• NATURTEXTIL BEST

    • Die strengsten Richtlinien für Naturtextilien

      Sehr viele textile Produkte von Grüne Erde – Bettwaren, Heimtextilien, Bekleidung – werden bereits nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) produziert, und erfüllen damit strenge ökologische und soziale Anforderungen. Aber wir wollen unseren ökologischen Anspruch weiter erhöhen und konsequent den nächsten Schritt gehen – hin zur NATURTEXTIL BEST-Zertifizierung des IVN, dem derzeit weltweit strengsten öko-sozialen Regelwerk für Naturtextilien.

      Zum Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e. V. gehören mehr als 100 Textilunternehmen (darunter auch Grüne Erde), die für ökologisches und soziales Wirtschaften eintreten. Die IVN-Regeln für den NATURTEXTIL BEST-Standard sind in vielen Bereichen noch stringenter als jene für GOTS. So etwa müssen die Materialien zu 100% natürlich sein und aus biologischer Landwirtschaft bzw. Tierhaltung stammen (GOTS: 70% bzw. 95%), gebleicht werden darf ausschließlich mit Sauerstoff; Merzerisierung, optische Aufheller und Mulesing (in der Schafhaltung) sind verboten; das Nähgarn muss zu 100 % natürlich sein. Auch die sozialen Standards und Sicherheitsanforderungen in den Fertigungsstätten sind strenger (Lohnvereinbarungen müssen vorab in schriftlichen Verträgen festgehalten sein; geregelte Anzahl der Ersthelfer, Flucht- und Rettungspläne, Feuerlöscher, Sammelplätze, Ruheräume etc.).
  • Ein Mehrwert für Mensch & Umwelt

    • Die Menschen hinter unseren Produkten

      Christian Schoen ist für unser Schlafsortiment verantwortlich. Gemeinsam mit seinem Team treibt er die Produktentwicklung voran und ist zurecht stolz, dass immer mehr Grüne Erde-Matratzen, -Decken und -Kissen die strengen öko-sozialen Kriterien von GOTS bzw. NATURTEXTIL BEST erfüllen.


      • "Als junger Mensch habe ich immer und überall gut geschlafen. Aber je älter ich werde, desto mehr wird der Schlaf für mich zu einem Mittel der geistigen und körperlichen Regeneration – und auch zu einer Frage der Lebenseinstellung. Auch in Bezug darauf, aus welchen Materialien, wo und unter welchen ökologischen und sozialen Bedingungen Matratzen, Decken und Kissen gefertigt werden", sagt Christian Schoen.

        Er stieß als Mittvierziger zu Grüne Erde, also in einem Alter, in dem sich das Schlafverhalten der meisten Menschen zu ändern beginnt. Umso besser weiß er – auch aus persönlicher Erfahrung – um die Wirkung von Naturmaterialien auf den Schlaf. Das hat auch mit seinen besonderen Schlafgewohnheiten zu tun.

        Dass Christian wochentags regelmäßig zwischen 22 und 22.30 Uhr ins Bett geht, nur sieben Stunden schläft und daher ein Frühaufsteher ist, wäre an sich noch nicht ungewöhnlich. Auch nicht das allabendliche Lesen vor dem Einschlafen oder das frühmorgendliche Joggen vor Arbeitsbeginn.

        Dazu kommt aber: Christian pendelt wöchentlich zwischen seinem Arbeitsplatz bei Grüne Erde im oberösterreichischen Almtal und seinem Wohnort im westfälischen Lippstadt, wo er die Wochenenden und freien Tage mit der Familie verbringt. Die Hin- und Rückreise absolviert er umweltfreundlich mit der Bahn und verbringt die Nächte im Schlafwagen. Während der Woche schläft unser Produktmanager in einem Wohnwagen auf dem Campingplatz in Scharnstein – auf einer maßgefertigten Grüne Erde-Matratze. "Auf dieser Wolke von Eden schlafe ich so gut wie zu Hause", so Christian. Dazu eine Decke mit Alpakawolle. "Da drunter gibt's kein Schwitzen und kein Frieren. Die Decke reguliert Wärme und Feuchtigkeit wunderbar."

        Dazu muss man wissen, dass Alpakawolle Christians Lieblingsmaterial ist, und er die Bettdecke als solche für das am meisten unterschätzte Schlafprodukt überhaupt hält. Kein Wunder, dass er auch darauf achtet, im Urlaub beim Campen mit der Familie stets Decken und Kissen aus Naturfasern mitzunehmen.

        Für einen „homo oecologicus“, einen konsequent ökologisch denkenden und handelnden Menschen wie Christian Schoen, kommen in Bezug auf gesunden und erholsamen Schlaf nur hautfreundliche, pure Naturmaterialien in Frage. Sei es die für Grüne Erde längst „klassische“ Schafschurwolle oder nun wiederentdeckte alte heimische Rohstoffe wie Hanf oder Fasernessel. Unser Produktmanager verbringt auch so manche Stunden bei heimischen Alpakazüchtern und deren Tieren, ist bei der Schur und Wollsortierung dabei.

        Christian treibt gemeinsam mit seinem Team die Weiterentwicklung des Schlafsortiments unermüdlich voran, arbeitet dabei eng mit unserer Matratzenwerkstätte zusammen, testet alle neuen Schlafprodukte ausführlich und persönlich. "Zu den Vorteilen meines Jobs bei Grüne Erde gehört auch, alle neuen Schlafprodukte ausprobieren zu dürfen", so Christian. So etwa bestand auch ein Hanf-Baumwoll-Kissen den "Wohnwagentest" bravourös.
      • Zurecht stolz ist er auch, dass immer mehr Grüne Erde-Matratzen, -Decken und -Kissen die strengen öko-sozialen Kriterien von GOTS bzw. NATURTEXTIL BEST erfüllen und entsprechend zertifiziert werden können. Dazu ein paar Fragen an unseren Produktmanager:

        Hier auf der Website finden Kund*innen die ersten Schurwoll- und Baumwollprodukte aus dem Schlafsortiment, die nach dem strengen NATURTEXTIL BEST-Standard zertifiziert sind. Wie kam es dazu?

        Christian Schoen: Ich kannte die Zertifizierung schon von früher und habe auf der Messe Heimtextil 2020 in Frankfurt erfahren, dass einer unserer Lieferanten „NATURTEXTIL BEST-zertifiziert“ wurde. Direkt nach der Messe haben wir entschieden, jene Produkte umzustellen, die realisierbar sind. Das war aber nur der unmittelbare Auslöser. Denn es ist grundsätzlich so, dass wir unsere Produkte bewusst immer dahingehend entwickeln, die bestmögliche Zertifizierung zu erreichen. Die vergangenen Jahre haben deutlich gezeigt, dass sich der Markt in die richtige – ökologische – Richtung bewegt. Grüne Erde steht immer für eine Vorreiterrolle, sei es als Öko-Pionier, sei es für die Konsequenz und Nachhaltigkeit bei Zertifizierungen und Produktentwicklung. Wir hinterfragen stets die aktuellen Standards und ökologischen Richtlinien. Durch den NATURTEXTIL BEST-Standard haben wir die Möglichkeit, unsere Produkte nach den strengsten Kriterien prüfen und zertifizieren zu lassen.

        Bereiten derart zertifizierte Produkte mehr Aufwand?

        Christian Schoen: Ja, schon, denn die NATURTEXTIL BEST-Zertifizierung eines Produkts setzt auch voraus, dass sämtliche Betriebe in der Lieferkette zertifiziert sein müssen. Das hat zur Folge, dass wir teilweise auf andere Lieferanten umstellen müssen, wenn ein Betrieb nicht zertifiziert ist. Auch die Rohstoffe werden ausgesuchter, exquisiter und damit knapper. Aufgrund der strengen Standards müssen größere Rohstoffmengen vordispioniert und verbindlich eingekauft werden. Das erfordert umfangreiche Prognosen und Planungen mit einer Vorlaufzeit von mindestens zwei Jahren.

        Was denkst Du persönlich über das strenge NATURTEXTIL BEST-Siegel?

        Christian Schoen: Für Grüne Erde und den Bereich, den ich zu verantworten habe, ist es genau der richtige Weg, möglichst viele Produkte mit diesem strengen Siegel zertifizieren zu lassen. Es steht für die weltweit höchsten Anforderungen an nachhaltig produzierte Textilien. Solch eine Zertifizierung zu erreichen, erfüllt einen auch mit Stolz, denn wir schaffen dadurch einen Mehrwert für unsere Kund*innen und langfristig vor allem für unsere Umwelt.
  • Die strengsten Richtlinien für Naturtextilien

    • Die Menschen hinter unseren Produkten

      Der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft e. V. steht hinter dem GOTS- und dem NATURTEXTIL BEST-Siegel. Dessen öko-sozialen Richtlinien sind die strengsten der Branche. Dazu ein Gespräch mit Heike Hess, Leiterin der IVN-Geschäftsstelle in Berlin.


      • Wie würden Sie die Rolle des IVN in der Naturtextilbranche beschreiben: Pionier, Antreiber, Berater, Meinungsmacher, Lobbyist für die gute, öko-soziale Sache ...?

        Heike Hess: Die Frage würde ich am ehesten mit „ja“ beantworten, weil alles zutrifft. Der IVN ist zusammen mit seinen Mitgliedern sicher ein First Mover. Seit über 20 Jahren setzt sich der Verband für mehr Nachhaltigkeit in der Textil- und Lederwirtschaft ein. Durch unsere Richtlinien mit sehr hohen Anforderungen treiben wir aber hoffentlich auch die Industrie zu mehr Nachhaltigkeit an. Auch Beratung zu Nachhaltigkeitsthemen, Zertifizierung oder Beschaffung sind ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Und politisch ist der IVN ebenfalls aktiv, etwa im Textilbündnis bei Konsultationen zum Grünen Knopf, bei Siegelklarheit, dem Blauen Engel oder bei ISO-Normen.

        Was sagen Sie dazu, dass Grüne Erde nun von GOTS in Richtung NATURTEXTIL BEST weitergeht?

        Heike Hess: Der IVN und auch ich persönlich freuen uns sehr, dass Grüne Erde IVN-Mitglied geworden ist und die NATURTEXTIL BEST-Zertifizierung umgesetzt hat. Zum einen kenne ich Grüne Erde schon seit vielen Jahren, schon vor meinem Brancheneinstieg, und es gab immer wieder positive Berührungspunkte. Es ist sehr ambitioniert in Sachen Nachhaltigkeit, das passt hervorragen zum derzeit anspruchsvollsten Siegel für nachhaltige Textilien. Für mich gehört Grüne Erde einfach zur IVN-Familie dazu. Ich hoffe, dass wir das eine oder andere tolle Projekt gemeinsam umsetzen können.

        Das GOTS-Label ist bei öko-bewussten Konsumenten bereits sehr bekannt. Das noch strengere NATURTEXTIL BEST-Siegel noch wenig. Woran liegt das?

        Heike Hess: Einerseits hat der IVN den BEST-Standard im vollen Bewusstsein eingeführt, dass eine Forderung von 100 % Bio-Naturfasern das Portfolio zertifizierbarer Produkte einschränkt. Andererseits ist es gerade im Mode-, Sportswear- und Outdoorbereich nicht einfach, ganz ohne synthetische Fasern auszukommen (welche bei GOTS in bestimmten Maßen erlaubt sind). Naturfasern sind mit Ausnahme von Baumwolle auch eher im Premiumsegment zu finden. Außerdem hat der IVN in den letzten Jahren den Schwerpunkt eher auf den GOTS gelegt, der ja nun sehr erfolgreich am Markt etabliert ist.

        Konsumenten sind beim Einkaufen mit vielen verschiedenen Siegeln konfrontiert. Woher kann man wissen, dass jene des IVN vertrauenswürdig sind?

        Heike Hess: GOTS und NATURTEXTIL BEST sind sogenannte Dreiparteien-Standards. Das bedeutet, dass Siegelgeber, Zertifizierer und zertifiziertes Unternehmen wirtschaftlich voneinander unabhängig sind. Die Siegel des IVN sind verbindliche Siegel. Unternehmen müssen die Anforderungen direkt erfüllen, wenn sie eine Zertifizierung anstreben – ein Pass-Fail-Standard also. Es gibt ja auch andere Siegel, bei denen man lediglich eine Verbesserung der Nachhaltigkeits-Performance nachweisen muss. Unabhängigkeit und Verbindlichkeit machen zusammen eine hohe Glaubwürdigkeit aus. Das sieht auch Siegelklarheit.de, eine deutsche staatliche Bewertungsplattform für Gütesiegel, so und bewertet unsere Standards als empfehlenswert.
      • Neben den ökologischen Aspekten spielt bei den IVN-Labels auch die soziale Verantwortung eine große Rolle. Ist die Überprüfung sozialer Standards, etwa in Ländern wie China oder Pakistan, nicht ungleich schwerer als jene der ökologischen?

        Heike Hess: Sozialstandards in Fabriken zu überprüfen, ist oft nur eine Momentaufnahme. Solange der Auditor im Unternehmen ist, haben alle Arbeiter die Sicherheitshandschuhe an, wenn er weg ist, ziehen sie sie wieder aus: Das ist der Klassiker. Auditoren brauchen auch ein gutes Gespür, um im Gespräch mit Arbeitern zwischen den Zeilen zu lesen. Oft haben diese Angst, sich direkt über Missstände zu beschweren. Deshalb werden manche Arbeiter auch, wenn möglich, außerhalb der Fabriken befragt. Soziale Parameter zu messen, ist zum Teil auch schwieriger, als einen Wert im Abwasser zu messen. Plakativ gesprochen: Womit soll man zuverlässig messen, wie nett ein Chef zu seinen Mitarbeitern ist?

        Wir hören manchmal von Kooperationspartnern und Lieferanten, dass sie zwar nach den Richtlinien des IVN (GOTS oder NATURTEXTIL BEST) arbeiten, aber in Bezug auf eine offizielle Zertifizierung zögern. Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe für diese Skepsis: Kosten, bürokratischer Aufwand, Verteuerung der Produkte, mangelnde Notwendigkeit für den Markt ... ?

        Heike Hess: Diese Frage ist schwer zu beantworten. Ich denke, dass sich viele Unternehmen so eine Zertifizierung auch teurer und aufwendiger vorstellen, als sie eigentlich ist. Dennoch spielen Kosten und Aufwand sicher eine Rolle. An der mangelnden Nachfrage von Seiten der Verbraucher liegt es inzwischen sicher nicht mehr. Denn diese legen immer größeren Wert auf Zertifikate. Einige Firmen werben sogar ohne eigene Zertifizierung mit einem unserer Siegel, was nicht erlaubt und abmahnbar ist. Aber die denken sich wahrscheinlich: "Man kann es ja mal versuchen ..."

        Wie können Unternehmen motiviert werden, den Schritt zur Zertifizierung zu machen?

        Heike Hess: Mehr Unternehmen zu einer Zertifizierung zu bewegen, braucht einen Maßnahmenmix. Auf der einen Seite müssten wir die Hürde herabsetzen – also nicht den Standard verwässern, aber die Zertifizierung vereinfachen und die Beschaffung entsprechender Rohstoffe besser unterstützen. Andererseits dann den Benefit erhöhen, mehr verbraucherrelevante Themen in die Standards einbauen und die Siegel noch bekannter machen.

        Was ist Ihre persönliche Motivation für die Tätigkeit beim IVN: ökologisches und soziales Engagement, Konsumenten aufklären, die Welt ein bisschen besser machen ...?

        Heike Hess: Diese Frage verdient als Antwort: „ein bisschen von allem“. Ich finde es toll, dass Unternehmen Verantwortung für Umwelt und Mensch übernehmen und sich sozial und ökologisch engagieren. Das möchte ich gerne unterstützen mit meiner Arbeit. Andererseits ärgere ich mich über Greenwasher, die das nicht oder zu wenig tun und auf der grünen Welle schwimmen. Aber mit den IVN-Standards, mit Engagement auf Regierungsebene und Verbraucheraufklärung kann man diesen Unternehmen auf den Zahn fühlen. Aktuelle Nachhaltigkeitsrisiken an Verbraucher zu kommunizieren und ohne erhobenen Zeigefinger Lösungen anzubieten, ist aber auch ein Teil meines Jobs, der mir viel Spaß macht.