Tischlerei, deck dich!

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  • Inmitten der Kärntner Berge liegt die Werkstatt, in der die Tischlerei der Grünen Erde seit dem Sommer ihre neue Heimat hat. Sie vereint traditionelles Handwerk, modernste Technik und den unbezahlbaren Erfahrungsschatz des Teams, um sinnliche, naturbelassene Möbel von bestmöglicher Qualität zu fertigen.
      • Prüfend lässt er seine kräftigen Hände über die elegant geschwungene Kante gleiten, während er mit geschultem Blick das matt schimmernde Holz auf mögliche Mängel kontrolliert: Ehe ein fertiges Möbelstück die Grüne Erde-Tischlerei in Kärnten verlässt, muss es als allerletzten Test dem strengen Auge von Ewald Hutter standhalten. In mehr als 30 Jahren als Tischler für Grüne Erde hat er das nötige Fingerspitzengefühl entwickelt, um selbst kleinste Unregelmäßigkeiten zu ertasten, die beim lebendigen Rohstoff Holz gelegentlich vorkommen. Und mit diesem unbezahlbaren Erfahrungsschatz im Gepäck ist Hutter nun in die neue Tischlerei der Grünen Erde übersiedelt.

        Allein ist er mit seinem Umzug natürlich nicht: Im August hat die gesamte Belegschaft der „Terra Möbel“ genannten Tischlerei – rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – das generalsanierte Werk im Kärntner Dörfchen Sittersdorf bezogen. Neun Monate Arbeit und mehr als zwei Millionen Euro waren nötig, um die ehemalige Möbelfabrik in „eine der modernsten Tischlereien Österreichs“ zu verwandeln, sagt der zuständige Geschäftsführer Kuno Haas nicht ohne Stolz. Umgeben von den dicht bewaldeten Ausläufern der Karawanken wird hier nun in harmonischem Zusammenwirken von traditioneller Handarbeit und modernster Technik der Großteil der Grüne Erde-Möbel hergestellt.
      • Der Region treu geblieben

        „Unser bisheriger Standort war so veraltet, dass eine Sanierung de facto unmöglich war“, erinnert sich Haas an die alte Grüne Erde-Tischlerei in der Kärntner Gemeinde Gallizien: Die Arbeitsplätze waren auf mehrere verwinkelte Hallen aufgeteilt, zudem waren die Niveaus der Hallenböden unterschiedlich hoch, was den Transport der halbfertigen, massiven Vollholzmöbel von einer Werkbank zur nächsten jedes Mal zu einer regelrechten Plackerei machte. Auch die thermische Isolierung und die Elektrotechnik der 70 Jahre alten Fabrik ließen schon zu wünschen übrig.

        Es musste also eine Alternative her, die zwei zentrale Kriterien erfüllt: Einerseits wollte Grüne Erde dem Standort Kärnten treu bleiben, weil sowohl das Team als auch ein beträchtlicher Teil des Holzes aus der waldreichen Region stammt, andererseits suchte man ein bereits bestehendes Gebäude, um keine wertvollen Ressourcen für die unnötige Errichtung einer neuen Halle zu verschwenden.
      • Finanziert von Kunden

        Im Jahr 2007 wurde man schließlich fündig: Nur rund acht Kilometer vom bisherigen Werk in Gallizien entfernt stand die ehemalige Sittersdorfer Möbelfabrik zum Verkauf. Die Bausubstanz war in einem guten Zustand, allerdings fehlten noch einige Installationen für die Grüne Erde-Tischlerei. Nach einer Zwischennutzung als Möbellager gaben die Behörden im Sommer 2014 grünes Licht für die Generalsanierung, und der Umbau des Werkes konnte beginnen.

        Die Gesamtkosten von ungefähr 2 Millionen Euro wurden etwa zur Hälfte durch nachrangige Darlehen von Grüne Erde Kundinnen und Kunden gedeckt. Seit Mai 2013 haben mehr als 1.100 Personen das Beteiligungsmodell von Grüne Erde genutzt und dem Unternehmen über acht Millionen Euro zur Verfügung gestellt – das erfolgreichste Crowdfunding-Projekt Österreichs.

        Lesen Sie mehr über unser Beteiligungsmodell
      • “Das große Interesse untermauert das Vertrauen, das die Kundinnen und Kunden zu Grüne Erde haben.”
        Kuno Haas
      • Heizung aus Abfall

        Fährt man nun vom nahen Klopeiner See durch die herbstliche Berglandschaft zur Terra Möbel-Tischlerei, dann fällt von außen zuallererst der neue, 1.100 Kubikmeter große Hackschnitzelsilo auf: Jene Holzreste, für die man in der Werkstatt keine Verwendung mehr findet, weil sie zu klein sind oder etwa aufgrund von eingewachsenen Ästen oder Rissen aussortiert wurden – insgesamt etwa 10 Kubikmeter pro Monat –, zerkleinert man gleich im Werk zu Hackschnitzeln.

        Sie werden zusammen mit den automatisch bei den Maschinen abgesaugten Säge- und Hobelspänen in der Biomasse-Heizanlage der Tischlerei kohlendioxid-neutral verbrannt.
      • “Damit erzeugen wir das ganze Jahr über die gesamte Wärme für Heizung und Warmwasser in unserem Betrieb selbständig und unabhängig.”
        Martin Reiber, Produktionsleiter der Tischlerei
      • Auf den Zehntelmillimeter genau

        Nicht nur bei der umweltschonenden Heizung, der Energieeffizienz und der thermischen Sanierung setzt das Werk neue Maßstäbe, auch die Holzverarbeitung ist auf dem neuesten Stand der Technik. „Wir verarbeiten hier pro Jahr zwischen 2.000 und 2.500 Kubikmeter bestes Massivholz aus Mitteleuropa“, erzählt Reiber. Stapelweise lagern vor der Halle die 26 bis 80 Millimeter dicken Bretter und Pfosten, bevor sie von Hand je nach Bestimmungszweck sortiert werden. Bei jedem einzelnen Brett steht von Anfang an fest, welches Möbel einmal aus ihm wird.

        Dann wird das Holz gehobelt, gekappt, gezinkt und zu größeren Teilen verleimt. Vor einem zweiten Hobeldurchgang muss das Holz vier Wochen lagern, damit sich Spannungen abbauen und sich das fertige Möbel nicht verziehen oder werfen kann. Dann schneidet man mit Hilfe von Schablonen dem konkreten Möbelteil entsprechende Rohlinge zu, die anschließend auf modernen CNC-Fräsen auf den Zehntelmillimeter genau bearbeitet werden.
      • Der letzte Schliff

        Der Einsatz solch moderner Maschinen ist im Sinne bester Qualität und höchster Präzision heutzutage unabdingbar. Aber die schnöde Technik ist nichts ist ohne dem Geist sorgfältiger Handarbeit. Deshalb sind es die Menschen, die mit ihrer jahrelangen Erfahrung den Betten, Tischen und Schränken von Grüne Erde das gewisse Etwas einhauchen.

        Viele wichtige Arbeitsschritte werden nach wie vor von Hand erledigt, etwa das Zusammenfügen und Verleimen der verschiedenen Bauteile der Möbelstücke und Lattenroste, der sprichwörtliche „letzte Schliff“ der Holzoberfläche oder das aufwändige Bespannen von Schranktüren mit Stoff oder japanischem Minowashi-Papier. Und nicht zuletzt: Das händische Einlassen mit duftendem, natürlichem, pflanzlich-mineralischem Öl macht die Holzoberfläche einfach „satter“ und schöner.

        „Die Massivholzverarbeitung ist anspruchsvoll, da ist es sehr wichtig, Spezialisten mit viel Erfahrung zu haben“, sagt Martin Reiber, sichtlich stolz auf seine Leute. Der drahtige Produktionsleiter lehnt an einer der riesigen CNC-Fräsmaschinen und lässt seinen Blick durch die betriebsame Halle schweifen, die vom harzigen Duft frisch geschnittenen Holzes erfüllt ist.
      • “Die meisten sind schon sehr lange bei uns und wissen daher genau, worauf es ankommt. Da steckt viel wertvolles, eigentlich unschätzbares Know-how drin.”
        Martin Reiber
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