• Der schaffende Mensch

    • Der schaffende Mensch – lat. „homo faber“ – mit seinen kreativen und handwerklichen Fähigkeiten, mit seinem Können und seiner Erfahrung, hat für Grüne Erde einen unschätzbaren Stellenwert. Er ist für uns ebenso wichtig wie die von uns verarbeiteten Naturmaterialien: Nur aus beidem gemeinsam – menschliches Schaffen und hochwertige Rohstoffe – können Produkte mit Qualität, Seele und Sinn entstehen.

      Hier begegnen Ihnen Geschichten über „schaffende Menschen“, die mit ihrer Arbeit auf jeweils eigene Weise dazu beitragen, die Welt ein bisschen besser, schöner und lebenswerter zu machen. Viel Freude beim Lesen!

      • Schlafen

        Es gibt viele Tätigkeiten auf dem Weg zum guten Schlaf, die keine Maschine besser kann als der Mensch. Zum Beispiel Schafe scheren, Alpakawolle nach verschiedenen Qualitäten sortieren oder die Steppbänder von Matratzen verknoten. Bei der handwerklichen Fertigung unserer Schlafprodukte widmen wir jedem noch so kleinen Detail größte Aufmerksamkeit und Sorgfalt, auch wenn es vielleicht gar nicht sichtbar ist. Aber wir wissen es, und Sie fühlen es. Nacht für Nacht.
  • Kosmetik


      • Unsere Produkte verwöhnen Körper, Geist und Seele und verbinden auf einzigartige Weise Genuss, Sinn für das Schöne und Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt. Von diesen hohen Ansprüchen ist auch die Entwicklung unserer Kosmetik geprägt. Denn schließlich ist uns unsere eigene Haut nicht nur sprichwörtlich am nächsten. Sie zu schützen, zu pflegen und gesund zu erhalten ist unser oberstes Ziel. Unserer Philosophie folgend setzen wir dabei auf ausgewählte, pflanzliche Pflegestoffe, überliefertes Wissen und das Know-how erfahrener Experten.


      • Heimtextilien und Wohnaccessoires

        Grüne Erde Heimtextilien und Wohnaccessoires sind zu 100 % natürlich, ökologisch und fair verarbeitet. Handarbeit spielt auch bei diesen Produkten eine zentrale Rolle, denn diese „Dinge“ sind nicht nur einfach schön und funktional, sie vermitteln uns ein wohliges Gefühl. Die Menschen, die für uns Heimtextilien und Wohnaccessoires produzieren, denken und arbeiten kreativ, innovativ und mit Leidenschaft, um Produkte zu fertigen, die man gerne fühlt, riecht und die für lange Zeit Freude bereiten.
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    • Hat das Handwerk Zukunft?

    • Handwerkliche Arbeit als Gegenmodell zur Wegwerfgesellschaft und Teil einer klimaneutralen Lebensweise

    • Für Karl Marx war sie eine entfremdete, den Menschen sowie die Natur ausbeutende Schufterei, und die „Springquelle des Reichtums“ einiger weniger. Für die meisten Menschen ist sie heute eine gegen Entlohnung ausgeübte Tätigkeit zum Zweck des Lebensunterhalts. Im Idealfall aber ist Arbeit – einerlei, ob bezahlt oder unbezahlt – etwas Sinnerfülltes und Identitätsstiftendes. Friedrich Engels nannte sie gar „die erste Grundbedingung allen menschlichen Lebens und damit unabdingbarer Teil der menschlichen Natur.“

      Die Unterscheidung von Arbeit als Schufterei einerseits und als das Menschsein begründende Tätigkeit andererseits war bereits dem altgriechischen Philosophen Aristoteles wichtig. So verwendete er für sinnvolle, handwerkliche, zweckgebundene Arbeit – im Unterschied zu stumpfsinniger Plackerei – das Wort poiesis (altgriech.: etwas herstellen). Ergebnis der poietischen, also der handwerklichen Arbeit, ist ein hochwertiger, nützlicher Gebrauchsgegenstand.
    • Handwerk: künftig nur mehr im Museum?

      In der Philosophie des 20. Jahrhunderts hat sich der Begriff „homo faber“ herausgebildet: Der Mensch als Handwerker, der schaffende Mensch, unterscheide sich vom Menschen früherer Epochen durch die Fähigkeit, seine Umwelt aktiv zu verändern.

      „Der schaffende Mensch“ ist auch das Motto der Grüne Erde-Kataloge des Jahres 2020. Damit soll in einer Zeit der fortschreitenden Entfremdung des Menschen von der Natur und von seiner Arbeit die Bedeutung sinnstiftender, geistig-kreativer und handwerklicher Arbeit für die Umwelt, für die Gesellschaft, für das Unternehmen und seine Produkte betont werden. Weit über das Wirkungsfeld von Grüne Erde hinaus stellt sich aber die Frage: Hat das Handwerk Zukunft oder wird es zunehmend museal? Der österreichische Sozial- und Wirtschaftshistoriker Roman Sandgruber hat Leitsätze für ein zukunftsfähiges Handwerk formuliert, die ein Gegenmodell zur Wegwerfgesellschaft skizzieren: Das Handwerk sei Partner auf dem Weg zu einer klimaneutralen Gesellschaft und Lebensweise; es biete qualitativ hochwertige, nachhaltige, maßgeschneiderte und individuelle Produkte, Problemlösungen, Instandhaltungsarbeiten und Reparaturen.

      Das Handwerk sei sinnstiftend, eine Quelle von Selbstermächtigung und der Inbegriff von „guter Arbeit“; es spiele eine grundlegende Rolle als Ausbildner von Nachwuchs; könne Innovator und Impulsgeber für neue Technologien sein und bringe viele kleine Innovationen hervor. Last, but not least sei das Handwerk ein Resilienz-Faktor: Es stärke die Gesellschaft gegen widrige Entwicklungen.
      • Produktkontrolle Grüne Erde Möbel
      • Hand des Tuchwebers Paulus Mehler
      • Drechslermeister Rudi Prohaska
    • Jemand zahlt immer teuer für billige Preise

      Brigitte Felderer, die Kuratorin der NÖ-Landesausstellung 2019 „Der Hände Werk“, spricht einen weiteren wichtigen Faktor an: „Ein handwerklich aufwendiges Produkt unterscheidet sich von Massenware, für deren billigen Preis letztlich immer jemand teuer zu bezahlen hat, sprich ... schlecht entlohnte Arbeit zu elenden Bedingungen verrichtet. Für aufwendig hergestellte handwerkliche Produkte ist ein Preis zu zahlen, der sich rechnet. Handwerk braucht die Klientel, die bereit ist ... Qualität ihre Wertschätzung zu erweisen.“ Und, so Felderer, Handwerk sei nie nur als Bezeichnung eines Berufes, sondern immer auch als Lebensauffassung zu verstehen.

      Der US-amerikanische Soziologe Richard Sennett versucht in seinem Buch „Handwerk“, Mensch und Arbeit wieder miteinander zu versöhnen. Er singt ein Hohelied auf die entwicklungsgeschichtlich tief verwurzelte handwerkliche Orientierung des Menschen und dessen Bestreben, „eine Arbeit um ihrer selbst Willen gut zu machen“. Sennett ordnet den Eigenheiten des Handwerks (z. B. dass das Arbeitstempo vom Menschen und nicht von der Maschine vorgegeben wird) gerade im Zeitalter der Industrialisierung und Digitalisierung einen hohen Stellenwert zu. Für ihn ist die „Werkstatt“ ein Ort der nicht entfremdeten, sinnvollen Arbeit, die beste Alternative zur unpersönlichen Massenproduktion. Schlag nach bei Marx: „In Manufaktur und Handwerk bedient sich der Arbeiter des Werkzeugs, in der Fabrik dient er der Maschine.“
    • Die Hände in den Schoß legen?

      Bei allem Wohlwollen für diese Gedanken sollte man der Versuchung widerstehen, ein unwiederbringliches, romantisch verklärtes Handwerksbild zu beschwören und sich der süßen Sehnsucht nach den „guten alten Zeiten“ hinzugeben, die nie so gut waren, wie sie später oft dargestellt werden. Verschiedene Studien sagen, dass in Zukunft bis zu 80 % der manuellen Produktion ohne Qualitätsverlust auch von Robotern erledigt werden könnten. Wenn das so ist, muss man sich fragen: Welche 20 % bleiben besser weiterhin in den Händen „schaffender Menschen“? Denn „... es liegt nicht im Wesen der Hand, nichts zu tun“, wie der österreichische Philosoph und Kulturpublizist Konrad Paul Liessmann sagt. Die Lösung findet sich wohl kaum im vermutlich sinnlosen Kampf gegen die Maschine, sondern eher in der für Mensch und Natur sinnvollen Arbeit mit ihr. Es fragt sich nur, wer wem zu dienen hat.