Yakhaar

  • Yakhaar ist etwa gleich fein wie Kaschmirwolle (Ø ca.19 Mikrometer) und bietet auch in Bezug auf Feuchtigkeitsaufnahme und Wärmevermögen durchaus vergleichbare Eigenschaften. Aber: Yakhaar ist in größeren Mengen verfügbar, daher preisgünstiger und wohl auch deshalb – anders als Kaschmir – bisher vor Fälschungen verschont geblieben.
    • Derzeit leben in der Mongolei etwa 650.000 Yaks. Sie sind im Vergleich zu normalen Hausrindern wesentlich scheuer und wilder. Die Tiere fühlen sich in Höhenlagen zwischen 2.000 und 3.500 Metern am wohlsten, und verbringen 365 Tage im Jahr auf der Weide. Das Yak wurde vor etwa 3.000 bis 4.000 Jahren domestiziert. Bis heute sind die Tiere für die bäuerliche Bevölkerung in Zentralasien von großer Bedeutung, eine wichtige Lebensgrundlage und Einkommensquelle. Die Rinder dienen als Last-, manchmal auch Reittiere, werden aber ebenso wegen ihres Fleisches sowie ihrer Milch gehalten. Nicht zu vergessen: die kostbare Wolle!
  • Yakhaar für Schlaftextilien

  • Yakhaar für Kleidung

    • Naturmaterial zum Wohlfühlen: Die Yakwolle aus dem Unterhaar des tibetischen Hochlandrinds beeindruckt durch ihre Leichtigkeit, die zu ökologischer Kleidung verarbeitet angenehm wärmt und gleichzeitig atmungsaktiv bleibt, ganz ohne Hitzestau.

      Gewonnen werden die Fasern nach dem Winter durch schonendes und somit tierfreundliches Auskämmen – und damit vor dem Zeitpunkt, an dem die Tiere ihre Unterwolle ohnehin abstoßen würden. Die bemerkenswerten Yaks dürfen frei in den Weiten des Hochplateaus Zentralasiens weiden, fern jeder Massentierhaltung.
    • Aus 100 kg Wolle werden 22 kg Garn

      Gekämmte Wolle ist teurer, da es viel aufwändiger sei, ein so großes Tier zu kämmen als zu scheren – aber: auch qualitativ besser, da die Unterwolle länger und viel feiner ist. Je nach Alter des Tieres kommen etwa 300 bis 800 Gramm Wolle zusammen. Die Wolle wird von Hand nach drei Farben aussortiert: grau, mittelbraun, dunkelbraun. Die sortierte Wolle wird gewaschen, entgrannt und gesponnen. Von 100 kg Wolle, die bei den Hirten gekauft wird, bleiben nach diesen Arbeitsschritten zum Schluss lediglich 22 kg Garn, das verstrickt werden kann.

      Ariunaa Zagdsuren: „Wir verstricken Yakwolle nun seit etwa zehn Jahren. Unsere langjährigen Wolllieferanten wissen genau, dass nur die beste Qualität für uns in Frage kommt. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass wir auf dem Gebiet Yakwolle die besten Erfahrungen hier in der Mongolei haben.“

      ... und schnaubten vergnügt

      Ob Sven Hedin, schwedischer Geograph, Topograph und Entdeckungsreisender, auf seinen Reisen im Himalaja einen warmen Pullover aus Yakwolle dabei hatte, wissen wir nicht. Aber bestimmt hätte er einen solchen geschätzt. Die Tiere jedenfalls bewunderte er. Nachdem er eine Herde im Schneesturm beobachtet hatte, schrieb er: „Nur die Yaks fühlten sich wohl bei diesem Wetter. Sie grunzten und schnaubten vergnügt, und die langen schwarzen Haarbüschel an ihren Flanken flatterten wild im Wind.“
  • Foto: Header: Shane Aldendorff / Pexels