• Nesselfaser

    Ab Sommer 2021 bieten wir Ihnen eine kleine, feine Kollektion von ganz besonderen Bettwaren aus 40 % Nesselfasern und 60 % Baumwolle (beides aus kontrolliert biologischem Anbau). Damit möchten wir einen Beitrag leisten, die alte, heimische und ökologisch hochwertige Nessel als Faserpflanze wieder zu etablieren. Die Fasernessel (Urtica dioica L. convar. fibra) wurde im Hinblick auf einen höheren Faseranteil zwischen 1927 und 1950 vom deutschen Botaniker Gustav Bredemann aus der wilden Brennnessel züchterisch ausgelesen. Tatsächlich hat die Fasernessel im Vergleich zur Wildform einen 3-mal so hohen Anteil an verwertbaren Fasern (15 % statt 5 %), längere Stängel und weniger Brennhaare.

    Bereits in den 1950er-Jahren aber wurde die Fasernessel von preiswerteren Baumwoll- und Kunstfasern wieder verdrängt. Ihr Anbau schwand ebenso wie das Wissen um die Pflanze und deren Verarbeitung. Im Zuge der Wiederbesinnung auf alte europäische Naturfasern erlebt die Fasernessel – so wie auch Leinen und Hanf – seit einigen Jahren jedoch eine Renaissance. Auch wenn ihr Anteil am Faseraufkommen noch verschwindend gering ist, bemühen sich einzelne Landwirtschaftsverbände, Verarbeitungsbetriebe und Handelsunternehmen – wie Grüne Erde – um die Wiederetablierung der Nesselfaser auf dem Markt.
  • Das Besondere an der Nesselfaser

    • Die Fasernessel ist ökologisch wertvoll, schnell- und dichtwüchsig, anspruchslos, von Natur aus schädlings- und unkrautresistent. Sie gedeiht auch ohne Agrarchemie gut. Die Nesselfasern für unsere Bettwaren kommen aus Deutschland. Das stärkt die regionale, alternative Landwirtschaft und hält Transportwege möglichst kurz. Unsere Nesselfaser-Kollektion erfüllt auch hohe ökologische, soziale und tierethische Anforderungen: Sie ist GOTS- und Vegan-zertifiziert. Entgegen ihres „stacheligen“ Images liefert die Fasernessel sehr weiche, feine und kuschelige Fasern, sodass es im Fall unserer Decken und Unterbetten geradezu ein Vergnügen ist, sich „in die Nesseln zu setzen“.