfaser sind beeindruckend: Alpakawolle ist sehr leicht, zart, weich, antibakteriell, selbstreinigend und hat einen hohen Temperatur- sowie Feuchtigkeitsausgleich. Die Faser enthält kein Wollfett (Lanolin) und ist somit ideal für Allergiker.

      Fünf führende Zuchtbetriebe aus Österreich haben daher die Initiative ergriffen, um die edle Wolle am mitteleuropäischen Markt zu etablieren: Die Alpaca Association Austria – auch "AAA" – wurde gegründet, ein Verein für heimische Alpakahalter und -züchter. Gemeinsam möchte man die Haltung, Zucht sowie Nutzung von Alpakas unterstützen und fördern. Aktuell engagieren sich etwa 170 Alpaka-Halter aus Österreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern. Eine genaue Auflistung der Zuchtbetriebe finden Sie in unserem Alpaka-Züchterverzeichnis.
  • Grüne Erde und die Alpaca Association Austria

    • Die Alpakawolle für unsere Schlaftextilien stammt aus ebendieser Kooperation – sozusagen direkt von landwirtschaftlichen Kleinbetrieben aus Österreich und Deutschland. Gemeinsam mit der AAA werden wir von Juli 2021 bis Juli 2022 etwa 2,8 Tonnen feinste Alpakawolle verarbeiten. Der Rohstoff wird gesammelt, kontrolliert, nach Qualitätsstufen sortiert, in einer Wollmühle in der Steiermark umweltschonend mit Seife gewaschen, getrocknet und schließlich bei einem sorgfältig ausgesuchten Partnerbetrieb in Bayern zu hochwertigen Naturprodukten verarbeitet.

      Wolfgang Putzinger, Alpaka-Züchter mit Leib und Seele, ist auch Obmann der Alpaca Association Austria. Dank ihm ist es uns möglich, einen tiefen Einblick in die regionale Rohstoffgewinnung zu erlangen und einen Beitrag zur guten Weiterentwicklung der heimischen Alpaka-Branche zu leisten.

      Weshalb Alpakawolle aus Österreich?


      Für uns steht in der Produktentwicklung nicht nur Funktionalität, Nutzen oder Ästhetik im Vordergrund, sondern auch Ökologie, soziale Fairness und Transparenz. Es ist uns essenziell wichtig, dass unsere Naturprodukte verantwortungsvoll entstehen und wir dadurch einen Beitrag zum ökologisch-fairen Wirtschaften leisten. Doch dazu bedarf es manchmal ein „über den Tellerrand sehen“, sozusagen den Blickwinkel ändern, um neue Perspektiven in Erfahrung zu bringen. Regionale Alpakawolle für unsere Schlaftextilien war vor einigen Jahren undenkbar. Wir wussten, es gab eine Vielzahl an ländlichen Kleinbetrieben, doch war es logistisch nicht umsetzbar, die Wolle zu sammeln, gebündelt zu waschen und weiterzuverarbeiten.

      Umso erfreuter sind wir nun über die Kooperation mit der Alpaca Association Austria sowie der engen Zusammenarbeit mit Wolfgang Putzinger, dem Obmann der AAA. Gemeinsam entstand ein Pionierprojekt. Da es in Europa kaum Erfahrung in der Verarbeitung von Alpakawolle gab sowie auch die Maschinenausstattung fehlte, musste einiges an Entwicklungsarbeit geleistet, Maschinen angepasst bzw. umgestellt und geeignete Betriebe gefunden werden. Nur so war es möglich, die qualitativ-hochwertige, besonders feine Alpakawolle regional zu verarbeiten.

      Für uns bedeutet heimische Alpakawolle aber auch eines: eine tierschonende Schur gemäß österreichischem bzw. deutschem Standard, eine transparente Lieferkette, kurze Transportwege sowie die daraus resultierende CO2-Einsparung. Jeder einzelne Schritt ist offen deklariert, dokumentiert und nachvollziehbar.
  • Alpakazüchter in Gaspoltshofen