Earth Day – ein sinnvoller Welttag?

  • Erfunden vor fast 50 Jahren und jährlich am 22. April begangen: Das ist der „Tag der Erde“. Manch einer fragt sich, ob es nicht schon zu viele solcher Anlässe gibt.
  • Ein Ausschnitt unseres Planeten Erde. Die Ressourcen unserer Erde sind begrenzt.
    Nur Nachhaltigkeit schafft Gerechtigkeit für unsere Kinder und Enkel
  • Die UN haben bis heute mehr als 100 verschiedene Welttage eingeführt. Doch auch Interessenverbände, Kirchen, Unternehmen ... so gut wie jeder will sein Thema mit einem Gedenk- oder Aktionstag „adeln“. Sogar den sprichwörtlich gewordenen Murmeltiertag gibt es tatsächlich. Kein Wunder, dass der Sinn solcher mehr oder minder offizieller Kalenderdaten häufig bezweifelt wird.
    • Die Erde und ihre Ökosysteme sind unser Zuhause

      Mother Earth Day, so nennen die Vereinten Nationen den Tag seit 2009. Die Widmung lautet: „Die Erde und ihre Ökosysteme sind unser Zuhause. Für eine gerechte Balance zwischen den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Bedürfnissen heutiger und zukünftiger Generationen ist es notwendig, Harmonie mit der Natur und der Erde zu fördern.“ Ein hoher Anspruch – der längst noch nicht erfüllt ist. Das macht ein anderes Datum deutlich, das sich aber im Gegensatz zum Earth Day im Kalender jährlich weiter nach vorne verschiebt: Der Earth Overshoot Day, meist mit „Welterschöpfungstag“ übersetzt.

      Bei diesem Tag geht es um alle Ressourcen unserer Erde. Ein Teil dieser Ressourcen, zum Beispiel Biomasse oder Sauerstoff, erneuert sich; einige rasch, andere nur in Jahrhunderten oder Jahrmillionen. Die menschliche Zivilisation verbraucht diese Ressourcen. Harmonie mit der Natur und der Erde würde bedeuten, nur soviel an Ressourcen zu verbrauchen, wie im selben Zeitraum nachwächst beziehungsweise durch die Natur neu hergestellt wird.

      Von dieser Balance entfernen wir uns aber zunehmend: Der Overshoot Day zeigt jährlich an, an welchem Tag des Jahres die Menschheit rechnerisch die Ressourcen aufgebraucht hat, die die Erde jährlich erneuern kann. Und diese Entwicklung jagt einem durchaus einen Schauer über den Rücken. Waren es zu Beginn der 1970er-Jahre und bis 1990 noch Tage im Dezember, so rückten die Daten ab da rapide nach vorn. 2000: 1. November. 2010: 21. August. 2018: 1. August! Das bedeutet, dass wir derzeit die Ressourcen unseres Planeten 1,7-mal schneller verbrauchen, als wir eigentlich dürften. Jedenfalls, wenn wir auf Dauer überleben wollen.
    • Earth Day Nachhaltigkeit

      Etwas zum Nachdenken

      Die jährlich erneuerbaren Ressourcen unserer Erde für 2018 waren bereits am 1. August des Jahres aufgebraucht.


  • Jeder Tag ein Earth Day

    Die Besinnung auf eine nachhaltige Lebensweise ist also viel mehr als ein Gedenktag, der an ein historisches Ereignis erinnert oder zum Beispiel ein spezielles gesundheitliches Thema bewusst macht. Bei diesen beiden Tagen der Erde geht es tatsächlich ums Ganze. Und zwar in einem so existentiellen Sinn, dass wir es uns eigentlich nicht einmal leisten dürfen, nur einmal im Jahr Earth Day zu „begehen“. Vielmehr müssen wir die Ressourcen von Mutter Erde bei jedem Kauf, jedem Vorhaben und überhaupt den meisten unser kleinen und großen Entscheidungen vor Augen und im Sinn haben.
  • Fotos: Fotolia, Unsplash by Richard Gatley
    • Diskutieren Sie mit! Mit welchen Maßnahmen schonen Sie die Ressourcen der Erde?

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    • Grüne Erde meint
      Vielen Dank für die Rückmeldungen. Wir freuen uns auf weitere inspirierende Kommentare. Liebe Grüße, das Grüne Erde-Team
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    • Anke meint
      Wir nehmen nur das, was wir brauchen
      Wir versorgen uns mit unserem Gemüsegarten zu einem großen Teil selbst, daneben halten wir Hühner. Bei Kleidung achten wir auf Qualität und Langlebigkeit. Ab und zu ist Zeit für ein selbstgenähtes Teil. Das größte Problem ist der viele Müll, der aufwendig produziert wird. Wir vermeiden Plastik.
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    • Gabi meint
      Verschwendung
      Ich halte Mode für die unnützendste Sache. Ich nähe meine Kleidung selbst. Und brauche keine Vintage-Mode, weil ich meine Sachen so lange trage, bis sie sehr „ Vintage“ aussehen. Auch dünne, kurzärmelige Kleidung im Winter lehne ich ab. Ich heize meine Wohnung nur auf 18 Grad hoch, ziehe dafür warme Kleidung an. Außerdem ist die Überbevölkerung das größte Problem der Erde.
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