Yakwolle

  • image-yakwolle
  • “„Dann kam Muhamed Isa mit der Pferdekarawane. Ihr folgten unsere sieben Yaks, die die schwersten Kisten und das Boot trugen. Es waren erstklassige Tiere – große schwarze Biester. Weder die Höhe des Passes noch die schweren Lasten schienen ihnen etwas auszumachen, und sie hielten den ganzen Tag hindurch mit der Karawane Schritt.“”
  • In seinem Buch „Trans-Himalaja“ widmet der schwedische Entdeckungsreisende und Schriftsteller Sven Hedin (1865-1952) dem Yak viele Passagen. Damals wie heute ist das Tier für die bäuerliche Bevölkerung in Zentralasien von großer Bedeutung.
  • Wertschöpfung bleibt in der Mongolei

    Das Yak – der Tibetische Grunzochse – wurde vor etwa 3.000 bis 4.000 Jahren domestiziert. Es dient als Reit- und Lasttier und wird wegen seines Fleisches und seiner Milch gehalten. Yaks liefern aber auch jenes feine, weiche und warme Unterhaar, aus dem hervorragende Textilien für Grüne Erde gefertigt werden. Das Design stammt aus unserer Modeabteilung, das Rohmaterial kommt aus der Mongolei, wo die Teile auch gestrickt werden, sodass die gesamte materielle Wertschöpfung im Ursprungsland der Faser bleibt – ein kleiner Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit in der globalen Textilproduktion.
  • Das Yakhaar wird sorgfältig ausgekämmt

    Unsere Kooperationspartnerin Ariunaa Zagdsuren organisiert direkt an Ort und Stelle in der Mongolei die Fertigung der Textilien. Sie berichtet: „Derzeit leben in der Mongolei etwa 650.000 Yaks. Sie sind im Vergleich zu normalen Hausrindern wesentlich scheuer und wilder. Die Tiere fühlen sich am wohlsten in Höhenlagen zwischen 2.000 und 3.500 Metern und verbringen 365 Tage im Jahr im Freien auf der Weide. Wir beziehen unsere Wolle aus den westlichen Aimaks der Mongolei. Nach dem langen Winter, im Mai, stoßen die Tiere von Natur aus die wärmende Unterwolle ab. Kurz davor wird das Haar ausgekämmt oder geschoren.“
  • Aus 100 kg Wolle werden 22 kg Garn

    Gekämmte Wolle ist teurer, da es viel aufwändiger sei, ein so großes Tier zu kämmen als zu scheren, sagt Frau Zagdsuren. Gekämmte Wolle ist aber qualitativ besser, da die Unterwolle länger und viel feiner ist. Je nach Alter des Tieres kommen etwa 300 bis 800 Gramm Wolle zusammen. Und, so Zagdsuren, weiter: „Wir sortieren diese dann von Hand nach drei Farben: grau, mittelbraun, dunkelbraun. Die sortierte Wolle wird gewaschen, entgrannt und gesponnen. Von 100 kg Wolle, die wir bei unseren Hirten kaufen, bleiben nach diesen Arbeitsschritten zum Schluss lediglich 22 kg Garn, das wir verstricken können.“
  • So fein wie die feinste Alpakawolle

    Das Deckhaar des Yaks ist langsträhnig und grob, muss es doch flirrende Sonne und klirrende Kälte abhalten. Doch die Flaumhaare des Unterfells – in der Bauchregion etwa 800 pro Quadratzentimeter – haben eine Feinheit von nur 18 Mikrometer (Durchmesser = 0,018 mm), etwa so fein wie die feinste Schur- oder Alpakawolle, halb so dünn wie Baumwolle. Die Yakwolle ist ungemein warm, leicht, weich, anschmiegsam – wie die Grüne Erde-Textilien, die daraus gestrickt werden.

    Ariunaa Zagdsuren: „Wir verstricken Yakwolle nun seit etwa zehn Jahren. Unsere langjährigen Wolllieferanten wissen genau, dass nur die beste Qualität für uns in Frage kommt. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass wir auf dem Gebiet Yakwolle die besten Erfahrungen hier in der Mongolei haben.“
  • ... und schnaubten vergnügt

    Ob Sven Hedin auf seinen Reisen im Himalaja einen warmen Pullover aus Yakwolle dabei hatte, wissen wir nicht. Aber bestimmt hätte er einen solchen geschätzt. Die Tiere jedenfalls bewunderte er. Nachdem er eine Herde im Schneesturm beobachtet hatte, schrieb er: „Nur die Yaks fühlten sich wohl bei diesem Wetter. Sie grunzten und schnaubten vergnügt, und die langen schwarzen Haarbüschel an ihren Flanken flatterten wild im Wind.“