• Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft

    Vom Wienerwald bis Tirol, von Salzburg bis Slowenien: Das Holz für Grüne Erde-Möbel stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Europa.
  • „ ... dass man mit dem Holz pfleglich umgehe!“

    Der sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz hatte ein Problem: Er sah sich mit akutem Holzmangel konfrontiert – bedingt durch den forcierten Silberbergbau in seinem Revier. In seiner Not erinnerte sich Carlowitz an das, was er Jahre zuvor in Frankreich gesehen hatte: Für Eichen, die man zum Bau der Kriegsschiffe Ludwigs XIV. gefällt hatte, waren systematisch ersatzweise junge Bäume gepflanzt worden.

    Um den Raubbau und Kahlschlag der Wälder in Sachsen zu stoppen, stellte Carlowitz die eiserne Regel auf, „dass man mit dem Holtz pfleglich umgehe“. Der Mensch müsse erforschen, wie „die Natur spielet“ und dann „mit ihr agiren“ – nicht wider sie. Die Wälder seien „mit Behutsamkeit“ zu nutzen, sodass „eine Gleichheit zwischen An- und Zuwachs und dem Abtrieb des Holtzes erfolget“.

    In seinem 1713 erschienenen Buch „Sylvicultura Oeconomica“ prägte Carlowitz erstmals den Begriff der Nachhaltigkeit, als er planmäßige Aufforstungen empfahl, sodass „es eine continuirliche, beständige und nachhaltende Nutzung“ des Waldes gebe.
  • Holz aus österreichischen Wäldern

    • Jeder Betrieb, der Holz verarbeitet – bei Grüne Erde sind es rund 2.000 bis 2.500 Kubikmeter jährlich – hat die Pflicht, sich Gedanken über die Herkunft und den Nachwuchs des Rohstoffes zu machen. Wer aber als Kunde schon einmal versucht hat, bei seinem Möbelhändler den Ursprung des Holzes für dieses Bett oder jenen Tisch zu erfragen, weiß um die Schwierigkeit bzw. Unmöglichkeit, darauf eine befriedigende Antwort zu bekommen.

      Klar und nachvollziehbar hingegen ist die Sache bei Grüne Erde. Unser Holz stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in Europa. Insgesamt 75 % des Holzes kommen aus Österreich, bei Buche und Kernbuche liegt dieser Anteil bei rund 90 %. Zirbe und Esche kommen zur Gänze aus Österreich. Den Rest bezieht unsere Tischlerei in Kärnten aus nahe gelegenen Regionen im Ausland, etwa Eiche aus Deutschland, dem kroatischen Slawonien und dem ungarischen Draugebiet, Buche zu einem kleinen Teil aus Slowenien oder Ungarn. So bleibt nicht nur die Wertschöpfung in Österreich und angrenzenden Ländern, auch die Transportwege vom Wald über die Sägewerke zu unserer Tischlerei in Kärnten werden so kurz wie möglich gehalten.
    • Das Möbelholz von Grüne Erde

      • jährliche Verarbeitungsmenge ca. 2.000 bis 2.500 m3
      • Produktionsstätten: Kärnten, Slowenien, Ungarn
      • 100 % des Holzes stammen aus nachhaltiger Forstwirtschaft
      • 75 % des gesamten Holzes kommen aus Österreich
      • 100 % der Zirbe und Esche kommen aus Österreich
      • 90 % der Buche u. Kernbuche kommen aus Österreich
      • weitere Herkunftsländer bei Buche, Kernbuche und Eiche: Deutschland, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Bosnien und Herzegowina
  • Österreich hat das strengste Forstgesetz der Welt

    Der weitaus größte Teil des Grüne Erde-Holzes stammt also aus Österreich. Allein diese heimische Herkunft ist de facto eine Garantie für Nachhaltigkeit und Legalität – und für uns wertvoller und glaubwürdiger als jede FSC- oder PEFC-Zertifizierung. Denn: Die Gefahr von Übernutzung, Raubbau oder Kahlschlag ist praktisch gleich null, herrscht doch in Österreich eines der weltweit strengsten Forstgesetze.

    Vereinfacht gesagt, sind für jede „Entnahme“ aus dem Wald entsprechend neue Bäume zu pflanzen, die Einschlagsmenge ist jährlich begrenzt. Sollte der Bedarf des Marktes an einer bestimmten Holzart wachsen, steigt nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage bei knapper Verfügbarkeit zwar der Preis für diese Holzart, in keinem Fall aber darf mehr Holz geschlagen werden als nachwächst.

    Wieviel Holz in einem österreichischen Forstrevier geschlagen werden soll bzw. darf, ist in einem verbindlichen Rahmenplan festgehalten, innerhalb dessen der jeweilige Förster gewisse Spielräume hat. Er legt auch fest, welche Baumart wo in seinem Revier nachgepflanzt wird.

    Zudem werden Waldeigentümer in Österreich von den Behörden gemäß dem Forstgesetz und den Landesnaturschutzgesetzen kontrolliert, ob das Holz legal geschlägert wurde.
  • Langjährige Vertrauensbasis mit Lieferanten

    Unsere Holzlieferanten sind Sägewerke aus Österreich, mit denen wir bereits jahrelang zusammenarbeiten und eine gute Vertrauensbasis aufgebaut haben.

    Gemeinsam mit diesen Lieferanten setzen wir uns für eine verantwortungsvolle, nachhaltige und umweltgerechte Waldbewirtschaftung ein – ohne Raubbau, Kahlschlag und Plantagenwirtschaft. Sodass der Nutz-, Schutz- und Erholungswert des Waldes auch für künftige Generationen gewahrt bleibt.
  • Heimische Zirbenwälder sind stabil

    Viele unserer Kundinnen und Kunden haben bemerkt: Derzeit herrscht auf dem Möbelmarkt ein großes Angebot an Möbeln aus Zirbenholz. Es haben uns schon einige Anfragen in Bezug auf eine mögliche Gefährdung dieser seltenen Baumart erreicht. Daher hier eine wichtige Klarstellung: Um die Zirbe muss man sich keine Sorgen machen.

    Laut Österreichischer Waldinventur gibt es im Land einen Gesamtvorrat von 4,8 Mio. Festmetern Zirbenholz. Der Zuwachs beträgt jährlich etwa 58.000 Festmeter, die jährliche Nutzungsmenge liegt bei etwa 31.000 Festmetern. Gemäß Information der Landwirtschaftskammer Österreich ist der Zustand der heimischen Zirbenwälder stabil. Die Produktion von Möbeln bedrohe die Baumart nicht. Die Holzmenge, die geerntet werden darf, ist streng begrenzt.

  • Eschenholz bei Grüne Erde

    Seit Sommer 2015 fertigt Grüne Erde auch Möbel aus Eschenholz, genauer: aus dem besonders schön gemaserten Kernholz der Esche. So wie die Zirbe stammt auch unser Eschenholz zu 100 % aus Österreich. Diese zähe, feste und wertvolle Laubholzart – traditionell im Wagenbau, für Werkzeugstiele, Sportgeräte und hochwertige Fußböden verwendet – macht nur 1 % des österreichischen Waldbestandes aus. Dennoch gefährdet die Nutzung der Esche für Möbel den Bestand der Holzart nicht – dank der nachhaltigen, streng kontrollierten Forstwirtschaft.
    Zwar ist die Esche gebietsweise durch eine Pilzerkrankung in Mitleidenschaft gezogen, doch wir verarbeiten selbstverständlich nur gesundes Eschenholz.
  • FSC und PEFC

    Das Ziel der Non-Profit-Organisation FSC (Forest Stewardship Council) ist die Gewährleistung einer nachhaltigen Forstwirtschaft, vor allem durch weltweit einheitliche Standards zur Waldbewirtschaftung.
    Während FSC Holzprodukte und holzverarbeitende Betriebe kennzeichnet, widmet sich PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) der Zertifizierung von nachhaltig bewirtschafteten Wäldern.
    Wir verlangen von unseren Sägewerken als Mindeststandard eine FSC- bzw. PEFC-Zertifizierung. Doch unabhängig davon sind für uns die heimische, regionale Herkunft des Holzes, strenge nationale Forstgesetze sowie glaubwürdige, uns persönlich bekannte und vertrauenswürdige Lieferanten maßgeblicher als diese Zertifizierungen.
  • Kritisch gegenüber Zertifizierungen

    Insgesamt betrachtet Grüne Erde, so wie etwa auch die Umweltorganisationen Greenpeace, Robin Wood oder Rettet den Regenwald, FSC und PEFC sehr kritisch.

    Es gibt viele Berichte darüber, dass das FSC-Siegel zu leichtfertig vergeben werde und Ökologie bloß vorspiegle. Das Council unterscheide nicht zwischen heimischem Holz und Tropenholz, stelle daher beide durch die Vergabe des gleichen Siegels auf die gleiche Stufe.

    Weiters klammere FSC die Frage langer Transportwege sowie die in der Holzwirtschaft vieler Tropenländer herrschende Korruption und menschenunwürdige Arbeitsverhältnisse aus. Häufig werde sogar Plantagenholz, für das zuvor Urwälder gerodet wurden, mit dem FSC-Siegel ausgezeichnet – und damit ökologisch besser bewertet als etwa heimisches Holz, das nicht FSC-zertifiziert ist.
  • Löchrige Standards

    Immer wieder werden Fälle aufgedeckt, die zeigen, dass die Umsetzung der FSC-Prinzipien in der Praxis – gelinde gesagt – mangelhaft ist, sowohl bei den Waldkonzessionen als auch in der Verarbeitungskette. Manche FSC-Standards sind so „weich“, dass sie viel Interpretationsspielraum offen lassen und ständig in Gefahr sind, von einer international agierenden Holzlobby ausgehöhlt zu werden. Die Durchsetzung der Richtlinien vor Ort – vor allem in Afrika, Lateinamerika und Asien, aber auch etwa in Kanada – wird nicht konsequent genug betrieben.


    Auch in Bezug auf das von der Forst- und Holzwirtschaft gegründete PEFC sind wir kritsch und stimmen mit Greenpeace überein: „Solche Industriezertifikate garantieren keine nachhaltige Waldwirtschaft.“

    • In der Natur, mit der Natur, für die Natur

      Wer steckt hinter unseren Produkten?


      Sabine Jungwirth arbeitet in der Natur, mit der Natur, für die Natur: Als Försterin ist sie ein Musterbeispiel für den "Homo Oecologicus", also für jenen Menschentyp, der in sein Denken und Handeln die Auswirkungen auf die Natur konsequent miteinbezieht.

    • 8.500 Hektar im steirischen Salzkammergut, in 600 bis 1.700 m Seehöhe, Dachstein-Blick: Das ist der Arbeitsplatz von Sabine Jungwirth, Försterin in Bad Aussee. Große Teile ihres zu den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) gehörenden Revieres sind als Naturschutzgebiet bzw. Schutzwald ausgewiesen: Flächen, die wirtschaftschaftlich nicht genutzt werden und vom Menschen teilweise völlig unberührt bleiben.

      Doch auch eine solche Idylle bleibt vom Klimawandel nicht verschont. Die seit 2011 hier verantwortliche Försterin beobachtet eine Zunahme von extremen Wetterphänomenen und deren Folgen für den Wald: Stürme, Windwurf, extreme Trockenheit, Käferbefall, Muren, Lawinen, eine sich nach oben verschiebende Baumgrenze.
    • Wald der Zukunft

      So wie in allen anderen 119 Revieren der Österreichischen Bundesforste läuft auch in Bad Aussee das Programm „Wald der Zukunft“: Um dem Klimawandel zu trotzen, wird der Wald sanft umgebaut und für die kommenden 100 Jahre widerstandsfähig gemacht. Denn ein gesunder, intakter Wald trägt wesentlich zum Klimaschutz bei. Im Wesentlichen geht es darum: weg von (Fichten)Monokulturen, hin zu gesunden Mischkulturen, die nicht nur dem Klimawandel, sondern auch Schädlingen besseren Widerstand leisten können.

      „Zum Glück habe ich hier im Revier bereits sehr viele standortgerechte Mischbaumarten wie Buche, Ahorn, Tanne, Lärche und Zirbe im Altbestand. Wir fördern gezielt die gut funktionierende natürliche Verjüngung dieser Arten und nehmen Ergänzungspflanzungen nur an einzelnen Stellen vor“, so Sabine Jungwirth. Ziel des Programms „Wald der Zukunft“ ist ein stabiler, gesunder, klimafitter Mischwald.


      • Der Frauenanteil unter Österreichs Förstern liegt bei etwa 2,5 % (rund 30 von 1200), bei den ÖBf ist er etwa doppelt so hoch. Wie kommt man als junges Mädchen dazu, sich ausgerechnet für diesen Beruf zu entscheiden? Sabine Jungwirth stammt aus dem Salzkammergut, ihre Eltern bewirtschaften hier einen Bauernhof und einen Wald. Die Mutter ging im Sommer als Sennerin auf die Alm, die Tochter entwickelte schon im Kindesalter Liebe und Interesse für die Natur und den Wald. Sie absolvierte die Försterschule in Bruck an der Mur, machte dort ihre Matura, war zwei Jahre lang "Forstadjunkt", meisterte die Staatsprüfung und kehrte nach mehreren Zwischenstationen als Försterin 2007 ins Salzkammergut zurück, wo sie 2011 das Bad Ausseer ÖBf-Revier als Leiterin übernahm.
    • Sabine Jungwirth mag an ihrer Arbeit nicht nur den täglichen, engen Kontakt mit der Natur bei jedem Wetter, sondern auch "die Herausforderung, das Revier zu managen, also verschiedene Interessen wie Forstwirtschaft, Tourismus, Weide, Jagd und Naturschutz unter einen Hut zu bringen." Es bereitet ihr Freude, wenn sie etwa sieht, wie Zimmerleute im Dorf eine Brücke oder ein Haus aus dem Holz bauen, das aus ihrem Revier stammt. "Das ist für mich das Zeichen für ein lebendiges Forstrevier, das sich ständig weiterentwickelt", so Sabine Jungwirth. „Jeder Förster denkt bei seiner Arbeit nachhaltig: Wie wirkt sich das, was ich heute plane und im Wald mache, auf die nächsten Generationen aus?“ Als Försterin geht Sabine Jungwirth einem fürsorglichen Beruf nach. Kann es Zufall sein, dass der berufliche "Plan B" der zweifachen Mutter "Krankenschwester" gewesen wäre?