Eins mit der Natur – die Grüne Erde-Welt

  • Das Gebäude der Grüne Erde-Welt fügt sich sanft in die Landschaft ein. Die Nordfassade wurde beispielsweise mit unterschiedlich geneigten Spiegelglastafeln versehen, somit wird der Eindruck des dichten Waldes noch reizvoller gemacht und eine faszinierende räumliche Tiefe entsteht.
  • Grüne Erde-Eigentümer & Geschäftsführer Reinhard Kepplinger und Architekt Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Klaus K. Loenhart vor der Grüne Erde-Welt
    Grüne Erde-Eigentümer & Geschäftsführer Reinhard Kepplinger und Architekt Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Klaus K. Loenhart vor der Grüne Erde-Welt im oberösterreichischen Almtal
  • Lancelot Brown war der berühmteste englische Landschaftsarchitekt des 18. Jahrhunderts. Er gestaltete rund 170 Gärten und Parks. Sein Spitzname war „Capability“ Brown. Und den bekam er so: Immer wenn er eingeladen wurde, ein Vorhaben an Ort und Stelle zu beurteilen, und ihm der Platz dafür gut geeignet erschien, pflegte Brown zu sagen: „This place has great capability.“ (Entwicklungsmöglichkeit, Potenzial).
  • Die Verbindung von Mensch und Natur

    Der Platz mit „great capability“, von dem hier die Rede ist, liegt am Fuß des sanft abfallenden Hamberges, eines 854 m hohen, bewaldeten Kogels im oberösterreichischen Alpenvorland. Dort, wo sich das Steinbachtal weitet und in das breitere Almtal einmündet, liegt die Grüne Erde-Welt, unser neues Unternehmens- und Besucherzentrum mit Textil-, Matratzen-, Polstermöbel- und Naturkosmetikproduktion, großem Store sowie einem vegetarischen Bio-Bistro.

    Die Grüne Erde-Welt ist ein feinfühlig geplantes, nach ökologischen Grundsätzen und aus natürlichen Materialien errichtetes Gebäude. Es fügt sich sanft in die Landschaft ein, geht gleichsam in ihr auf – und manifestiert damit unsere Unternehmensphilosophie: die Verbindung von Mensch und Natur.

    „Der Grundgedanke der architektonischen Umsetzung dieser Philosophie war: Grüne Erde wird zur Landschaft. Wir sind der Frage gefolgt: Was wäre eigentlich, wenn das Gebäude fehlt – und wenn man nur Landschaft baut?“, sinniert Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Klaus K. Loenhart vom Büro terrain: integral designs in Graz. Er hat das Grundkonzept des Gebäudes der Grüne Erde-Welt entworfen und auch die Grünanlagen geplant. Der renommierte Architekt und Landschaftsarchitekt zeichnete auch für den vielfach preisgekrönten Österreich-Pavillon bei der Mailänder Expo 2015 verantwortlich.
  • Kompakter Bau mit fließenden Grenzen zur Natur

    Der Bau selbst ist kompakt und quaderförmig, seine Außenflächen daher so reduziert, dass er sich nicht über bauliche Vor- und Rücksprünge vom Hintergrund abhebt, sondern sich durch seine schlichte Form mit der Natur und Landschaft im Vorder- und Hintergrund zu einer Horizontlinie verbindet. Loenhart: „Die Grüne Erde-Welt ist kein herkömmliches, traditionelles Betriebsgebäude. Die Grenzen zur Natur fließen. Das Gebäude wird zum Landschaftshorizont und verschwindet förmlich in seiner Umgebung.“

    Es ist ein Gebäude, das von außen gesehen eigentlich keines ist, bzw. bei dem es konzeptionell gar kein klassisches „Außen“ gibt, sondern das Gefühl vermittelt, von einer natürlichen Umgebung in eine andere hinüberzugleiten. „Man geht nicht in ein Gebäude, sondern betritt ein Gebäude und gleichzeitig eine Landschaft“, so der Architekt.
    • Entgrenzung zwischen Natur und Architektur

      Wie gelang es nun, die Grüne Erde-Welt derart mit der Natur verschmelzen zu lassen? Im Hintergrund wirkt der dicht bewaldete Hamberg wie ein natürliches „Bühnenbild“. Vor dem bzw. rund um das Gebäude wurde die Landschaft sanft modelliert, sodass es in einer ganz flachen Mulde sitzt. Hunderte Bäume und Sträucher wurden gepflanzt, die sich nun in der verspiegelten Fassade buchstäblich verdoppeln. Der Umstand, dass die einzelnen Spiegelglastafeln unterschiedlich geneigt sind, macht den optischen Eindruck des dichten Waldes noch reizvoller und erzeugt eine faszinierende räumliche Tiefe.

      „Mit diesem ersten Eindruck des Gebäudes vermitteln wir spielerisch die konzeptionelle Entgrenzung zwischen Natur und Architektur“, so Klaus K. Loenhart. Gemäß den Plänen Loenharts hatten die Gärtner der Baumschule ÖkoPlant aus Wels die Bäume und Sträucher samt Wurzelballen zunächst lose an den jeweils vorgesehenen Platz gestellt. Bei einem gemeinsamen Lokalaugenschein Anfang Mai 2018 – „Jetzt spürt man schon ein wenig die Atmosphäre“, so der Planer – wurden noch Korrekturen vorgenommen, der eine oder andere Baum ein wenig versetzt oder gegen einen anderen ausgetauscht. Erst nach dem„Ok“ des Architekten und Landschaftsarchitekten setzte man die Pflanzen fest in die Erde.
    • Baum im Lichthof der Grüne Erde-Welt
    • “Wer Bäume setzt, auch wenn er weiß, dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.”
      Rabindranath Tagore (1861-1941); indischer Dichter und Philosoph
    • Kleine Plätzchen, versteckte Wege

      Die Bäume sind in Bezug auf Wuchsform und Höhe aufeinander abgestimmt und wurden möglichst naturnahe gesetzt. So ergeben sich interessante Eindrücke und überraschende Durchblicke. Es eröffnen sich kleine Lichtungen und versteckte Wege. Lange, gerade, allee-artige Sichtachsen werden vermieden. Dies ist vor allem auch für jenen Bereich der Grünanlagen wichtig, den die Besucher auf ihrem Weg zum Eingang der Grüne Erde-Welt passieren, um dann plötzlich vor dem bis dahin hinter Bäumen und Sträuchern nahezu verborgen gebliebenen Gebäude zu stehen.
  • Doch es wurden nicht nur neue Bäume gepflanzt: Gegen den Widerstand so mancher „Baufachleute“ ist es gelungen, den vorhandenen alten Baumbestand während der Bauarbeiten stehen zu lassen, unversehrt zu erhalten, ins Gesamtkonzept zu integrieren und damit für die Zukunft zu bewahren. Etwa jenen einzeln stehenden, markanten Ahorn im Eingangsbereich, über den Univ. Prof. Loenhart sagt: „Man hätte ihn hier nicht besser hindenken können.“ Die Gärten und Grünanlagen sollen einerseits auf Besucher und Mitarbeiter erhebend und entspannend wirken, andererseits auch Lebensräume für Kleintiere, Vögel und Insekten schaffen, und damit zur Artenvielfalt der lokalen Flora und Fauna beitragen.
    • Verbindung zwischen Erde und Himmel

      Um das Gefühl von Landschaft und Natur auch im Inneren der Grüne Erde-Welt spürbar zu machen: Dafür sorgen vor allem 13 Lichthöfe. Diese von Glaswänden umgebenen, nach oben hin offenen, jeweils etwa 20 bis 30 m² großen Innenhöfe wurden nach den exakten Vorgaben von Klaus K. Loenhart mit verschiedenen Vegetationstypen bepflanzt: Ahorn-Eschen-Schluchtwald, Pannonischer Flaumeichenwald, Eichen-Hainbuchen- Mischwald oder Zirben-Lärchenwald bringen die lebendige Vielfalt des österreichischen Waldes zum Ausdruck. Die Böden in den Lichthöfen wurden auf die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzengemeinschaft abgestimmt: trocken, feucht, sandig, torfig, kalkig, moosig, steinig ... Die Bäume und Sträucher, die hier für Besucher und Mitarbeiter zum Greifen nahe wachsen, sind die buchstäbliche Verbindung zwischen der Erde, in der sie wurzeln, und dem Himmel, dem sie ihre Äste entgegenstrecken. Was für eine Symbolik!

      Die reichlich bepflanzten Lichthöfe sind – nomen est omen – wichtige natürliche Lichtquellen und bilden die Grundlage zur Klimatisierung des Gebäudes. Nicht zuletzt bieten die Lichthöfe die Möglichkeit, den Besuchern Grüne Erde-Produkte „in der Landschaft“ zu präsentieren.
    • Die Nordfassade der Grüne Erde-Welt mit Spiegelglastafeln.
      Landschaft und Gebäude werden eins, Natur und Kultur wachsen zusammen. Die Grüne Erde-Welt ist kein Betriebsgebäude wie jedes andere.

      Die Grüne Erde-Welt wächst, blüht und gedeiht

      450 Bäume und 700 Sträucher wurden gepflanzt, Obstgärten und Blumenwiesen angelegt.

      Im Lauf des Frühjahres 2018 pflanzten die Gärtner der Baumschule ÖkoPlant aus Wels – Firmenmotto: „Hauptsache, gut verwurzelt!“ – etwa 450 bis zu 7 m hohe Bäume und etwa 700 Sträucher in den Gärten und Grünanlagen rund um die Grüne Erde-Welt: ausschließlich heimische Sorten wie Buche, Lärche, Fichte, Tanne, Eiche, Ahorn, Linde, Weide, Eibe, Trauben-, Vogel- und Kornelkirsche, Felsenbirne, Walnuss, Holunder, zahlreiche Wildrosen und Heckensträucher. Dazu kommen Blumenwiesen und Obstgärten mit Birnen, Äpfeln, Stachelbeeren, Ribiseln, Himbeeren, Brombeeren, Ringlotten .... Alle Pflanzen stammen aus oberösterreichischen Baumschulen, sind langsam gewachsen und an das Klima hier bei uns im Almtal perfekt angepasst.

    • Diese Lichtstimmung – unfassbar hell

      Hohe, weite, offene und helle Räume, die lichtdurchflutete, natur- und menschengerechte Holzarchitektur sowie die bepflanzten Lichthöfe heben nicht nur die Stimmung der Besucher: „Dieses Ambiente bietet auch ein angenehmes und gesundes Arbeitsklima für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – buchstäblich im Grünen“, so Reinhard Kepplinger, Grüne Erde-Eigentümer und Geschäftsführer. Klaus K. Loenhart dazu: „Diese Lichtstimmung – unfassbar hell! Hier arbeiten Menschen und schauen in die Natur, in die Bäume. Mit welchem Gefühl geht man nach der Arbeit nach Hause, wenn man den ganzen Tag Bäume gesehen hat?“

      Der Architekt bringt das Ambiente in Form seiner Frage auf den Punkt, die sich eigentlich von selbst beantwortet. Wir glauben: Die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit ihrem Arbeitsplatz ist eine wichtige Grundlage für die hohe Qualität unserer Produkte – und damit für die Zufriedenheit unserer Kunden.
  • Ein gutes Omen

    Die Grüne Erde-Welt bietet nicht nur Menschen ein lebenswertes Ambiente: Im Holzgebälk oberhalb des Eingangs hatt Anfang Juni ein Hausrotschwanz sein Nest gebaut, vier Wochen später flogen die Jungvögel gesund und munter aus. Im Volksglauben gilt der Hausrotschwanz als Glücksbringer: Wenn das kein gutes Omen ist!

    Und was würde wohl Lancelot Brown zu all dem sagen, blickte er heute von der Almtalstraße in Richtung Hamberg? „This place has great capability.“