Wie alles begann

  • Die Studentenbewegung der 68iger, mit dieser Aufbruchsstimmung weg von einer völlig starren, patriarchalisch strukturierten Gesellschaft, hin zu freiem Zugang zu Unis, Gleichberechtigung von Männern und Frauen, Gerechtigkeit bei Einkommen und Zugang zu Bildung, Selbstbestimmtheit des Einzelnen, Toleranz gegenüber unterschiedlichen Neigungen und Formen des Zusammenlebens, sowie der freien Meinungsäußerung und demokratischen Mitbestimmung auf allen Ebenen, und vieles mehr hat im Laufe der 70iger auch in Österreich eine große gesellschaftliche Veränderung bewirkt.

    Parallel dazu wurden in Ansätzen erstmals ökologische Themen aufgeworfen. Hinweise auf Umweltverschmutzung gab es rundherum, in Österreich etwa den Dauersmog über Linz, entstanden durch die Emissionen der ansässigen Industrie. Unsere Seen und Flüsse hatten eine katastrophale Wasserqualität, saurer Regen ließ in Europa die Wälder an exponierten Stellen absterben.

  • Bild aus den Anfangszeiten - Karl Kammerhofer
    mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
    bei einem Fototermin
    Daraus entstand Ende der 70iger Jahre eine Grün-Alternative-Bewegung, zwar wurzelnd in der 68iger Bewegung, erweitert um ökologische Anliegen und mit dem Ansatz, nicht nur theoretische Modelle zu entwickeln sondern diese auch konkret umzusetzen.

    Ziel war letztlich ein völlig anderes Verständnis von Arbeit: selbstbestimmt, sinnvoll, ökologisch und sozial fair sollte sie ein gutes Leben für jeden ermöglichen.

    Anfang der 80iger Jahre, waren Karl Kammerhofer (Gründer von Grüne Erde), Reinhard Kepplinger und Kuno Haas (die beiden jetzigen Eigentümer und Geschäftsführer von Grüne Erde) in der noch kleinen, grün-alternativen Bewegung in Österreich aktiv. Damals gab es keine ökologischen Unternehmen – auch nur umweltbewusst zu denken war für Firmenleiter völlig unbekannt.
  • Reinhard Kepplinger und Mitarbeiterin
    bei einem Fototermin (1986)
    Karl Kammerhofer hatte, durch einen von ihm geführten alternativen Buchladen, 5.000 Adressen von ökologisch denkenden und lebenden Menschen. Und er hatte die Sehnsucht zu beweisen, dass man nachhaltig wirtschaften kann, ohne Mensch und Natur auszubeuten. Als ein Zufall ihm dann noch eine Produktidee zuführte, wurde das Unternehmen Grüne Erde gegründet. Das erste Produkt: die „Weiße Wolke“, eine reine Naturmatratze.

    Die Finanzierung? Inexistent… Grüne Erde wurde zu 100 % von Kunden finanziert – unter den 5.000 Kunden des alternativen Buchladens fanden sich genügend, um den Ankauf der Rohstoffe und den Start der Produktion zu finanzieren. Das war der Beginn einer Erfolgsgeschichte.
  • Abheben: Übergabe 1993 von Kammerhofer
    an Haas (links hinten) und Kepplinger (rechts hinten)
    Zwei Jahre später, 1985 stieß auch Reinhard Kepplinger nach Abschluss seines Studiums als Mitarbeiter zu Grüne Erde. Diese entwickelte sich in den ersten zehn Jahren von einem 2-Personen-Abenteuer zu einem Unternehmen mit 100 Angestellten und ca. 100 Mio. Umsatz – in österreichischen Schillingen gezählt… In diesem zehnten Jahr – Ende 1992 – wollte sich Karl Kammerhofer neuen Zielen zuwenden und Grüne Erde verkaufen.

    Reinhard Kepplinger und sein Freund aus Studientagen, Kuno Haas taten sich zusammen und kauften das Unternehmen, nahezu ohne Eigenmittel. Mittlerweile sind mehr als 36 Jahre vergangen, die beiden damals neuen Gesellschafter haben Grüne Erde seither weiter entwickelt. In diesen Jahren wurden 14 Stores in Deutschland und Österreich eröffnet, seit 2000 ist Grüne Erde auch im Internet vertreten. Das Sortiment wurde deutlich vergrößert und auch um zwei Bereiche erweitert: Naturkosmetik und Mode.


    Im Herbst 2018 wurde die Grüne Erde-Welt im Almtal eröffnet: In dem Besucher- und Werkstättenzentrum befinden sich auf 9.000 m2 die Möbeltapeziererei, Schneiderei, Matratzen-, Kissen- und Naturkosmetikfertigung, eine Schauproduktion, ein großer Store mit Möbelausstellung und Schlafwelt, Mode und Naturkosmetik sowie ein vegetarisch-biologisches Bistro – alles unter einem Dach.
  • Grüne Erde-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
    der Zentrale in Scharnstein
    Heute beschäftigt Grüne Erde rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Produktion, Verkauf und Verwaltung (davon rund 80 % Frauen). Der Jahresumsatz für das Geschäftsjahr 2019/20 (1.8.2019 bis 31.7.2020) betrug 66 Mio. Euro.

    Wir vertreiben unsere Produkte ausschließlich selbst, über unsere Grüne Erde-Stores, per Grüne Erde-Kataloge (Bestellung im telefonischen Kundenservice) und über unseren Online-Shop.
  • Erfahren Sie mehr über unsere Sortimente